Eigenbluttherapie

eigenbluttherapie
Heilpraxisnet

Die Eigenbluttherapie gehört zu den Reiztherapien. Dies sind Therapien, bei denen dem Körper Reize, zum Beispiel in Form von Wärme, Kälte oder homöopathischen Mitteln zugeführt werden. Der Körper versucht daraufhin, aufgrund der Reize, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Bei der Eigenbluttherapie ist der zugeführte Reiz eine winzig kleine Menge eigenen Blutes. Das eigene Blut wird als „fremd“ erkannt, was den dazu veranlasst, den Reiz zu überwinden und anschließend einen Heilungsprozess einzuleiten.

Inhaltsverzeichnis:
Eigenbluttherapie
Methoden der Eigenblutbehandlung
Arten der Eigenbluttherapie
Wirkungsweisen der Eigenbluttherapie
Einsatzbereiche
Kontraindikationen

Methoden der Eigenblutbehandlung

Bei der Eigenbluttherapie gibt es zwei verschiedene Methoden der Ausführung. So wird entweder Blut aus der Armvene entnommen oder ein kleiner Tropfen Kapillarblut aus der Fingerbeere. Anschließend wird dieses Blut im Fall der Venenentnahme dem Körper unbehandelt oder behandelt wieder zurückgegeben. Bei dem Kapillarblut wird der entnommene Tropfen zur oralen Aufnahme nach homöopathischen Vorschriften aufbereitet wird.

Arzt hlt Spritze in der Hand mit Blut
Zuvor abgenommenes Blut wird den Patienten bei der Eigenbluttherapie reinjiziert. Bild: pixelstore/fotolia.com

Arten der Eigenbluttherapie

1. Unverändertes Eigenblut
Dabei wird eine kleine Menge Venenblut entnommen und dem Körper gleich anschließend wieder reinjiziert. Dies erfolgt entweder in Form einer muskulären Injektion (i.m.) in den Gesäßmuskel oder als Injektion unter die Haut (s.c.) in den Unterarm. Die muskuläre Injektion ist wesentlich mehr verbreitet. Bei der subkutanen Form (unter die Haut) wird die kleine Menge an Blut als sogenanntes Depot angesehen, welches sich, wenn unter die Haut gebracht, ganz langsam verteilt.

2. aufbereitetes Eigenblut
Hier wird dem entnommenen Blut ein homöopathisches Mittel zugefügt. Die Wahl des Mittels ergibt sich aus der Ausgangslage des Patienten. So wird zum Beispiel zur Infektprophylaxe Echinacea verwendet und bei einer Allergiebehandlung ein naturheilkundliches Mittel, beispielsweise Citrus limon.

Sowohl bei unverändertem als auch bei aufbereitetem Eigenblut wird mit der Entnahme einer kleinen Menge von circa 0.1 bis 1 Milliliter begonnen und von Behandlung zu Behandlung die Blutmenge gesteigert wird. Die Eigenbluttherapie wird in der Regel 8 bis 10 Mal wöchentlich durchgeführt. Bei akuten Prozessen wird manchmal mehrmals pro Woche Eigenblut verabreicht.

3. Potenziertes Eigenblut
Dies wird auch Eigenblutnosode genannt. .Dabei wird ein Tropfen Kapillarblut aus der Fingerbeere entnommen. Dieser kleine Blutstropfen wird dann anschließend nach homöopathischen Vorschriften potenziert, das heißt verschüttelt. Bei einer D-Potenz wird im Verhältnis 1:10 verdünnt, bei einer C-Potenz erfolgt die Verdünnung im Verhältnis 1:100. So gibt man zum Beispiel zu einem Tropfen Blut 10 Tropfen Alkohol, verschüttelt dies 10 Mal und erhält dann die Potenz D1. Von dieser hergestellten Lösung wird wieder einen Tropfen genommen, in 100 Tropfen Alkohol gegeben und 10 Male durchgeschüttelt. Dies ergibt die Potenz D2.

Die Wahl der Potenzen richtet sich nach der Behandlung. So unterscheidet sich die Art der Anwendung bei einer Allergiebehandlung von der bei einer Abwehrsteigerung. Es werden verschiedene Potenzen gewählt und diese in bestimmten Abständen über einen gewählten Zeitraum eingenommen. Das potenzierte Eigenblut wird vor allem bei Kindern, hoch allergischen Personen oder aber bei Angst vor Spritzen angewandt.

Wirkungsweisen der Eigenbluttherapie

Ganz gleich, ob oral oder gespritztes Eigenblut, beide Variationen geben dem Körper kleinste Reize. Hier ist dann das Abwehrsystem gefragt. Dieses reagiert und muss sich mit dem eingedrungenen Reiz, sprich dem eigenen Blut auseinandersetzen. Die Leukozytenzahl erhöht sich dabei, es werden vermehrt Antikörper gebildet, eventuell steigt sogar die Körpertemperatur etwas an. Parallel wird ein Heilungsprozess eingeleitet. Manchmal kann es auch passieren, dass nach der ersten Injektion oder der oralen Einnahme eine sogenannten Erstverschlimmerung auftritt. Das bedeutet, dass sich die Symptome vorerst verschlimmern, dies jedoch rasch ins Gegenteil umschlägt.

Handelt es sich um eine Allergie-Behandlung, so wird hier die Eigenbluttherapie als ein sogenanntes Training für das Immunsystem gesehen. Das Immunsystem soll wieder dazu gebracht werden, nicht überzureagieren, wie dies bei einer Allergie der Fall ist, sondern wieder eine ganz normale Abwehrleistung hervorzubringen. Ebenso ist es wichtig, bei einer Allergiebehandlung in der allergiefreien Zeit mit der Eigenbluttherapie zu beginnen.

Einsatzbereiche

Eigenbluttherapien werden häufig bei Erkrankungen, wie Allergien, egal welcher Art, eingesetzt. Oftmals ist der Grund für den Einsatz der Eigenblutbehandlung auch ein geschwächtes Immunsystem. Hinzu kommen noch Erkrankungen, wie Neurodermitis (atopisches Ekzem), Psoriasis (Schuppenflechte) sowie rheumatische und chronisch entzündliche Erkrankungen, bei denen immer wieder die Eigenbluttherapie das Mittel der Wahl ist.

Kontraindikationen

Die Eigenbluttherapie sollte nicht eingesetzt werden bei Blutgerinnungsstörungen, Venenentzündungen und stark zehrenden Erkrankungen sowie bei der Einnahme von Glukokortikoiden, Blutverdünnungsmitteln und Immunsuppressiva. (Susanne C. Waschke)