Entschlackungstee – Anwendung, Wirkung und Rezepte

Susanne Waschke

Tee zum Entschlacken

Entschlacken bedeutet, den Körper von Schlacken zu befreien und ihn zu reinigen. Jedoch, was sind denn eigentlich „Schlacken“? Bei jedem Stoffwechselvorgang entstehen Abfallstoffe, hinzu kommen toxische Stoffe aus der Umwelt – in ihrer Gesamtheit werden diese oft als sogenannte „Schlacken“ bezeichnet, obwohl dem Ausdruck eine veraltet Vorstellung unseres Organismus zugrundliegt und keine eindeutige medizinische Definition für den Begriff besteht. Wenn alle Ausscheidungs- und Entgiftungsorgane richtig arbeiten, können diese Stoffe in der Regel ganz normal entsorgt werden. Funktionieren jedoch Leber, Niere, Lymphe, Darm oder Haut nicht nicht richtig oder werden sie überfordert, lagern sich diese Abfallprodukte im Körper ein. Hier können Entschlackungstees helfen.


Entschlackungstee unterstützt die Arbeit der Ausscheidungsorgane und kurbelt die Ausleitung an. Der Tee muss nicht zwingend während der Fastenzeit oder im Frühjahr getrunken werden. Jeder kann sich ganz individuell die eigene Zeit dafür aussuchen. Zum Beispiel nach einem Urlaub, in Verbindung mit einer Diät oder wenn die Nahrung umgestellt werden soll – oder einfach nur so, um dem Körper etwas Gutes zu tun. Heutzutage ist das Wort „Entschlacken“ gar nicht mehr so modern – mittlerweile wird eher von „Detox“ oder „Detoxing“ geredet – unter dem Strich handelt es sich jedoch um dieselbe Sache.

Teerezepte

Um den Körper zu entschlacken, hat Mutter Natur die verschiedensten Pflanzen parat. Daraus werden dann unterschiedliche Teerezepturen zusammengestellt, je nachdem, welche Organe „entschlackt“ werden sollen. Aber auch allgemeine Teemischungen, die dem gesamten Organismus gut tun und ihn etwas entlasten, sind möglich. So ein Heiltee sollte stets bewusst und in kleinen Schlucken getrunken werden. In den folgenden Zeilen werden Ihnen dazu die Pflanzen zuerst einzeln und dann in verschiedenen Teemischungen vorgestellt.

Entschlackungstees – wie hier zum Beispiel ein Brennnesseltee – helfen, den Körper zu reinigen. Sie fördern die Ausscheidung und entlasten den Organismus. (Bild: A_Lein/fotolia.com)

Löwenzahn

Der Löwenzahn ist ein Korbblütler und kommt in vielen Gärten, auf Wiesen und auf Feldern vor. Im Frühjahr lieben es die Kinder, die kleinen Schirmchen des Löwenzahns wegzupusten. Löwenzahn wirkt auf Leber, Galle und wird auch häufig zur Steigerung der Diurese bei Harnwegsinfekten oder auch bei Nierengrieß angewandt. Selbst bei Rheuma ist der Löwenzahn eine gute Wahl. Er kurbelt den Stoffwechsel an und ist auch deshalb beliebt für einen Entschlackungstee. Häufig kommt der Löwenzahn in Mischungen vor.

Achtung: Bei Verschluss der Gallenwege und bei Gallensteinen ist diese Pflanze jedoch kontraindiziert!

Brennnessel

Brennnessel ist eine Pflanze, die fast überall wächst, wo sich Menschen aufhalten. In Gärten, auf Wiesen, an Gartenzäunen und sogar auf Schuttplätzen. Pflanzen, die überall ihr Zuhause haben und eigentlich wie Unkraut wachsen, sind häufig in der Lage, den menschlichen Körper zu entgiften beziehungsweise von Schlacken zu befreien. Die Brennnessel wirkt antientzündlich und hilft, wie der Löwenzahn, bei Rheuma. Aber auch zum Durchspülen der Harnwege ist diese Pflanze hervorragend geeignet. Nach der chinesischen Meridianuhr haben Blase und Niere ihre Hauptzeiten zwischen 15.00 und 19.00 Uhr. Um diesen Organen etwas Gutes zu tun, ist das Trinken von Brennnesseltee in dem genannten Zeitraum zu empfehlen.

Nebenwirkungen: Sehr selten kommen leichte Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen vor.

Mariendistel

Der Hauptindikationsbereich für die Mariendistel ist die Leber. Mariendistel hat eine protektive aber auch regenerierende Wirkung auf dieses große Entgiftungsorgan und ist somit für einen Entschlackungstee hervorragend geeignet. Am besten wirkt diese Heilpflanze, wenn sie am Abend vor dem Schlafengehen eingenommen wird. Ein Tässchen Mariendisteltee vor dem zu Bett gehen tut der Leber gut.

Goldrute

Die Goldrute hat einen Bezug zur Niere und auch ein wenig zur Leber. Sie wirkt antientzündlich und schmerzlindernd. Sie fördert die Ausscheidung über die Harnwege. Wenn Leber und Niere entschlackt werden sollen, gehört die Goldrute dazu.
Bei eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit ist von dieser Pflanze abzusehen.

Die bis einen Meter hoch wachsende Goldrute wirkt antientzündlich und schmerzlindernd. Sie fördert die Ausscheidung über die Harnwege. (Bild: skymoon13/fotolia.com)

Birkenblätter

Durch das Trinken von Birkenblättertee wird die Harnbildung angeregt. Dadurch können die Harnwege durchspült werden. In der Volksmedizin waren die Birkenblätter bekannt zur Blutreinigung im Rahmen einer Frühjahrskur. Auch Hauterkrankungen sprechen recht gut auf das Trinken von Birkenblättertee an.

Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm ist ebenso bekannt als Zinnkraut. Diese Pflanze wächst an Mooren und Teichrändern in ganz Europa, Asien und Nordamerika. Sie ist reich an Kieselsäure, was sie besonders beliebt macht zur Anwendung bei Bindegewebsschwäche. Aber auch zur Durchspülungstherapie für die ableitenden Harnwege ist diese Pflanze nicht zu vernachlässigen. Zudem kommt sie bei Stoffwechselerkrankungen, wie zum Beispiel Gicht, zum Einsatz.

Nebenwirkungen sind keine bekannt, bei Ödemen aufgrund von eingeschränkter Herz- und bzw. oder Nierentätigkeit darf Ackerschachtelhalm jedoch nicht verwendet werden.

Klette

Die Klette (oder Klettenwurzel) wird bei Schuppenbildung der Kopfhaut und bei Haarausfall äußerlich verwendet. Innerlich angewandt gilt sie in der Volksmedizin als entgiftend. Häufig ist sie in Teemischungen gegen Gicht oder Rheuma enthalten.

Stiefmütterchen

Das Stiefmütterchen – ein Veilchengewächs – ist wunderschön anzusehen, aber auch ein Heilkraut, vor allem für die Haut. Bei chronischen Ekzemen hilft das Stiefmütterchen sowohl von innen als auch von außen. Ebenso ist diese Pflanze zur Blutreinigung und bei rheumatischen Erkrankungen geeignet.

Stiefmütterchen standen im Mittelalter für gute Gedanken. Auch heute können wir uns ihre reinigende Wirkung zunutze machen. (Bild: adisa/fotolia.com)

Verschiedene Entschlackungstee-Mischungen

In den Mischrezepturen sind stets Pflanzen enthalten, die vor allem die Niere, das wichtigste Ausscheidungsorgan, anregen. In dem einen oder anderen Rezept kommt auch die Leber nicht zu kurz. Sie bereitet das vor, was die Niere im Anschluss daran ausleitet. In manchen Teemischungen sind Pflanzen mit dabei, die die allgemeine Blutreinigung fördern. Da die Haut häufig das zeigt, was innen im Argen liegt und somit auch Schlacken „ans Licht“ bringt, sind Hautpflanzen ebenfalls mit im Boot.

Die Kräuter bekommen Sie in Apotheken oder auch in gut sortieren Kräuterläden. Die aufgeführten Teemischungen sollten nicht länger als vier Wochen am Stück und davon nicht mehr als drei große Tassen am Tag getrunken werden. Dasselbe gilt, wenn Sie sich für nur eine einzige Pflanze entschieden haben.

Teemischung Nr. 1

Mit diesem Entschlackungstee wird vor allem die Niere, aber auch etwas die Leber und die Haut angeregt, Giftstoffe auszuleiten.
Sie lassen sich dafür Folgendes mischen: 10 Gramm Birkenblätter, 10 Gramm Brennnessel, 30 Gramm Zinnkraut und 10 Gramm Goldrute. Ein gehäufter Teelöffel wird mit circa einem Viertelliter kochendem Wasser aufgebrüht, zieht sieben bis acht Minuten und wird dann abgeseiht.

Teemischung Nr. 2

In diesem Entschlackungstee ist neben den auf Niere und Haut wirkenden Bestandteilen auch eine Pflanze für die Leber enthalten: 10 Gramm Zinnkraut, 10 Gramm Stiefmütterchen, 10 Gramm Birkenblätter, 20 Gramm Brennnessel und 20 Gramm Löwenzahn. Auch davon wird ein gehäufter Teelöffel mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen und nach circa sieben bis acht Minuten abgeseiht.

Teemischung Nr. 3

Hierbei steht die Leber im Vordergrund: 10 Gramm Wegwarte, 10 Gramm Brennnessel, 10 Gramm Löwenzahn, 20 Gramm Mariendistel und 10 Gramm Goldrute. Die Zubereitung ist dieselbe wie bei den oben genannten Teerezepturen.

Teemischung Nr. 4

Mit diesem Entschlackungstee werden Niere und Leber gleichermaßen entgiftet: Goldrute, Löwenzahn, Mariendistel und Brennnessel werden zu gleichen Teilen gemischt. Zubereitung wie oben beschrieben.

Teemischung Nr. 5

Dies ist ein Rezept, in der die Klette, die große Blutreinigerin, enthalten ist: 20 Gramm Klettenwurzel, 10 Gramm Brennnessel, 10 Gramm Löwenzahn und 10 Gramm Goldrute. Zubereitung wie gehabt.

Kräutermischungen für Tee bekommen Sie zum Beispiel in der Apotheke. Die aufgeführten Mischungen sollten dabei nicht länger als vier Wochen am Stück eingenommen werden. (Bild: fotoart-wallraf/fotolia.com)

Entschlackung für den Darm

Wer dem Darm etwas Gutes tun will, besorgt sich Kümmel, Koriander, Fenchel und Anis zu gleichen Teilen. Damit die Saaten wirken können, müssen sie leicht mit dem Mörser angestoßen werden. Dies erledigt die Apotheke für Sie. Lassen Sie sich davon nur eine kleine Menge mischen, da die austretenden Öle die Zutaten schneller schlecht werden lassen. Dieser Darmtee riecht nicht nur lecker, sondern entbläht, entschlackt und unterstützt auch eine Darmsanierung. Für den Tee wird ein Teelöffel voll mit 250 Millilitern kochendem Wasser aufgebrüht. Nach fünf bis zehn Minuten, je nach Geschmack und gewünschter Intensität, ist der Tee fertig. Sie trinken ihn am besten dreimal täglich nach den Mahlzeiten.

Allgemeine Tipps

Auch wenn es sich nur um Teemischungen handelt, so sind darin doch Heilkräuter enthalten, die sehr wohl ihre Wirkung und Auswirkung haben. So sollten Schwangere und Stillende keine Entschlackungstees trinken. Für Kinder sind diese auch nicht geeignet. Zu den maximal drei Tassen Tee am Tag werden am besten noch zwei Liter stilles Wasser getrunken. Entschlackungstees zu trinken, um den Körper zu entgiften, ist ein guter Anfang. Wer noch mehr tun möchte, führt eine richtige Entschlackungskur durch. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, Bewegung, Bürstenmassagen und Einiges mehr. (sw)