Die pflanzlichen Wirkstoffe Curcumin und Berberin können bei einer kombinierten Anwendung einen hilfreichen Beitrag zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen leisten, von der nichtalkoholischen Fettleber bis hin zu Alzheimer und Krebs.
Welche therapeutische Wirkung die kombinierte Anwendung von Curcumin und Berberin bei unterschiedlichen Erkrankungen entfaltet, haben Forschende in einer aktuellen Übersichtsarbeit untersucht, deren Ergebnisse in dem Fachmagazin „Molecular Biology Reports“ veröffentlicht sind.
Zwei besondere Pflanzenstoffe
Curcumin ist eine polyphenolische Verbindung aus Kurkuma und Berberin ein sogenanntes Isochinolin-Alkaloid, das in höheren Konzentrationen in Berberitzen vorkommt, aber auch aus chinesischem Goldfaden extrahiert werden kann.
Für beide Pflanzenstoffe sind umfängliche positive Gesundheitseffekte belegt und beispielsweise kam eine Studie aus dem vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass Curcumin ein wirksamer Pflanzenstoff gegen Entzündungen ist und eine andere Forschungsarbeit zeigt, dass der Pflanzenstoff auch bei Diabetes helfen kann.
Ebenso wurden bereits antimikrobielle, krebshemmenden und leberschützende Eigenschaften sowie verschiedene weitere vorteilhafte Gesundheitseffekte für Curcumin nachgewiesen.
Berberin ist seinerseits vor allem für seine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System bekannt, die zuletzt in einer Forschungsarbeit vor wenigen Monaten bestätigt wurde. Dies kam zu dem Schluss, dass der Wirkstoff aus Berberitze nachweisbar die Blutgefäße schützt.
Darüber hinaus bewirkt Berberin auch zahlreiche weitere positive Gesundheitseffekte wie zum Beispiel eine Stärkung der Darmflora, eine erhöhte Insulinsensitivität und einen verbesserten Fettstoffwechsel.
Wie wirksam ist die kombinierte Einnahme?
Welchen therapeutischen Nutzen die kombinierten Anwendung von Curcumin und Berberin bei unterschiedlichen Erkrankungen haben kann und welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen, überprüften die Forschenden nun anhand einer Auswertung der verfügbaren Studien.
Unter anderem wurde die Wirkung gegen nichtalkoholische Fettlebererkrankungen, verschiedene Malignome (bösartige Tumore), die Alzheimer-Krankheit, kardiovaskuläre Erkrankungen und das Reizdarmsyndrom untersucht.
Nachweisbare pharmakologische Eigenschaften
Dabei zeigten sich vielfältige pharmakologische Eigenschaften wie eine potente antioxidative, entzündungshemmende, antimikrobielle und antikanzerogene Wirkung, berichtet das Team.
Die Kombination von Curcumin und Berberin moduliere die Darmflora, unterdrücke lipogene und entzündliche Signalwege und aktiviere die PI3K/Akt- sowie die PPARγ-Signalübertragung, wodurch sie nichtalkoholische Fettlebererkrankungen lindere.
Antimikrobiell & krebshemmend
Die Wirkung gegen Krebs beruhe vor allem auf einer Förderung der Apoptose (programmierter Zelltod), der Hemmung des PI3K/Akt/mTOR-Signalwegs und der Veränderung des Tumormikromilieus.
Indem sie Biofilme aufbrechen und reaktive Sauerstoffspezies erzeugen, entfalten die Pflanzenstoffe eine starke antimikrobielle Wirkung, mit der sie auch Krankheitserreger wie Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) beseitigen, berichten die Forschenden weiter.
Darüber hinaus könne die kombinierte Anwendung auch die Aggregation von Amyloid-beta reduzieren, die als wichtiges Merkmal von Alzheimer gilt. Zudem werde die Autophagie gefördert und die Neuroinflammationen reduziert, was der neurodegenerativen Erkrankung entgegenwirke.
Insgesamt verdeutlicht die Übersichtsarbeit die vielseitigen therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten von Curcumin und Berberin, wobei jedoch die eine ärztliche Rücksprache vor der Einnahme dringend geboten bleibt, auch angesichts möglicher Wechselwirkungen mit anderen Therapeutika. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Sahar Ghoflchi, Reyhane Ghayour Vatanparast, Mohammad Jalili-Nik, Prashant Kesharwani, Hossein Hosseini & Amirhossein Sahebkar: Emerging roles of combined curcumin and berberine in disease modulation: a comprehensive review of mechanisms and therapeutic relevance; in: Molecular Biology Reports (veröffentlicht 22.05.2026), springer.com
- Miriam Cerullo, Federica Armeli, Beatrice Mengoni, Martina Menin, Maria Luisa Crudeli, et al.:Curcumin Modulation of the Gut–Brain Axis for Neuroinflammation and Metabolic Disorders Prevention and Treatment ; in: Nutrients (veröffentlicht 24.05.2025), mdpi.com
- Rufaida Wasim, Sumaiya Azmi, Mohammad Owais, Aamir Anwar: Curcumin in Type 2 Diabetes Mellitus: A Natural Approach to Modulating Metabolic Dysfunction; in: Drug Research (veröffentlicht 02.06.2025), thieme-connect.com
- Jinxiang Chen, Yumeng Yang, Haiyang Li, Junjing Xiong, Liqun Wang, Chunxiang Zhang, Mao Luo: A Novel Mechanism of Berberine Targeting EIF2AK2 Dimerization Attenuates Methylglyoxal-Induced Endothelial Senescence and Apoptosis; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 11.01.2026), onlinelibrary.wiley.com
Wichtiger Hinweis:
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