Eine Heilpflanze aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) enthält den Wirkstoff Epi-Berberin, der zur Linderung von chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten beitragen kann. Epi-Berberin hemmt offenbar die Darmentzündungen und stärkte die Darmbarriere bei Colitis ulcerosa.
Welche therapeutische Wirkung Epi-Berberin bei der chronisch-entzündlichen Darmkrankheit entfalten kann, haben Forschende der Henan University of Chinese Medicine in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Chronische Darmentzündung nicht heilbar?
Chronisch-entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind gekennzeichnet durch einen schubweisen Verlauf mit wiederholten Remissionen und Rückfällen, wobei vor allem Durchfall (gegebenenfalls mit Blut im Stuhl) und krampfartige Bauchschmerzen zu den typischen Symptomen zählen.
Eine gezielte Heilung ist mit den bisherigen Behandlungsmethoden zwar nicht möglich, doch kann zum Beispiel die richtige Ernährung eine Remission chronischer Darmentzündungen fördern, wie Forschende erst kürzlich in dem Fachmagazin „Digestive and Liver Disease“ berichteten.
Kann Epi-Berberin helfen?
Auch stehen verschiedene Medikamente (beispielsweise Kortikosteroide und Immunsuppressiva) zur Linderung der Symptome zur Verfügung, bei denen allerdings durchaus gravierende Nebenwirkungen drohen. So bleiben alternative Wirkstoffe weiterhin dringend gesucht.
Ob das Epi-Berberin aus der traditionellen chinesischen Heilpflanze Huang Lian (Coptidis Rhizoma; Goldfadenwurzelstock) einen Beitrag zur Behandlung von Colitis ulcerosa leisten kann, untersuchten die Forschenden nun in einer ersten präklinischen Studie an Mäusen.
Darmentzündung deutlich gelindert
Dabei zeigte sich, dass hochdosiertes Epi-Berberin (200 mg/kg) unter anderem die Darmbarriere stärkte, die Darmentzündung linderte und den Krankheitsaktivitätsindex reduzierte, berichtet das Team.
In weiteren Untersuchungen konnten die Forschenden auch die zugrundeliegenden Mechanismen identifizieren, die bei der positiven Wirkung von Epi-Berberin eine Rolle spielen. Insbesondere der Einfluss auf den sogenannten PI3K-Akt- und den MAPK-Signalweg scheint demnach entscheidend.
Hoffnung auf neue Therapien
Insgesamt liefern die Studienergebnisse eine vielversprechende präklinische Grundlage für die Entwicklung neuer Behandlungsansätze gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen auf Basis von Epi-Berberin. In weiteren Studien gilt es nun die Wirkung bei Menschen zu überprüfen (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Bingyu Chen, Ke Liu, Yaya Guo, Jingwei Zhao, Yanhua Wang: Epi-Berberine Alleviates Ulcerative Colitis, Protects the Intestinal Mucosal Barrier, and Inhibits Colonic Inflammation via Glutaminyl-Peptide Cyclotransferase in a Mouse Model of DSS-Induced Colitis; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 12.03.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Aaron E. Walfish: Übersicht zu entzündlichen Darmerkrankheiten; in: MSD Manuals (Stand 13.03.2026), msdmanuals.com
- Lucile Fontaine, Sophie Geyl, et al.: Diet and clinical remission in patients with inflammatory bowel disease: A multicenter cross-sectional study; in: Digestive and Liver Disease (veröffentlicht 30.12.2025), sciencedirect.com
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









