Übermäßiger Stress gefährdet die Gesundheit und einfache Möglichkeiten zum Stressabbau sind dringend gesucht. Ein neue Studie identifiziert drei Faktoren, die bei der Stressresilienz einen besonders starken Einfluss haben.
Forschende der Binghamton University (USA) haben mögliche Zusammenhänge zwischen der Stressresilienz, der Ernährung und verschiedenen Lebensstilfaktoren untersucht, wobei der Einfluss der sogenannten psychischen Flexibilität besonders im Fokus stand. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of American College Health“ veröffentlicht.
Stress belastet die Gesundheit
Eine zu hohen Stressbelastung kann nicht nur psychische, sondern auch körperliche Folgen haben und nicht zuletzt verändert Stress die Zusammensetzung der Darmflora, wodurch einige der negativen Folgen vermittelt werden, wie eine Studie aus dem vergangenen Jahr belegt.
Welche Faktoren beeinflussen die Stressresilienz?
Anhand der Befragung von 401 Studierenden im Durchschnittsalter von 19 Jahren überprüften die Forschenden nun, welchen Einfluss verschiedene Lebensstilfaktoren und die Ernährungsqualität auf die Stressresilienz haben und inwiefern die psychische Flexibilität hierbei eine vermittelnde Rolle spielt.
Die psychische Flexibilität beschreibt die Fähigkeit, Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen auf veränderte Situationen ausgewogen und konstruktiv anzupassen, erklären die Fachleute. Anstatt in Stresssituationen in eine Art mentale Starre zu verfallen, seien psychisch flexible Menschen in der Lage, Abstand zu gewinnen, ihre Emotionen zu verarbeiten und konstruktiv zu reagieren.
„Sie kennen vielleicht jemanden, der in stressigen Situationen die Ruhe bewahrt. Diese Person mag zwar gestresst sein, kann aber dank ihrer psychischen Flexibilität besser damit umgehen“, ergänzt die Studienautorin Prof. Lina Begdache.
Daher interessierten sich die Forschenden besonders für die Auswirkungen von Ernährung, Bewegung und verschiedenen Lebenstilfaktoren auf die psychische Flexibilität.
Drei besonders wichtige Faktoren
Die Auswertung der Befragungsergebnisse ergab, dass folgende drei Aspekte bei der psychischen Flexibilität und der Stressresilienz eine besondere Rolle spielen:
- regelmäßiges Frühstück (fünfmal oder öfter pro Woche),
- ausreichend Schlaf (mindestens sechs Stunden)
- und tägliche körperliche Aktivitäten (mehr als 20 Minuten).
Durch das regelmäßige Frühstücken und die Bewegung steigen laut den Forschenden die psychische Flexibilität und die Stressresilienz, während ein Schlafpensum unter sechs Stunden beides verringere. Zudem werde die psychische Flexibilität durch den Konsum von Fast Food ebenfalls verringert.
Frühstück, Bewegung & ausreichend Schlaf
Wer sich gestresst fühlt, sollte demnach auf eine regelmäßiges gesundes Frühstück, Bewegung und eine erholsame Nachtruhe achten. Hiervon kann auch die psychische Flexibilität profitieren, die es uns ermöglicht, unsere Denkweise in Bezug auf eine Situation zu verändern und dann unsere kognitiven Ressourcen zu nutzen, um mit dem Stress umzugehen, resümiert Prof. Begdache. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Binghamton University: Want to handle stress better? Start with breakfast, sleep, and exercise (veröffentlicht 17.03.2026), eurekalert.org
- Lina Begdache, Jason Cherry, Alexander J. Talkachov: Dietary and lifestyle factors and resilience: the role of psychological flexibility as a mediator; in: Journal of American College Health (veröffentlicht 30.12.2025), tandfonline.com
- Lina Begdache, Amera Al-Amery, Katerina K. Nagorny, Ushima Chowdhury, Lexis R. Rosenberg, Zeynep Ertem: The Interplay of Food Insecurity, Resilience, Stress Mindset, and Mental Distress: Insights From a Cross-Sectional Study; in: Health Science Reports (veröffentlicht 29.04.2025), onlinelibrary.wiley.com
- Isabel Garcia, Fatmanur Kilic, Chris-Ann Bryan, Jose Castro-Vildosola, Sai Anusha Jonnalagadda, Akhila Kasturi, Jaqueline Tilly, Jordyn Smith, Sofia Valentin, Sergio Moncayo, Tamara Hala, Eric Klein, Brian F. Corbett: Social stress changes gut microbiome composition in male, female, and aggressor mice; in: Brain, Behavior, & Immunity - Health (veröffentlicht 05.11.2025), sciencedirect.com
Wichtiger Hinweis:
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