Mittel gegen Warzen

Wirksame Hausmittel gegen Warzen
Warzen gehen im Unterschied zu manchen Leberflecken nicht als Schönheiten durch – keiner mag sie. Es handelt sich um Verformungen der Hornschicht auf der Haut. Ursache sind Viren, die sich in durchlässiger Haut einnisten, dort vermehren und so Dell-, Flach- oder Stachelwarzen bilden.


Warzenmittel – Übersicht

  • Warzen sind meist Virusinfektionen.
  • Sie lassen sich unter anderem mit Salicylsäure und Knoblauch bekämpfen.
  • Hartnäckige Warzen werden ausgebrannt oder vereist.
  • Um Warzen vorzubeugen, achten Sie darauf, nicht mit dem Virus in Berührung zu kommen.
Warzen werden meist durch Viren ausgelöst und sind für Betroffene vor allem unter ästethischen Gesichtspunkten unangenehm. Mit verschiedenen Mitteln kann gegen die Warzen vorgegangen werden. (Bild: mjowra/fotolia.com)

Was sind Warzen?

Warzen sind durch Viren verursacht – bis auf Alterswarzen. Diese Viren dringen in angegriffene Haut ein. Dort vermehren sie sich in der Hornhaut, und die Folge sind Warzen. Diese breiten sich aus, bleiben auf lange Zeit oder verschwinden von selbst wieder. „Wundersames“ Verschwinden belegt in der Regel ein stabiles Immunsystem, das die Viren zurückdrängt.

Haben sich die Warzen erst einmal verbreitet, braucht es Zeit, sie wieder loszuwerden. Dazu dienen ärztliche Medikamente, Hausmittel und bisweilen kommen Sie um eine Operation oder Laserbehandlung nicht herum.

Mittel zum selbst Anwenden

Um Warzen zu bekämpfen eignen sich Tinkturen aus Thuja – dem Lebensbaum, der sich in Hecken findet – oder dem unbekannteren Schöllkraut. Dieses wirkt gegen Viren und lässt Eiweiße auf, so zerstört es das befallene Gewebe. Thuja ist ebenfalls ein Virenkiller und unterstützt das Immunsystem bei der Selbstheilung.

Welche „Volksmedizin“ eignet sich nicht?

Warzen verschwinden oft von „selbst“, genauer gesagt, durch die Selbstheilungskräfte des Körpers – so wie das Immunsystem eine durch Viren ausgelöste Erkältung bekämpft. Manche Hausmittel gelten, wie die Homöopathie, dann als wirksames Mitteln, obwohl die Warzen auf natürlichem Wege von alleine verschwinden.

Im Internet kursiert Eigenurin als Mittel gegen Warzen. Der wahre Kern ist, dass Harnstoff die Haut aufweicht, und damit die Strukturen der Warzen. Die Viren, die die Warzen verursachen, bekämpft Harnstoff aber nicht. Das gleiche gilt für das ebenfalls oft angepriesene Aloe Vera.

Die Behandlung mit Eigenurin kann die Warzen zwar aufweichen, doch die ursächlichen Viren werden nicht beseitigt. (Bild: tunedin/fotolia.com)

Vulgäre Warzen

Zwei von drei Warzen entstehen durch Humane Papilomaviren. Das sind diese typischen Beulen mit geschuppter Haut, die sich vor allem an den Fingern, Händen, Fußsohlen und im Gesicht ausbilden. Diese Schwerpunkte liegen nicht daran, dass die Viren nur hier ein Biotop vorfinden, sondern weil sie sich durch Körperkontakt verbreiten. Wenn Sie zum Beispiel mit nackten Füßen in das Schwimmbad gehen, befallene Gegenstände anfassen und sich danach an der Schläfe kratzen, verbreiten Sie die Viren über Gesicht, Hände und Füße.

Dornwarzen

Dornwarzen bilden sich durch den gleichen Erreger, jedoch nur an den Fußsohlen und nehmen eine andere Form an. Sie sind leicht gewölbt und wirken wie ein Kreis mit dunklen Punkten. An den Fußsohlen bilden sie spitze Stiele, die in die Haut wachsen und wie Dornen schmerzen.

Dellwarzen

Dellwarzen haben eine Farbe wie gerötete Haut und im Zentrum eine Delle. Sie bilden Gruppen und können größere Flächen überziehen, meist an Hals, Armen und Beinen. Hier handelt es sich um ein Pockenvirus. Viele Menschen verwechseln sie mit Pickeln und versuchen, sie auszudrücken. Das ist aber fatal, denn wenn sie die Flüssigkeit aus den Warzen drücken, verbreiten sie die Viren auf der Haut und schaffen immer neue Warzen.

Alterswarzen

Alterswarzen heißen zwar Warzen, haben aber mit den anderen Warzen wenig zu tun. Sie entstehen nicht durch Viren, sondern sind Hautverfärbungen, die entstehen, wenn die Haut altert. Die kleinsten sind so groß wie ein Stecknadelkopf, die größten wie eine Erbse.

Salicylsäure

Ärzte raten dazu, bei neuen Warzen erst einmal nichts zu tun. Fast zwei Drittel aller Waren verschwinden von selbst in einigen Monaten. Wenn Sie die Warze entfernen wollen, helfen Pflaster mit Salicylsäure. Diese weichen die Haut auf. Dann kann ein Hautarzt oder eine Dermatologin die Warze mit einem Hornhauthobel abtragen.

Salicylsäure verträgt die Haut gut. Sie brauchen aber Geduld. Erst nach Wochen zeigt sich ein Rückgang der Warzen, und sie müssen die Säure täglich auftragen bzw. kontinuierlich die Pflaster tragen.

Sie sollten die Säure jedoch nicht auf offene Wunden und entzündete Stellen auftragen. Diabetiker und Menschen mit erkrankten Arterien und Kreislaufproblemen dürfen sie nicht verwenden. Schwangere oder Stillende sollten Mittel mit Salicylsäure nur in Absprache mit ihrem Arzt verwenden.

Bevor Sie die Salicylsäure anwenden, sollten Sie das obere tote Gewebe mit einem Bimsstein, Schmirgelpapier oder eine Feile entfernen. Bevor Sie die Haut abschaben, legen Sie die Stelle 5 bis 10 Minuten in lauwarmes Wasser. Dann kann die Säure besser in das mit Viren befallene Gewebe einziehen. Nach dem Aufweichen und abfeilen, tragen Sie die Säure auf und bedecken die Stelle mit einem Pflaster. Diesen Prozess wiederholen Sie täglich bis zu viermal. Nach circa 3 Monaten verschwinden selbst größere Warzen. Bleibt die Warze trotzdem bestehen, dann lassen Sie den Rest von einem Hausarzt entfernen.

Knoblauch ist gut als Hausmittel gegen Warzen einsetzbar. (Bild: Ivonne Wierink/fotolia.com)

Knoblauch

Knoblauch gilt als Hausmittel gegen Warzen. Da Knoblauch nicht nur gegen Bakterien wie Pilze, sondern auch leicht antiviral wirkt, handelt es sich hier nicht um Aberglauben. Sie schneiden eine Zehe frischen Knoblauch in Scheiben, reiben die aufgeweichte Warze damit ein, so dass der Saft in das Gewebe einbringt. Danach legen Sie die Zehe mit der Schnittseite nach unten und befestigen sie mit einem Pflaster. Sie lassen das Pflaster über Nacht am Ort und wechseln es am nächsten Morgen aus. So behandeln Sie die Warze drei Wochen lang. Knoblauch wirkt weniger stark als Salicylsäure und eignet sich deshalb für kleinere Warzen.

Warzen ausbrennen

Dies überlassen Sie einem Arzt, auch wenn manche Menschen es nach wie vor praktizieren, Warzen mit einem Feuerzeug oder glühendem Metall auszubrennen. Bei dieser heißen Selbstbehandlung ist die Verletzungsgefahr groß, und die Brandwunden infizieren sich leicht. Ärzte brennen heute Warzen hingegen mit Elektroagulation aus. Der Strom fließt mit hoher Frequenz durch das Warzengewebe und dabei dörrt das Gewebe aus. Die getrocknete Warze entfernt ein Chirurg dann mit einem Skalpell oder einer Art Löffel. Um die Warze auszuschaben, betäuben Ärztin oder Arzt die Stelle.

Ein Ausbrennen empfiehlt sich erst, wenn sich die Warzen trotz Salicylsäure, Ameisensäure oder weiteren Mitteln der Apotheke halten, oder aber, wenn die Warze Schmerzen verursacht. Das ist vor allem bei Dornwarzen der Fall. Dieses Ausbrennen eignet sich, um vereinzelte Warzen zu vernichten, nicht aber für Warzengruppen.

Warzen vereisen

Dermatologen vereisen Warzen mit flüssigem Stickstoff. Wie beim Ausbrennen ist ein Vereisen erst zu empfehlen, wenn weniger intensive Methoden nicht erfolgreich waren, und/oder die Warzen große Schmerzen verursachen.

Laser

CO2-Laser sind seit langem gegen Warzen im Einsatz. Sie führen jedoch zu langen Schmerzen bei der Wundheilung, außerdem bilden sich Narben. Heute benutzen immer mehr Ärzte gepulste Farbstofflaser. Diese töten die Blutgefäße ab, die die Warze versorgen und lassen so das Virus „verhungern“.

Im Zweifelsfall kann mit einer Laser-Behandlung gegen die Warzen vorgegangen werden. (Bild: bartekwardziak/fotolia.com)

Teebaumöl

Als Hausmittel findet sich immer wieder Teebaumöl. Davon sollten Sie Abstand nehmen. Es wirkt zwar gegen Viren, Bakterien und Pilze, also auch gegen Warzen, oxidiert aber an der Luft – dann bilden sich schädliche Substanzen. Außerdem verfärbt es die Haut, und das wollen Sie bestimmt nicht, wenn Sie gerade aus ästhetischen Gründen eine Warze entfernten.

Warzen vorbeugen

Um Warzen vorzubeugen, vermeiden Sie es, mit den Viren in Berührung zu kommen. Trocknen Sie ihre Hände und verwenden Sie Handcremes. Je feuchter ihre Haut ist, und je weniger Risse sie aufweist, umso schwerer können die Viren eindringen. Weitere Punkte:

  • Tragen Sie keine fremden Schuhe oder ungewaschene Socken anderer. Dort sammeln sich die Viren.
  • Vermeiden Sie es, die Hygieneartikel von Fremden zu benutzen. Das reicht von Rasierklingen bis zu Deorollern.
  • Verletzen Sie die Nagelhöfe an ihren Fingernägeln nicht durch Kauen oder zu scharfes Schneiden.
  • Halten Sie ihr Immunsystem mit Wandern, Sport, Bewegung und Sauna auf Touren. Dann haben die Viren ein schweres Spiel.
  • Gehen Sie so selten barfuß in öffentlichen Anstalten wie möglich. Tragen Sie zum Beispiel in Schwimmbad oder Sauna Badeschuhe.
  • Fassen Sie Warzen nicht an. Falls Sie es tun müssen, waschen Sie sich unmittelbar danach die Hände und fassen sich nicht ins Gesicht oder an die Haut.
  • (Dr.Utz Anhalt)