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Drückgeschwüre bei der Pflege vermeiden

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
24. September 2015
in News
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Bettlägerige Pflegebedürftige entwickeln häufig ein Druckgeschwür
Bleiben ältere, pflegebedürftige Menschen lange in einer Position liegen oder sitzen, besteht das Risiko von Druckgeschwüren, die durch den anhaltenden äußeren Druck auf die Haut entstehen, berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seinem Patienteninformationsportal. Wenn Patienten länger stillsitzen oder liegen müssen, sei es daher notwendig, die am meisten gefährdeten Körperstellen zu entlasten, selbst wenn die Betroffenen nur für ein paar Tage in der Position verweilen. Durch regelmäßiges Umlagern und Drehen könne die Bildung eines Druckgeschwürs (Dekubitus) vermieden werden.

Die meisten Menschen bewegen sich selbst im Sitzen oder Liegen ständig, doch sehr schwache, gelähmte oder bewusstlose Patienten bleiben teilweise sehr lange unbeweglich in einer Position liegen oder sitzen, so der Hinweis des IQWiG. Dies habe ein deutlich erhöhtes Risiko für Druckgeschwüre zur Folge, weshalb bei der Pflege der Betroffenen besonders auf regelmäßige Positionswechsel zu achten sei. Auch können spezielle Sitz- oder Liegeflächen den Druck etwas abfangen, berichtet das IQWiG. Beispielsweise helfe eine besondere Matratze oder eine druckentlastende Auflage. Zudem sollten kritische Stellen am Körper der Betroffenen regelmäßig überprüft werden, damit bei ersten Anzeichen eines Druckgeschwürs schnell reagiert werden kann.

Offene Wunden durch anhaltenden Druck
Druckgeschwüre entstehen als offene Wunden durch anhaltenden Druck auf die Haut fast immer an Stellen, wo sich Knochen direkt unter der Haut befinden, berichtet das IQWiG. So seien diese zum Beispiel vermehrt am Steißbein, an den Fersen, Hüften, Schulterblättern, Knöcheln, Ellenbogen, am Ohr und am Hinterkopf festzustellen. Drückt beim Liegen oder Sitzen ständig das Körpergewicht auf diese Stellen, kann die Haut nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Hierdurch werde sie dünner und beginne schlimmstenfalls abzusterben, so die Mitteilung des IQWiG. Die Folge sind offene Wunden, die sehr schmerzhaft sein können und oftmals nur schwer abheilen.

Diabetes ein Risikofaktor
Besonders gefährdet sind laut Aussage der Experten Menschen mit Lähmungen, da sie in den betroffenen Körperteilen häufig gar keinen Druck und auch keine Schmerzen mehr spüren. Auch Patienten, die seit Jahren an Diabetes leiden, zeigen mitunter ein eingeschränktes „Schmerzempfinden, sodass sie nicht bemerken, wenn eine Stelle zu lange belastet wird“, berichtet das IQWiG. Gleichzeitig könne Diabetes zu Störungen der Durchblutung führen. Solche Durchblutungsstörungen wie zum Beispiel auch aufgrund veränderter, verengter Blutgefäße (Arteriosklerose) verstärken laut Aussage der Experten die Unterversorgung der druckbelasteten Hautstellen. Ein weiterer Risikofaktor sei Unterernährung, da Menschen, die kaum Fettpölsterchen haben und nur wenig essen und trinken, eine dünnere, schlechter durchblutete und weniger widerstandsfähige Haut haben. Nicht zuletzt werde die Entstehung eines Dekubitus begünstigt, wenn die Haut über Stunden Urin, Kot oder Schweiß ausgesetzt ist.

Regelmäßige Kontrollen des Hautbildes erforderlich
Die Kontrolle der Haut können die Patienten laut Angaben des IQWiG mitunter sogar selbst übernehmen. Ein Spiegel bilde hier ein gutes Hilfsmittel. Menschen, die sich aus eigener Kraft nicht umdrehen können, seien jedoch auf die Hilfe anderer angewiesen, auch weil die meisten gefährdeten Stellen an der Körperrückseite liegen. Zwar entwickle sich nicht jede Wunde oder Hautverletzung zu einem Druckgeschwür, doch Vorsicht ist angesichts der drohenden Komplikationen dringend geboten. Um den Schweregrad eines Druckgeschwürs zu beurteilen, orientieren sich Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte laut Angaben des IQWiG meist an einer Einteilung in vier unterschiedliche Stadien. Im ersten Stadium ist die Haut lediglich leicht rötlich gefärbt und überwärmt. Im zweiten Stadium zeigen sich oberflächlich Schädigungen zum Beispiel in Form einer Blase oder Abschürfung. Im dritten Stadium sind alle Hautschichten zerstört und es ist eine tiefe Wunde vorhanden, die bis zu den Muskelschichten reichen kann. Das vierte Stadium wird durch eine weitreichende Zerstörung des Gewebes mit entsprechender Nekrose gekennzeichnet, wobei die Schädigung auch Muskeln und Knochen einschließen kann. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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