Bei Osteoporose ist nicht nur das Risiko für Knochenbrüche erhöht, sondern auch das frühzeitige Sterberisiko scheint deutlich zu steigen – zumindest bei postmenopausalen Frauen. Im Umkehrschluss könnten Verbesserungen der Knochenmineraldichte auch deren Lebenserwartung erhöhen.
Welche Zusammenhänge zwischen der Knochenmineraldichte, osteoporotischen Frakturen und dem frühzeitigen Sterberisiko bei postmenopausalen Frauen bestehen, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Menopause“ veröffentlicht.
Osteoporose weit verbreitet
Osteoporose ist eine weit verbreitete Knochenkrankheit und durch einen Rückgang der Knochenmineraldichte und vermehrte Knochenbrüche gekennzeichnet. Weltweit lag die Prävalenz der Erkrankung im Jahr 2022 bei 19,7 Prozent, wobei Frauen häufiger betroffen waren als Männer, erläutern die Forschenden.
Zudem sei aus früheren Studien bekannt, dass postmenopausale Frauen innerhalb eines Jahres nach einer Hüft- oder Wirbelkörperfraktur eine signifikant höhere Sterblichkeitsrate aufweisen. Ob konkrete Zusammenhänge zwischen der Knochenmineraldichte und einem frühzeitigen Sterberisiko bestehen, sei bislang allerdings unklar geblieben.
Anhand der Daten von insgesamt 2.977 postmenopausalen Frauen aus dem National Health and Nutrition Examination Survey für die Jahre 2005 bis 2018 untersuchte das Forschungsteam daher nun, ob die Knochenmineraldichte, gemessen an vier Stellen des Oberschenkelknochens, mit der Mortalität zusammenhängt.
Erhöhtes Sterberisiko bei Osteoporose
Das Sterberisiko innerhalb des Beobachtungszeitraums fiel bei den Frauen signifikant höher aus, sobald die Knochenmineraldichte des Oberschenkelknochens den Schwellenwert für Osteoporose erreichte oder osteoporotische Frakturen vorlagen, berichtet das Team.
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Nach Berücksichtigung aller potenziellen Einflussfaktoren war Osteoporose laut den Fachleuten mit einem um bis zu 47 Prozent erhöhten frühzeitigen Sterberisiko verbunden. Die Risikoerhöhung sei dabei in dem Bereich der Knochenmineraldichte von 0,46 bis 0,71 g/cm² des gesamten Oberschenkelknochens besonders hoch ausgefallen.
Frühzeitig gegensteuern
„Osteoporose bleibt nach der Menopause oft eine stille Bedrohung – trotz ihrer tiefgreifenden Auswirkungen auf das Leben von Frauen: von Größenverlust, Gleichgewichtsstörungen und eingeschränkter Mobilität bis hin zu körperlichen Verformungen, Schmerzen und sogar vorzeitigem Tod“, kommentiert die stellvertretende medizinische Direktorin der Menopause Society, Dr. Monica Christmas die Studienerebnisse.
Präventive Maßnahmen wie eine kalziumreiche Ernährung (vorzugsweise aus natürlichen Nahrungsquellen), regelmäßige körperliche Betätigung unter Belastung sowie gegebenenfalls eine Hormontherapie könnten hier helfen, nicht nur die Knochgesundheit zu verbessern, sondern auch das frühzeitige Sterberisiko zu senken.
Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass die Knochenmineraldichte des Oberschenkelknochens und Osteoporose auf ein frühzeitiges Sterberisiko bei postmenopausalen Frauen hinweisen können, wobei das Mortalitätsrisiko innerhalb bestimmter Knochendichtebereiche offenbar besonders hoch ausfällt. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Zheng Zhang, Peng Gu, Yanqing Jia, Zhiwei Jia, Tang Hao, Shukui Han, Yonghao Wen, Cheng Yang, Shuxi Ye, Wucai Yang, Jiaqing Zhong, Qin Chen: Femoral bone mineral density and mortality risk in postmenopausal women: a National Health and Nutrition Examination Survey cohort study; in: Menopause (veröffentlicht 12.05.2026), journals.lww.com
- The Menopause Society: Osteoporosis could prove deadly in postmenopausal women (veröffentlicht 13.05.2026), eurekalert.org
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