Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin

Sebastian

Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin in Hamburg eröffnet.

(02.07.2010) Die asiatische Naturheilkunde hält nun auch Einzug in die westliche Wissenschaft. Gestern wurde am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf das Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) eröffnet. Damit wurde in Norddeutschland erstmals ein Zentrum für naturheilkundliche traditionelle chinesische Medzin aufgebaut. Die Träger kommen sowohl aus der Privatwirschaft als auch aus öffentlicher Hand. Träger des Zentrums sind die HanseMerkur, das UKE und sowie die Stadt Hamburg. Die angewandte TCM soll in dem Zentrum genauer untersucht werden. Deutschlands erste TCM Klinik ist in Bad Kötzting.

Die Naturheilkunde ist nicht nur ein Trend, sondern mittlerweile auch ein wichtiger Bestandteil in der medizinischen Forschung. In Norddeutschlands ersten TCM Zentrum sollen Forschung, Lehre und Therapie unter einem Dach vereint werden. Die Wissenschaftler wollen mit ihrer Arbeit die Wirksamkeit der naturheilkundlichen TCM nachweisen und prüfen. So werden beispielsweise durch neurobiologische Methoden die Wirkung von Akupunktur und Kräutern auf das menschliche Nervensystem, sowie die Funktion des Immunsystems und den Hormonhaushalt getestet. Die Wirkunsgweisen sollen anhand der Systembiologie untersucht werden. Eigens dafür wird zur Auswertung auch die Bioinformatik mit einbezogen. "Wir erwarten, dass die wissenschaftliche Untersuchung dieser fernöstlichen Heilkunst dazu beitragen wird, transparente Qualitätsstandards für die TCM-Medizin in Deutschland zu definieren", erläuterte Fritz Horst Melsheimer, von der "HanseMerkur"-Versicherungsgruppe.

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Zahlreiche Ärzte kombinieren schon seit längerer Zeit konventionelle Behandlungsmethoden mit naturheilkundlichen Erkenntnissen. So berichtet der Neurologe Dr. Sven Schröder, dass er schon seit geraumer Zeit die chinesische Heilkunst in seiner Praxis mit Erfolg anwendet. "Jetzt besteht die Möglichkeit, den Erfolg auch durch die Forschung zu belegen.", so Schröder.

Die traditionelle chinesische Medizin wurde vor rund 2000 Jahren begründet und hat sich seit dem fortlaufend weiter entwickelt. An erster Stelle der Heilverfahren steht die naturheilkundliche Arzneitherapie sowie die traditionelle Akupunktur. Zudem gehören bestimmte Massagetechniken wie Tuina Anmo und Shiatsu und Bewegungsübungen wie Qigong und Taijiquan zur TCM-Therapie dazu. (sb)