Zu wenig Vitamin-D: Bei dem Sonnetanken bleibt die Dosis entscheidend

Alfred Domke
Zwischen Sonnenbrand und Vitamin-D-Mangel: Stets maßvoll Sonne tanken
Nach den langen trüben und kalten Monaten gibt es für viele Menschen kaum etwas Schöneres als endlich mal wieder richtig Sonne zu tanken. Gesundheitsexperten mahnen hier jedoch zur Vorsicht: Durch eine zu hohe UV-Belastung steigt das Krebsrisiko. Andererseits kann zu wenig Sonnenlicht zu einem Vitamin-D-Mangel führen. Es kommt also auf die richtige Dosis an.

Frühlingssonne wird oft unterschätzt
Nach den langen Wintermonaten locken die sonnigen Tage der letzten Wochen viele Menschen ins Freie. Sonnenhungrige sollten jedoch vorsichtig sein. Gerade an den ersten schönen Tagen des Jahres wird die Stärke der Frühlingssonne leicht unterschätzt, es droht ein Sonnenbrand. Und dadurch erhöht sich das Risiko, an Krebs zu erkranken. Jeder Sonnenbrand wird auf dem eigenen Haut-Konto addiert, mahnen Dermatologen. Dennoch sollte man die Sonne nicht komplett meiden. Dieser Verzicht könnte sonst mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen.

Durch eine zu hohe UV-Belastung steigt das Sonnenbrand- und somit das Hautkrebs-Risiko. Dennoch sollte man nicht auf die Sonne verzichten. Sonst droht ein Vitamin-D-Mangel. (Bild: Jürgen Fälchle/fotolia.com)

Bedeutung von Vitamin D wurde lange unterschätzt
Professor Jörg Reichrath, Dermatologe am Uniklinikum des Saarlandes, warnt in der aktuellen Ausgabe des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ (5/2017 B) vor einer völligen Sonnen-Abstinenz.

Denn dadurch drohe ein Mangel an Vitamin D. Das wichtige Vitamin steckt zwar auch in Lebensmitteln wie fettem Fisch, Pilzen und Eiern, doch den größten Teil stellt der Körper selbst her – mithilfe der Sonne.

„Die Bedeutung von Vitamin D wurde lange unterschätzt“, meint Reichrath. Ein Mangel sollte in jedem Fall vermieden werden. „Auch wenn man ihn nicht spürt“, so Professor Christian Kasperk, Stoffwechselexperte vom Uniklinikum Heidelberg.

Ausgedehnte Sonnenbäder sind nicht notwendig
Die meisten Experten raten eher zur natürlichen Sonne als zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Solche Pillen verhindern auch meistens keine Erkrankungen, wie neuseeländische Wissenschaftler in einer Studie feststellten.

Um seinen Vitamin-D-Bedarf zu stillen, muss man sich täglich nicht lange in der Sonne aufhalten. Es genügt, Hände, Gesicht und Teile von Armen und Beinen bestrahlen zu lassen. Ein ausgedehntes Sonnenbad ist nicht notwendig.

Sonne sollte ohnehin grundsätzlich nur in Maßen genossen worden. Wie es in dem Gesundheitsmagazin heißt steht UV-Licht als Krebsauslöser der Gefahrenklasse 1 auf einer Stufe mit Rauchen und Asbest.

Insbesondere in den Stunden vor und nach ihrem Höchststand sollte man die Sonne besser meiden. Wenn sich direkte Bestrahlung nicht vermeiden lässt, sollte unbedingt Sonnenschutz oder UV-dichte Kleidung verwendet werden.

Experten empfehlen, sich beim Sonnenschutz immer am UV-Index zu orientieren und beim Eincremen nicht zu sparen. (ad)