Trockene Augen: Ab wann sollte man einen Arzt hinzuziehen?

Alfred Domke

Häufiges Augenleiden: Trockene Augen sind oft ein Fall für den Augenarzt

Vor allem Menschen, die einen Großteil ihres Arbeitstags am Computer verbringen, kennen das Problem trockener Augen. In der kalten Jahreszeit werden die Beschwerden häufig noch durch trockene Heizungsluft verstärkt. Experten erklären, ab wann Betroffene einen Augenarzt aufsuchen sollten und wie sich solche Beschwerden vermeiden lassen.


Stundenlanges Starren auf den Bildschirm

Immer mehr Menschen verbringen einen Großteil ihrer Arbeitszeit am Computer. Wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und auf den Bildschirm starrt, stellen sich oft auch Probleme mit den Augen ein. Was kann man dann tun, wenn das Auge juckt und brennt? Antworten darauf haben Experten der Stiftung Auge. In einer Mitteilung, die vom „Informationsdienst Wissenschaft“ (idw) veröffentlicht wurde, erklären sie auch, wann Betroffene besser einen Arzt aufsuchen sollten.

Trocken Augen zählen zu den häufigsten Augenleiden in Deutschland. Einige Tipps können helfen, den Beschwerden vorzubeugen. Doch in manchen Fällen sollten Betroffene besser zum Augenarzt gehen. (Bild: Adam Gregor/fotolia.com)

Tränenmangel oder eine zu schnelle Verdunstung des Tränenfilms

Trockene Augen zählen zu den häufigsten Augenleiden. Rund 20 Prozent der Augenarztpatienten sind deswegen in Behandlung.

In der kalten Jahreszeit verstärken trockene Heizungsluft, eine geringe Luftfeuchtigkeit und langes Arbeiten am Computer häufig die Symptome.

Ursache für trockene Augen kann entweder ein Tränenmangel oder eine zu schnelle Verdunstung des Tränenfilms sein.

„Der Tränenfilm mit einer ausreichenden Menge an Tränen ist wichtig für die Gesundheit der Augen“, erklärt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.

„Er benetzt die Augenoberfläche, hält diese glatt und geschmeidig und spült Fremdkörper weg. Zudem versorgt er die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.“

Verändert sich die Zusammensetzung des Tränenfilms, kann die Augenoberfläche nicht mehr richtig versorgt werden. Die unangenehmen Folge sind Schmerzen, Jucken und Tränen – ein Gefühl wie Schleifpapier in den Augen.

Weitere Ursachen für trockene Augen

Es gibt allerdings auch andere Ursachen für trockene Augen. „Rheumatische Erkrankungen, Diabetes mellitus oder chirurgische Eingriffe am Auge können ebenfalls das sogenannte Sicca-Syndrom hervorrufen“, erläutert Holz.

Auch die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente – dazu zählen die Anti-Baby-Pille oder Schlaf- und Beruhigungsmittel – können zu trockenen Augen führen.

Gleiches gilt für Umweltbelastungen und klimatische Einflüsse wie trockene Umgebungsluft, Klimaanlagen oder Staub. Zusätzlich tritt bei trockenen Augen oft eine Lidrandentzündung auf.

Dabei sind die Drüsen im Bereich der Lidränder verstopft, die den Fettanteil der Tränenflüssigkeit produzieren – die Augen trocknen dann noch schneller aus.

„Betroffene, die Symptome wie Jucken, Brennen oder Rötungen in den Augen wahrnehmen, sollten dies unbedingt durch einen Augenarzt abklären lassen“, betont der Stiftungsvorsitzende. „Nur so können ernsthafte, andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.“

Unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten bei trockenen Augen. Tränenersatzmittel können helfen, die Augenoberfläche zu benetzen. Je nach Schweregrad kommen unterschiedliche Präparate in Frage.

„Arzt und Patient sollten gemeinsam entscheiden, welches Tränenersatzmittel geeignet ist, da die Wirksamkeit und Verträglichkeit sehr unterschiedlich empfunden wird“, rät Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Mediensprecher der Stiftung Auge.

„Träger weicher Kontaktlinsen sollten nur Mittel ohne Konservierungsstoffe verwenden, da diese sich in der Kontaktlinse anreichern und dann die Hornhaut schädigen können“, so Ohrloff.

Bei sehr ausgeprägten Beschwerden und einer unzureichenden Benetzung können die Tränenabflusskanälchen mit einem kleinen Eingriff verschlossen werden, um die verfügbare Tränenmenge zu erhöhen.

Symptome lindern und vorbeugen

Zusätzlich können kleine Maßnahmen im Alltag dazu beitragen, die Symptome zu lindern, beziehungsweise Augenbeschwerden im Büro vorzubeugen.

  • Mit diesen Tipps kann das sogenannte Office-Eye-Syndrom gelindert werden:
  • Lassen Sie ihre Beschwerden in jedem Fall augenärztlich abklären.
  • Mehrmals täglich für frische Luft im Raum sorgen.
  • Luftbefeuchter für die richtige Luftfeuchtigkeit im Raum einsetzen.
  • Halten Sie die Luftzirkulation im Auto niedrig. Das Gebläse sollte selten eingesetzt und die Luft nicht zu stark aufgeheizt werden. Richten Sie das Gebläse nie direkt auf die Augen.
  • Trinken Sie ausreichend, d.h. mindestens zwei Liter Wasser am Tag.
  • Häufiges und bewusstes Blinzeln beim Lesen und bei der Arbeit am Computer können helfen, den Tränenfilm zu erneuern. (ad)