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Abnehmen: Jo-Jo-Effekt weniger schädlich als angenommen

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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26. Juni 2026
in News
Arzt misst bei übergewichtiger Frau den Bauchumfang
Diäten führen oftmals zu dem sogenannten Jo-Jo-Effekt. Dies ist jedoch kein Grund zum Verzicht auf die Abnehmversuche. (Bild: andriano_cz/stock.adobe.com)
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Der Jo-Jo-Effekt nach Diäten wird mit so schwerwiegenden gesundheitlichen Nachteilen assoziiert, dass manche aus diesem Grund komplett auf Abnehmversuche verzichten. Doch ist der Jo-Jo-Effekt möglicherweise weniger schädlich, als bisher vermutet.

Welche nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen durch den Jo-Jo-Effekt drohen, haben Professor Faidon Magkos von der Universität Kopenhagen und Professor Norbert Stefan vom Universitätsklinikum Tübingen in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „The Lancet Diabetes & Endrocrinology” veröffentlicht.

Gewichtsschwankungen besonders schädlich?

Verschiedene frühere Forschungsarbeiten deuteten darauf hin, dass wiederholte Gewichtsschwankungen negative Gesundheitseffekte mit sich bringen, die möglicherweise sogar schwerwiegender sind, als bei dauerhaftem Übergewicht.

Beispielsweise wurden eine Erhöhung der Fettmasse, ein Verlust von Muskelmasse, Beeinträchtigungen des Stoffwechsels sowie ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem Jo-Jo-Effekt in Zusammenhang gebracht, erläutern die Forscher.

Vor rund zwei Jahren kamen Fachleute der North Carolina State University in einer Studie sogar zu dem Schluss, dass die meisten Menschen besser nie Diät machen sollten. Ein Fazit, dass durchaus für Diskussionen sorgte.

Auf Basis der verfügbaren Forschungsarbeiten haben Professor Magkos und Professor Stefan nun analysiert, welche Auswirkungen wiederholte Gewichtsschwankungen auf das Körpergewicht, die Körperzusammensetzung, den Energiestoffwechsel und die Stoffwechselfunktionen tatsächlich haben.

Kein ursächlicher Zusammenhang

Dabei zeigte sich, dass die Zusammenhänge zwischen Jo-Jo-Effekt und schlechter Gesundheit häufig nicht als ursächliche Beziehungen belegt sind, berichten die beiden Experten.

„Wenn man bestehende Erkrankungen, das Alter und die allgemeine Belastung durch Übergewicht berücksichtigt, verschwinden die vermeintlich schädlichen Auswirkungen des Jo-Jo-Effekts weitgehend“, so Professor Stefan. Die erneute Gewichtszunahme sei nicht gleichbedeutend mit Schaden.

Zwar gehen bei den Menschen mit Gewichtsschwankungen viele der gesundheitlichen Vorteile einer Gewichtsabnahme mit der erneuten Gewichtszunahme wieder verloren, dies bedeute jedoch nicht, dass es den Betroffenen danach schlechter geht als vor der Gewichtsabnahme.

„Wenn das Gewicht wieder zunimmt, nähert man sich wieder einem ähnlichen Risikoniveau wie zuvor – und überschreitet es nicht. Es besteht ein entscheidender Unterschied zwischen dem Verlust von Vorteilen und dem Entstehen von Schäden“, betont Professor Magkos.

Vorteile überwiegen mögliche Nachteile

„Viele Menschen verzichten auf eine Gewichtsabnahme, weil sie befürchten, dass eine spätere Gewichtszunahme ihrem Körper oder Stoffwechsel schaden könnte. Unsere Auswertung zeigt, dass diese Bedenken größtenteils unbegründet sind. In den meisten Fällen überwiegen die Vorteile einer Gewichtsabnahme die potenziellen Risiken einer späteren Gewichtszunahme“, so Magkos weiter.

Mehre große Studien deuten laut den Fachleuten zudem darauf hin, dass für die gesundheitlichen Risiken nicht die Gewichtsschwankungen, sondern vielmehr das Ausmaß des Übergewichts entscheidend sind. Ein zwischenzeitlicher Gewichtsverlust könne dabei zu bedeutsamen Phasen verbesserter Stoffwechselgesundheit und Lebensqualität beitragen.

„Übergewichtige Menschen sollten nicht davon abgehalten werden, eine Gewichtsabnahme zu versuchen, auch wenn ihnen die langfristige Gewichtserhaltung schwerfällt. Fehlgeschlagene Abnehmversuche sind nicht schädlich, ein vollständiges Aufgeben hingegen schon“, so das Fazit der Forscher. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Faidon Magkos, Norbert Stefan: Is weight cycling clinically harmful?; in: The Lancet Diabetes & Endrocrinology (veröffentlicht 14.05.2026), thelancet.com
  • University of Copenhagen: Why ‘yo-yo dieting’ may not be as harmful as often believed (veröffentlicht 24.06.2026), eurekalert.org
  • Lynsey Romo, Sydney Earl, Katelin A. Mueller, Mary Obiol: A Qualitative Model of Weight Cycling; in: Qualitative Health Research (veröffentlicht 25.01.2024), journals.sagepub.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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