Studie: Gedächtnis durch Kakao verbessern

Heilpraxisnet

Studie: Gedächtnis durch Kakao verbessern

03.11.2014

Wie sich in einer neuen Studie zeigt, ist Kakao nicht nur ein leckerer Gaumenschmaus, sondern könnte auch dabei helfen, einem altersbedingten Gedächtnisverlust entgegenzuwirken. Dabei spielen Flavonoide eine wesentliche Rolle. In der Untersuchung erreichten 60-Jährige die Gedächtnisleistung von 30-Jährigen.

Erinnerungsfunktion bei Senioren angeregt
Dass die in Kakaobohnen enthaltenen Flavonoide dazu beitragen können, das Herzinfarkt-Risiko zu senken, hat sich bereits in der Vergangenheit in Untersuchungen gezeigt. Dieser pflanzliche Wirkstoff sorgt bei hoher Dosierung aber auch dafür, dass ein bestimmtes für Erinnerungen zuständiges Areal im Gehirn wieder besser durchblutet wird, wie eine Studie der US-amerikanischen Columbia Universität zeigt. Die Erinnerungsfunktion bei Senioren wird demnach dadurch stark angeregt.

Speziell zubereitetes Kakaogetränk
Für die Untersuchung, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“ publiziert wurde,tranken 37 ältere Erwachsene über drei Monate täglich ein speziell zubereitetes Kakaogetränk. Manche der 50- bis 69-jährigen Probanden erhielten dabei eine wesentlich erhöhte Dosis der Flavonoide, die andere Gruppe trank kaum etwas von dem Pflanzenstoff. Wie sich zeigte, erzielten die Studienteilnehmer mit der erhöhten Menge an Flavonoiden eine deutlich bessere Gedächtnisleistung.

Erinnerungsvermögen von 30-Jährigen
Hirn-Scans hatten ein größeres Blutvolumen sowie eine verbesserte Zirkulation des Blutes im Gyrus dentatus gezeigt, einem Teil der Hirnregion Hippocampus. Der Hippocampus spielt für das Erinnerungsvermögen eine wesentliche Rolle. Wie die Forscher mitteilten, wurde bei der Probandengruppe mit den Flavonoid-reichen Getränken eine erhöhte Blutzirkulation festgestellt. Sie schnitten zudem bei Gedächtnisübungen wesentlich besser ab. Der Autor der Studie, der Neurologie-Professor Scott A. Small von der Columbia Universität in New York sagte über die Ergebnisse: „Wenn ein Teilnehmer zu Beginn der Studie das Erinnerungsvermögen eines typischen 60-Jährigen hatte, wies er nach drei Monaten im Schnitt die Gedächtnisleistung eines 30- bis 40-Jährigen auf.“ Allerdings seien noch Tests mit größeren Probandengruppen nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Flavonoide in verschiedenen Lebensmitteln
Flavonoide sind nicht nur in Kakao, sondern in unterschiedlicher Art und Konzentration auch in Trauben, Heidelbeeren, Äpfeln und anderen Früchten sowie in einigen Gemüse- und Teesorten enthalten. Bei der Herstellung der meisten handelsüblichen Produkte, die Kakao enthalten geht jedoch ein Großteil der Flavonoide verloren. Um also auf den Wert von 900 Milligramm zu kommen, den die Studienteilnehmer erhielten, müsste man täglich mehrere Tafeln dunkler Schokolade zu sich nehmen. In Milchschokolade ist der Wirkstoff kaum enthalten.

Bitterschokolade kann vor Krankheiten schützen
Wie es heißt, beziehen sich die Ergebnisse der Studie nicht auf Krankheiten wie Alzheimer, sondern auf normale Erinnerungslücken, wie sie ab einem Alter von 50 Jahren auftreten können, beispielsweise wenn man sich die Namen neuer Bekannter nicht mehr merken kann. In anderen Bereichen hat sich der positive Einfluss von Schokolade auf dieGesundheit allerdings schon gezeigt. So kamen verschiedene Studien in der Vergangenheit zu dem Ergebnis, dass durch den Verzehr von Bitterschokolade das Risiko für Herzinfarkt sowie Schlaganfall gesenkt werden kann. Außerdem haben Wissenschaftler aus der Schweiz herausgefunden, dass Bitterschokolade einen Einfluss auf die Ausschüttung von Stresshormonen hat und so vor den negativengesundheitlichenFolgen des Stress schützen kann. (ad)

Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de