Yoga

Susanne Waschke

Yoga ist, vereinfacht dargestellt, eine Methode, den unruhigen Geist zu klären, zu beruhigen und ihn in Einheit mit Körper und Seele zu bringen.

Inhaltsverzeichnis:
Yoga
Bedeutung des Yoga
Geschichtlicher Rückblick
Verschiedene Yoga-formen
Anwendungsbereiche für Yoga
Erlernen von Yogatechniken
Kontraindikationen für Yoga

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Bedeutung des Yoga

Yoga ist eine philosophische Lehre aus Indien und bedeutet, aus dem Sanskrit übersetzt, soviel wie „zusammenführen, unter Kontrolle bringen“. So sollte Yoga auch als „Eins sein “ mit Gott verstanden werden. Yoga hat sich über Jahrtausende hinweg in Indien entwickelt. Es besteht aus den vielfältigsten Körper- und Atemübungen.

Yoga gehört zu den klassischen Schulen der indischen Philosophie, die als Darshanas bezeichnet werden. So gibt es die verschiedensten Formen des Yoga, jede mit einer eigenen Weisheit und Durchführungsform. Dabei existieren Yoga-formen, die mehr auf den Geist eingehen und die geistige Konzentration beeinflussen wollen, andere wiederum beschäftigen sich ausführlich mit dem Körper und der Atmung. Bei allen Yoga-formen steht jedoch der ganzheitliche Ansatz im Vordergrund.

Geschichtlicher Rückblick

Die ersten schriftlichen Dokumentationen, in denen Yoga erwähnt wurde, sind die Schriften der Upanisaden (heilige Schriften). Ursprünglich war Yoga in ,der Religiosität angesiedelt. Dies wurde circa 500 vor Christus als Religiöses Yoga bezeichnet. Später, zwischen 200 vor und 400 nach Christus, entwickelte sich das klassisch-philosophische Yoga. Dies war keinen bestimmten Glaubensgrundsätzen gewidmet, sondern diente eher dem Alltag und der Spiritualität. Danach entstand das körperorientierte Yoga, ungefähr im 12. Jahrhundert nach Christus. Yoga war hier größtenteils das Mittel zur Selbstentfaltung.

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Yoga hält den Körper und Geist in Form. Bild: fizkes/fotolia.com

Verschiedene Yoga-formen

Zu den bekanntesten Yoga-formen zählen Hatha -Yoga, Jnana-Yoga, Raja-Yoga, Kundalini-Yoga, Bhakti-Yoga und Karma-Yoga.

Hatha-Yoga ist die bekannteste Yogaform. Diese enthält Körperübungen, genannt Asanas, die die Muskelaktivität beeinflussen, die Flexibilität des Körpers erhöhen und das Körperbewusstsein positiv beeinflussen. Im Hatha-Yoga spielen auch Pranayama als Atemübungen, die die Lungenkraft stärken, die Atmung unterstützen und für Lebensenergie sorgen, eine wesentliche Rolle. Mit ihrer Hilfe können Ängste und Stress abgebaut werden. Hatha-Yoga umfasst auch Übungen zur Tiefenentspannung, die sich positiv auf die allgemeine Entspannung auswirken, Stresshormone abbauen können und damit stärkend auf das Immunsystem wirken.

Jnana-Yoga beschäftigt sich mehr mit der Philosophie des Yoga. Dies bedeutet, dass im Jnana-Yoga Fragen über das eigene Ich gestellt werden, wie zum Beispie:l „Wer bin ich ?“; „Was ist der Sinn des Lebens ?“; „Wohin führt mich mein Leben ?“; oder „Was verstehe ich unter Glück?“ Im Jnana-Yoga geht es um Meditationstechniken, um Reinkarnation und die Bedeutung des eigenen Karma. Das Ziel dieser Yogaform ist es, mehr über sich selbst zu erfahren.

Im Raja-Yoga geht es um die Beherrschung des Geistes, um das Zusammenleben mit dem eigenen Geist in einer Einheit und um die Funktion des Geistes. Dabei werden mentale Techniken und Meditation verwendet. Zu den Übungen des Raja-Yoga gehören Visualisierung, Affirmationen und Selbstbeobachtung.

Kundalini-Yoga beschäftigt sich vor allem mit Energie. Hier steht die Energie, die den Körper umgibt und im Körper fließt im Mittelpunkt. Damit sind die Chakren (Energiezentren) und Nadis (Energiekanäle) gemeint. Kundalini-Yoga umfasst Übungen zur Reinigung der Energiebahnen, um den Körper wieder in ein Gleichgewicht zu bringen und auch die verschiedenen Chakren (Energiezentren) zu harmonisieren. Die Liebe zu Gott steht in dieser Yogaform im Vordergrund. So geht es um Gebete, Mantras und verschiedenen Rituale, die dazu beitragen sollen, das Herz für Gott zu öffnen, um mit ihm Zwiesprache halten zu können.

Wie der Name schon sagt, beschäftigt sich Karma-Yoga mit dem ganz individuellen Schicksal. Es soll den Menschen lehren, das Schicksal als Chance zu sehen, mithilfe verschiedener Übungen die richtigen Entscheidungen zu treffen und diese positiv in das eigene Leben zu integrieren. Karma-Yoga lehrt, das Leben in einer Gemeinschaft zu führen, und sich dort als Teil der Gesamtheit wohl zu fühlen.

Yoga ist demnach ein komplexes System, das den Menschen als Ganzheit von Körper, Seele und Geist betrachtet. Der Mensch kann sich aus der Vielzahl von Yoga-formen die für ihn Richtige heraussuchen, um zum Beispiel mehr für den Körper oder aber den eigenen Geist zu tun.

Anwendungsbereiche für Yoga

Yoga wird in der westlichen Welt vor allem zur Entspannung eingesetzt. So wird versucht, mit Hilfe bestimmter Übungen, den Geist zur Ruhe zu bringen, was sich letztlich auf den ganzen Körper positiv auswirken kann. Yoga kommt häufig bei Rückenschmerzen zum Einsatz. Es existieren speziellen Übungen, die den Rücken und auch die Muskulatur stärken, aber auch gleichzeitig entspannen. Weitere Einsatzbereiche sind Kopfschmerzen und Nackenverspannungen. Personen, die unter Schlafstörungen leiden, profitieren von gezielten Übungen, die ihren Geist beruhigen und somit eine innere Gelassenheit fördern. Yoga sorgt für Vitalität, kann das Immunsystem stärken und verbessert die Konzentration. Zudem lässt sich mit Hilfe von Yoga-Übungen auch bei Erkrankungen, wie zum Beispiel akuten Gelenkentzündungen, Rheumaschüben, Herzinfarkten oder Krebs durchaus eine positive Wirkung erzielen, gehört hier jedoch in die Hand eines erfahrenen Therapeuten.

Erlernen von Yogatechniken

Yoga kann alleine oder auch in Gruppen durchgeführt werden. Um zuerst die wichtigsten Übungen, deren genaue Ausführung und deren Einsatzbereiche zu erlernen, ist es ratsam einen Yogakurs zu besuchen. Diese werden in Vereinen, in Volkshochschulen aber auch von privaten Lehranstalten oder Privatlehrern angeboten. Ist eine Grundbasis vorhanden, so kann auch zuhause geübt werden. Da das klassische Yoga und dessen gesundheitsfördernde Wirkung wissenschaftlich anerkannt sind, übernehmen einige Krankenkassen auch die Kosten für die Yogakurse.

Kontraindikationen für Yoga

Während einer akuten fiebrigen Erkältung oder gar Grippe sollte auf Yoga verzichtet werden. Für Schwangere gibt es spezielle Yogaübungen, die jedoch unbedingt unter fachmännischer Leitung ausgeführt werden sollten. (sw)