Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Alanin können akute Missempfindungen in Form sogenannter Parästhesien auslösen. Auch sind die möglichen Risiken bei einer längerfristigen Anwendung unklar und Jugendlichen, Schwangeren, Stillenden sowie Personen im Alter über 65 Jahren wird von der Einnahme abgeraten.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) informiert in einer aktuellen Mitteilung über die möglichen Nebenwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln mit Beta-Alanin und weist ausdrücklich darauf hin, welche Personengruppen auf die Einnahme verzichten sollten.
Welche Wirkung hat Beta-Alanin?
Die Aminosäure Beta-Alanin wird im Körper endogen gebildet, kann allerdings auch über die Nahrung aufgenommen werden, wobei sie jedoch nur in tierischen Produkten wie Fisch und Fleisch vorkommt.
Bei einer omnivoren Ernährung werden rund 200 bis 400 Milligramm Beta-Alanin pro Tag aufgenommen, während bei vegetarischer Ernährung praktisch keine Aufnahme erfolgt, erläutert das BfR. Beta-Alanin könne jedoch auch über Nahrungsergänzungsmittel und angereicherte Lebensmittel zugeführt werden.
Vorteile für die Muskeln?
Im Körper ist Beta-Alanin ein wichtiger Baustein bei der Synthese von Carnosin, das seinerseits die Leistungsfähigkeit der Muskulatur erhöhen kann, insbesondere bei kurzfristigen intensiven Belastungen.
Daher werden Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Alanin bis heute häufig im Sport genutzt, auch wenn sich laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kein kausaler Zusammenhang zwischen der Einnahme von Beta-Alanin und einer Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit nachweisen lässt.
Risiko unangenehmer Nebenwirkungen
Die Einnahme höherer Dosen kann zudem unerwünschte Effekt verursachen, wie insbesondere Parästhesien, die sich als akute subjektive Missempfindungen in Form von Kribbeln, Stechen und Brennen der Haut bemerkbar machen, warnt das BfR.
Zwar seien diese Parästhesien reversibel und mit keinen strukturellen Schädigungen verbunden, dennoch sollten bei der Einnahme Dosierungen gewählt werden, die möglichst wenig Risiken bergen.
Dem BfR zufolge ist die Wahrscheinlichkeit einer Parästhesie bei Einzeldosen unterhalb von 400 Milligramm für Erwachsene sehr gering. Dies gelte auch für mehrere Einzeldosen unter 400 Milligramm über den Tag verteilt, sofern die Tagesgesamtzufuhr unter 1,2 Gramm Beta-Alanin bleibe.
Langfristige Einnahme vermeiden
Allerdings sollten Beta-Alanin-Nahrungsergänzungsmittel nur über Zeitspannen von weniger als zwölf Wochen eingenommen werden, da die bislang verfügbaren Daten keine Aussagen zu gesundheitlich unerwünschten Wirkungen bei der Langzeiteinnahme zulassen, so der Hinweis des BfR.
Weil außerdem zu der Anwendung bei Kindern, Jugendlichen, Schwangeren, Stillenden und Menschen im Alter ab 65 Jahren so gut wie keine Studiendaten verfügbar seien, sollte diesen Bevölkerungsgruppen durch einen deutlichen Hinweis auf den Beta-Alanin-Nahrungsergänzungsmitteln von der Einnahme ausgeschlossen werden, erklärt das BfR.
Insgesamt sei auf Basis der verfügbaren Daten bisher keine sichere Dosierung für die langfristige Einnahme ableitbar und es bedürfe weiterer Studien, um die Sicherheit von Beta-Alanin in repräsentativen Bevölkerungsgruppen zu ermitteln. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Beta-Alanin in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln Bei höheren Aufnahmemengen können Parästhesien auftreten (veröffentlicht 19.08.2026), bfr.bund.de
Wichtiger Hinweis:
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