Ungewöhnlich viele HIV-Neuinfektionen in Bayern

Experten warnen: Noch immer stecken sich viele - vor allem jüngere - Menschen mit dem HI-Virus an. (Bild: gamjai/fotolia.de)
Nina Reese
Mehr als 10.000 Menschen leben im Freistaat mit HIV
643 Männer und Frauen haben sich 2015 in Bayern neu mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) infiziert. Damit leben im Freistaat insgesamt 11.000 Menschen mit dem Virus. Wie das Gesundheitsministerium warnt, müssten vor allem junge Menschen vor einer Ansteckung gewarnt werden, denn die Altersgruppe der 20 bis 35-jährigen sei von den Neuinfektionen besonders stark betroffen.

Deutlich mehr Männer als Frauen infiziert
Im Kampf gegen Aids macht die Medizin große Fortschritte, doch nach wie vor stecken sich immer noch viele Menschen mit HIV an. In Bayern gab es laut dem Ministerium für Gesundheit und Pflege im vergangenen Jahr 643 Neuinfektionen. Insgesamt würden damit derzeit rund 2.000 Frauen und 9.000 Männer im Freistaat mit dem HI-Virus leben, berichtete die Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“.

Experten warnen: Noch immer stecken sich viele - vor allem jüngere - Menschen mit dem HI-Virus an. (Bild: gamjai/fotolia.de)
Experten warnen: Noch immer stecken sich viele – vor allem jüngere – Menschen mit dem HI-Virus an. (Bild: gamjai/fotolia.de)

Infektionsrate ist bei Jüngeren besonders hoch
„Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass diese Menschen nicht ausgegrenzt werden“, so die Ministerin weiter. Vor allem junge Menschen müssten demnach vor den Risiken der Erkrankung gewarnt werden, denn „in der Altersgruppe von 20 bis 35 Jahren ist die Infektionsrate besonders hoch“, erklärte Huml.

Heilung ist bislang nicht möglich
Das HI-Virus wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, aber auch z.B. durch infizierte Blutprodukte oder unter Drogenabhängigen getauschte Spritzen übertragen. Ist eine Person infiziert, kann unter Umständen später AIDS ausbrechen. Für HIV bzw. AIDS existieren dank des medizinischen Fortschritts gute Therapiemöglichkeiten – eine Heilung ist jedoch bislang nicht möglich.

„Der Schutz vor einer Ansteckung bleibt deshalb oberstes Ziel“, betonte Huml. Bayern stellen den Angaben zufolge „jährlich rund 3,5 Millionen Euro für die HIV-Prävention, -Aufklärung und -Beratung bereit“, wobei gerade der Aufklärung eine hohe Bedeutung zukomme, um die Verbreitung einzudämmen.

Neue Kampagne gegen Diskriminierung
Begrüßenswert sei eine neue bundesweite Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Bundesgesundheitsministeriums anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. „Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht“ lautet die zentrale Botschaft der Kampagne, die am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Plakate zeigen HIV-positive Menschen mit ihren Forderungen nach Respekt und Akzeptanz. „Ein langes und erfülltes Leben mit HIV ist heute möglich. Diskriminierung und die Angst davor sind jedoch für viele Menschen mit HIV eine Belastung“, so Ulf Hentschke-Kristal, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Hilfe, in einer Mitteilung der BZgA. (nr)

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