Unternehmer will 200 natürliche Neurodermitis-Therapien verschenken

Bild: Gina Sanders
Sebastian
Neurodermitis: Unternehmer fördert 200 Heilpraktiker-Therapien im Wert von je 500 EUR
Der erfolgreiche Unternehmer Paul Scheuschner hat ein interessantes Projekt gestartet. Gesucht werden Neurodermitis Betroffene, die eine Behandlung bei einem Heilpraktiker ausprobieren wollen. Das schier unglaubliche: Scheuschner will die Therapien finanzieren. Und das ohne jegliche Gegenleistung! Kaum zu glauben, deshalb haben einmal nachgehakt.

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Paul Scheuschner verschenkt 200 Heilpraktiker-Therapien im Wert von jeweils 500 Euro.

Herr Scheuschner. Sie finanzieren bis zu 200 Menschen, die an Neurodermitis erkrankt sind, mit 500,00 Euro die Behandlung bei einem Heilpraktiker. Wie kommen Sie dazu?
Ich bin selbst Betroffener und kenne daher den Leidensweg,den viele Patienten durchmachen. Durch die Erfolge mit meinem Internet-Unternehmen konnte ich mittlerweile etwasGeldbeiseitelegen, das ich jetzt unter anderem dafür nutzen möchte, Erkrankten zu helfen. Ich glaube, es gibt im Umfeld der Hautkrankheiten viele ungeklärte Fragen, beispielsweise: Wer sind die besten Heilpraktiker mit der meisten Erfahrung? Welche Behandlungsansätze sind erfolgsversprechend? Das versuchen wir mit neurodermitisheilen.de herauszufinden. Natürlich ist uns bewusst,das „Neurodermitis heilen“ nur eine Vision ist, keinesfalls ein Versprechen und das es etwas dauern kann, bis Resultate zu sehen sein werden.

Welche Heilmethoden haben Sie selbst ausprobiert und welche davon wirkten sich positiv auf den Verlauf aus?
Ich habe sehr positive Erfahrungen mit der Eigenbluttherapie gemacht.Ab der ersten Sitzung haben mir die Behandlungen geholfen. Ich hatte diverse Allergien, die heute nur noch schwach ausgeprägt sind. Ich denke, dass Umweltfaktoren sowie die Ernährung – also alles, was man dem Körper durch den Mund zuführt, auch Getränke – bei vielen Patienten einen Einfluss auf die Neurodermitis hat.

Stark juckende Haut ist ein Leitsymptom von Neurodermitis. Bild: Gina Sanders
Stark juckende Haut ist ein Leitsymptom von Neurodermitis. Bild: Gina Sanders

Unter welchen Bedingungen finanzieren Sie eine Behandlung?
Es gibt nur wenig Bedingungen. Die Bereitschaft für eine anonyme Fotodokumentation muss da sein, außerdem das wir vom Heilpraktiker einfache Angaben erhalten dürfen (z.B. Was hat geholfen und ab welcher Sitzung), damit wir diese kollektiv auswerten können. Die Informationen möchten wir nur sammeln, um damit Ableitungen für andere Patienten zu ziehen, die nicht am Programm teilnehmen. Beispielsweise wäre es doch sehr interessant zu erfahren, dass eine Bioresonanztherapie bei 20% aller behandelten Patienten geholfen bzw. bei 50% aller Babys eine Ernährungsumstellung die Symptome gelindert hat.

Welche Ziele verfolgen Sie mit ihrem Projekt mittel- bzw. langfristig?
Nach einen gewissen Zeitraum bzw. 200 behandelten Patienten kann man sagen, ob das Konzept so aufgegangen ist und man beispielsweise bereits Wissen über Behandlungsmethoden gewinnen konnte. Ich möchte mittelfristig noch weitere Unterstützer finden, die die Vision gut finden und neue Ideen einbringen. Außerdem Spendengelder, um das Projekt auf ein nächstes Level zu bringen und in noch größerem Rahmen voranzukommen. Außerdem möchte ich in Zukunft mehr in Richtung evidenzbasierte Medizin arbeiten, was momentan jedoch noch nicht möglich ist.

Warum halten Sie ein solches Projekt für notwendig? Werden Neurodermitis-Betroffene nicht ausreichend unterstützt?
Ich sehe das Problem, dass im Internet viele fragmentierte Informationen stehen, mit denen man nur unzureichend erfolgreiche Heilmethoden von weniger erfolgreichen Methoden unterscheiden kann. Die Patienten wissen nicht welche Behandlungsansätze gut sind, außerdem leben viele am Existenzminimum, da ist es umso wichtiger, dass verfügbares Geld sinnvoll einsetzt wird. Die Krankenkassen übernehmen nur wenige Leistungen, meist nur für Schulmedizin, die jedoch die Symptome überwiegend nur unterdrückt.

Was wollen Sie mit ihrer Website erreichen?
Mit unserem Portal soll eine hilfreiche Anlaufstelle entstehen,um Patienten zu zeigen,wie Sie sich möglichst effektiv helfen können. Es sollen erfolgreiche Methoden, Heilpraktiker-Rankings und Heilungsstorys veröffentlicht werden, um gegenseitig Mut zu machen. Ich möchte nicht, dass Betroffene verzweifelt sind und nicht wissen, was sie tun sollen.


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Wen möchten sie gerne als Mitwirkende mit ins Boot nehmen? Heilpraktiker, Journalisten, allgemein Interessierte?
Generell freue ich mich über Kontakte zu Journalisten, die das Thema einer größeren Reichweite bekannt machen können. Außerdem Interessierte, die neue Impulse zurStrategie bzw. dem Konzept bringen, um den Zielen näher zu kommen. Zudem Heilpraktiker,die mitarbeiten möchten und die Motivation haben, erfolgreiche Behandlungswege herauszufinden.

Wie können sich Betroffene an sie wenden? Was sollten Sie beachten?
Ich bin über die Email „paul.scheuschner@neurodermitisheilen.de“ direkt zu erreichen und stehe bei Fragen zur Verfügung. Wer sich kostenlose Behandlungensichern möchte, kann diese gern über dieses ein Formular auf unserer Website beantragen.

Die Naturheilkunde bietet eine Reihe von zusätzlichen Therapien, um die Beschwerden zu lindern. Bild: PhotoSG
Die Naturheilkunde bietet eine Reihe von zusätzlichen Therapien, um die Beschwerden zu lindern. Bild: PhotoSG

Seit wann besteht das Projekt,und wie ist die öffentliche Resonanz?
Wir sind im Juni 2016 gestartet, dem ging eine längere Planungszeit voraus. Das Projekt ist ungewöhnlich großzügig – viele Leute vermuten einen Haken, denn alles in der Gesundheitsbranche scheint irgendwie kommerzielle Absichten zu haben. Wir müssen die Leute jetzt erstmal vom Gegenteil überzeugen. Außerdem ist mein Wohnsitz im Ausland auf Malta nicht besonders förderlich. Grundvertrauen gibt es daher jedenfalls nicht, aber das ist bei so einem Konzept wohl normal. Ich versuche mir jetzt dieses Vertrauen zu erarbeiten. Es müssen die ersten Erfolge vorgezeigt werden,in dem Prozess sind wir gerade. Das ist ein langer Weg, aber ich sehe das gelassen und kann die Geduld dafür aufbringen.

Wenn das Projekt gut läuft, wie könnte die Zukunft aussehen?
Denkbar wären Veranstaltungen zum Thema, bei denen Informationen mit Mehrwert geteilt werden, ebenso kann man auf diesen den Austausch unter Betroffenen ermöglichen. Außerdem wäre ich interessiert, Forschungen zum Thema Neurodermitis zu unterstützen. Wenn alles gut läuft, hat man auch die Möglichkeit, der Bevölkerung beispielsweise mitzuteilen, das Neurodermitis nicht ansteckend ist.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf der Website des Projekts. (Dr. Utz Anhalt) 

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