Achillessehnenschmerzen
Achillessehnenschmerzen / Schmerzen an der Achillessehne
Eine äusserst hartnäckige Symptomatik ist das Auftreten von Beschwerden der Achillessehne. Schaut man im Internet, so findet man kaum ein Forum von Sportlern (speziell Läufer, Jogger, Hochspringer, Fußballspieler, etc), in dem nicht Betroffene ihre Problematik und ihren nicht enden wollenden Leidensweg schildern.
Immer wieder findet man Hinweise drauf, daß es die stärkste und breiteste Sehne unseres Körpers ist und sie Belastungen von 800 kg aushalten kann. Doch trotz ihrer Robustheit haben viele Menschen Beschwerden in dieser anatomischen Struktur. Schmerzen treten häufig im Anlaufen nach einer Ruhephase auf, d.h. die ersten Schritte nach dem Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen oder nach Belastung direkt am Ansatz der Achillessehne und können bis in die Wade ziehen. Der Ansatz der Achillessehne am Hacken ist oft geschwollen und es gibt schmerzhafte Druckpunkte. Es kommt teilweise zum Reissen der Achillessehne und das bedeutet gerade für viele Sportler eine massive Einschränkung bis Ende ihrer Aktivitäten.
Zum Verstehen der Hintergründe der Problematik muß man wissen, daß die Muskeln von dünnen Hüllen umgeben sind, die es unter anderem möglich machen, daß die Muskeln aufeinander gleiten- die sogenannten Faszien. Sie bilden auch die Zwischenräume zwischen den Muskeln, in den Nerven, Venen und Arterien verlaufen.
Wenn es hier zu Verklebungen in diesen Zwischenräumen kommt, ist die Gleitfähigkeit und die Ver- und Entsorgung der gesamten Region und besonders der Achillessehne, betroffen. Denn ihre Versorgung ist sehr störanfällig aufgrund der massiven Dicke und Länge. Besonders im unteren Drittel, wo auch viele Menschen mit Achillesehnenschmerzen ihre Beschwerden angeben, ist die Ver- und Entsorgung sehr leicht zu beeinflussen.
Die beiden Wadenmuskeln, die die Achillessehne bilden enden an der Kniekehle, aber ihre Faszie geht weiter über in den Oberschenkel und bis in das Gesäss. Auch die Spannung der Fußsohle mit ihrer derben bindegewebigen Faszie (Plantarfaszie) kann die Spannung der Achillessehne beeinflussen und verstärken. Bei einem einseitigen Auftreten von Beschwerden muß natürlich auch eine mögliche Asymmetrie in der Belastung- folglich müssen die Verhältnisse im Becken untersucht und gegebenfalls behandelt werden.
So ist es ersichtlich, warum bei einer Achillessehnensymptomatik die gesamte Statik berücksichtigt werden muss. Aber auch nichtmechanische Ursachen wie Stoffwechselproblematiken und hohes Lebensalter können eine Rolle spielen und die Festigkeit und Durchblutung der Achillessehne vermindern. Die Einnahme von Medikamenten wie bestimmten Antibiotika, Cortison und Zytostatika (sie stören Stoffwechselvorgänge- werden häufig in der Krebstherapie eingesetzt) ist dabei genauso als Faktor anzusehen wie Erkrankungen wie Diabetes (Zuckerkrankheit), generelle Durchblutungsstörungen, Gicht, Rheuma und Autoimmunkrankheiten. (Heilpraktiker Thorsten Fischer, 18.10.2009)