Bei Diabetes könnten Probiotika mit dem Bakterium Lactobacillus plantarum einen signifikanten Beitrag zur Behandlung leisten. In ersten Untersuchungen verbesserten die Milchsäurebakterien nicht nur die Blutzuckerwerte, sondern auch die Blutfettwerte und die Zusammensetzung der Darmflora.
Welchen Einfluss Lactobacillus plantarum bei Typ-2-Diabetes entfalten kann, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Food Bioscience“ veröffentlicht.
Probiotika zur Therapie?
Natürliche Ansätze zur Behandlung von Typ-2-Diabetes sind weiterhin dringend gesucht und angesichts des Einflusses der Darmbakterien auf das Diabetes-Risiko, den frühere Studien bereits nachgewiesen haben, ist zuletzt auch die gezielte Modulation der Darmflora verstärkt in den Fokus der Forschung gerückt.
Probiotika bilden einen möglichen Ansatz, um die Zusammensetzung der Darmflora zu beeinflussen, und bewährt sind unter anderem Präparate auf Basis von Lactobacillus plantarum. Dieses Bakterium kommt natürlicherweise zum Beispiel in Kefir, Sauerkraut, Kimchi und anderen fermentierten Produkten vor.
Inwiefern Lactobacillus plantarum LH36 vorteilhafte Effekte bei Typ-2-Diabetes entfalten kann, haben die Forschenden nun anhand von Mäusen untersucht. Neben den Auswirkungen auf physiologische Blutparameter und histopathologische Veränderungen wurden dabei auch die Einflüsse auf die Darmflora analysiert.
Verbesserte Blutzuckerregulation
Die orale Verabreichung von Lactobacillus plantarum LH36 verbesserte unter anderem die Blutzuckerregulation und die Insulinresistenz der Typ-2-Diabetes-Mäuse signifikant und führte zu einer deutlichen Verringerung der Schäden an Dickdarm und Leber, berichten die Forschenden.
Des Weiteren habe das Probiotikum die Stoffwechselstörungen bei T2D-Mäusen signifikant gelindert und zahlreiche Metaboliten positiv beeinflusst, darunter verschiedene langkettige Acylcarnitine, Diacylglycerole sowie Pentadecansäure. Und auch bei den Blutfettwerten beobachteten die Fachleute Verbesserungen.
Störungen der Darmflora beseitigt
Nicht zuletzt profitierte laut den Forschenden die Zusammensetzung der Darmflora von dem Probiotikum und vorliegende Störungen des Darmmikrobioms wurden beseitigt.
Insbesondere nahm bei den Bakterienstämmen der Anteil an Bacteroidetes zu, während der Anteil an Firmicutes abnahm und das Ungleichgewicht zwischen den Gattungen Lactobacillus und Butyrobacter wurde korrigiert, so das Forschungsteam weiter.
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Vielversprechende therapeutische Option
Lactobacillus plantarum entfaltete blutzuckersenkende Wirkungen, verbesserte die Insulinresistenz, senkte die Blutfettwerte, linderte pathologische Veränderungen in Dickdarm und Leber und beseitigte Störungen der Darmflora, fassen die Forschenden die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Damit liefert die Studie eine erste Grundlage für die Anwendung des Probiotikums als ergänzende Therapie bei Typ-2-Diabetes. Allerdings sind nun zunächst weitere Untersuchungen an Menschen erforderlich, bevor entsprechende Empfehlungen für die Einnahme von Lactobacillus plantarum ausgesprochen werden können. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Cuicui Duan a, Hui Liu a, Siyang Sui a, Hongru Wang a, Yinfei Xing b, Yixue Sun a, Lifan Liu a, Fumin Ma a, Xiaolei Li a, Dan Li:Exploration of the hypoglycemic effect and mechanism of Lactobacillus plantarum LH36 on type 2 diabetic mice through intestinal flora and non-targeted metabolomics; in: Food Bioscience (veröffentlicht 28.07.2026), sciencedirect.com
- Jinrui Cui, Gautam Ramesh, Martin Wu, Elizabeth T. Jensen, Osa Crago, et al.: Butyrate-Producing Bacteria and Insulin Homeostasis: The Microbiome and Insulin Longitudinal Evaluation Study (MILES); in: Diabetes (veröffentlicht 12.08.2022), diabetesjournals.org
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