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Darmflora beeinflusst Krebstherapien: Was ist bisher bekannt?

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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19. Januar 2026
in News
Darstellung des Darmmikrobioms
Die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst den Erfolg moderner Krebstherapien. (Bild: nobeastsofierce/stock.adobe.com)
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Die Darmflora beeinflusst den Erfolg moderner Krebstherapien und eine sogenannte Dysbiose kann auch einen Risikofaktor für Behandlungsresistenzen bilden. Anderseits könnte eine mikrobiombasierte Onkologie die therapeutischen Erfolge deutlich verbessern.

Ein französisch-italienisches Forschungsteam hat in einer Übersichtsarbeit untersucht, welchen Einfluss die Zusammensetzung und Funktion der Darmmikroben auf die Wirksamkeit von Krebstherapien mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Cell Research“ veröffentlicht.

Darmflora beeinflusst Krebstherapie

Verschiedene frühere Studien haben bereits darauf hingedeutet, dass die Zusammensetzung der Darmflora das Krebsrisiko und auch den Erfolg von Krebstherapien beeinflussen kann. Beispielsweise berichteten Forschende der Cornell University erst vor wenigen Monaten in dem Fachmagazin „Cell“, dass bestimmte Darmbakterien krebsbekämpfende Gallensäuren freisetzen können.

Insgesamt gilt das Darmmikrobiom heute als entscheidender Faktor für das Ansprechen von Krebspatientinnen und -patienten auf die Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren und eine Dysbiose der Darmflora wird als möglicher Risikofaktor für Behandlungsresistenzen betrachtet.

Welche Zusammenhänge bestehen?

Das Verständnis der konkreten Zusammenhänge bleibt jedoch unzureichend, beginnend bei den uneinheitlichen Definitionen von Dysbiose über fehlende Biomarker bis hin zu begrenzten Erklärungen der zugrundeliegenden Mechanismen, so das französisch-italienische Forschungsteam.

In der Übersichtsarbeit betrachteten die Fachleute daher die Zusammenhänge zwischen den Darmmikrobiota und der Wirksamkeit von Immun-Checkpoint-Inhibitoren-Therapien.

„Anhand retrospektiver Analysen metagenomischer Datensätze von Tausenden von Patienten und gesunden Kontrollpersonen untersuchen wir mikrobielle Muster, die Responder von Non-Respondern unterscheiden“, erläutert das Forschungsteam.

Außerdem wurde laut den Forschenden auch der Einfluss einer Dysbiose auf immunregulatorische Prozesse wie den Gallensäurestoffwechsel, die Darmpermeabilität und die mukosale Immunmodulation ermittelt.

Modulation der Krebstherapie als Option

Und nicht zuletzt bewerteten die Forschenden den Nutzen von therapeutischen Strategien zur Modulation der Darmflora wie Ernährungsumstellungen oder Stuhltransplantationen bei der Krebstherapie.

Die Übersichtsarbeit verdeutlicht, dass ein besseres Verständnis der Interaktionen zwischen Darmflora und Immunsystem sowie entsprechende Umsetzungen in der mikrobiombasierten Onkologie neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen und den Erfolg von Immuntherapien deutlich verbessern können. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Andrew Allan Almonte, Simon Thomas, Valerio Iebba, Guido Kroemer, Lisa Derosa, Laurence Zitvogel: Gut dysbiosis in oncology: a risk factor for immunoresistance; in: Cell Research (veröffentlicht 16.01.2026), nature.com
  • Wen-Bing Jin, Leyi Xiao, Mingeum Jeong, Nicholas Collins, David Artis, et al.: Microbiota-derived bile acids antagonize the host androgen receptor and drive anti-tumor immunity; in: Cell (veröffentlicht 15.04.2025), cell.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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