Ringelblumensalbe- Anwendung und Nutzen

Die Ringelblume (Calendula) zählt wohl unbestritten zu den beliebtesten Heilpflanzen überhaupt. Vor allem Ringelblumensalbe ist aufgrund ihrer guten Heilwirkung bei Hauterkrankungen und Verletzungen weltberühmt. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Anwendungsgebiete, bei denen die Ringelblumensalbe glänzen kann. So ist sie beispielsweise auch bei Gelenkbeschwerden im Einsatz, denen sie erfolgreich das Entzündungs- und Schmerzpotential nimmt. Was die Ringelblumensalbe noch kann, wie man sie selber herstellt und was es im Allgemeinen zur Ringelblume als Heilkraut zu wissen gibt, verrät unser Beitrag zum Thema.


Vorsicht: Verwechslungsgefahr

Die Ringelblume hat unzählige Beinamen, die, gerade wenn es um das Sammeln von Ringelblumen für eine selbst hergestellte Salbe geht, auch zu Verwechslungen führen können. So sind Begriffe wie Butterblume, Sonnenbraut, Sonnenwende oder Studentenblume beispielsweise auch für andere Blumengewächse in Gebrauch, die zumeist eine eigene Pflanzengattung darstellen. Der Beiname Dotterblume ist besonders irreführend und gefährlich, sorgt er doch leicht für Verwechslungen mit der ebenfalls gelb blühenden, jedoch giftigen Sumpfdotterblume.

Die Ringelblume – und damit auch die Ringelblumensalbe – bietet mit ihren Inhaltsstoffen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. (Bild: Marén Wischnewski/fotolia.com)

Steckbrief zur Ringelblume:

Wissenschaftlicher Name: Calendula
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
Volkstümliche Namen:

  • Butterblume,
  • Calendula,
  • Dotterblume,
  • Goldblume,
  • Ingelblum,
  • Marigold,
  • Morgenröte,
  • Regenblume,
  • Rinderblume,
  • Ringelrose,
  • Ringula,
  • Sonnenbraut,
  • Sonnenwende,
  • Studentenblume,
  • Totenblume,
  • Warzenkraut,
  • Weckbröseln
  • und Wucherblume.

Vorkommen: Europa, Mittelmeerraum
Anwendungsgebiete:

  • Hauterkrankungen / Hautprobleme,
  • Gefäßleiden,
  • Gelenkbeschwerden,
  • Innere Unruhe,
  • Verdauungsbeschwerden,
  • Verletzungen und Wundheilstörungen.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Stängel

Kräuterportrait

Woher genau die Ringelblume ursprünglich stammt, ist bis heute ein Rätsel. Vermutet wird, dass sie einst aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa kam. Seither trotzen die Samen, der bei uns zumeist einjährigen Blume, wacker den kalten Wintern, weshalb sie, einmal ausgesät, relativ verlässlich jedes Jahr aufs Neue an ihren Freilandstandorten sprießt. Zu erkennen ist sie dort an ihren auffällig gelb-orangenen Zungenblüten. Und auch die ungewöhnlich sichelförmigen Samen, die aus den Blüten der Heilpflanze hervorgehen, sind leicht zu identifizieren. Ihre leicht gekräuselte bis geringelte Form war der Grund, weshalb die Mutter aller Kräuterhexen, Hildegard von Bingen, die Ringelblume einst „Ringula“ taufte, während die sonnig strahlenden Blüten zu Beinamen wie Goldblume, Morgenröte oder Sonnenbraut beitrugen.

Das sonnige Gemüt der Ringelblume zeigt sich auch in ihren bevorzugten Standortbedingungen. Sonnig, warm und niemals staunass sollte der Standort nämlich sein. Ansonsten neigen die lanzettlichen Blätter der Calendula schnell zu Krankheiten wie Mehltau. Außerdem stehen Ringelblumen am liebsten auf nährstoffreichen und lockeren Lehm- oder Kiesböden, die einen leichten Kalkgehalt aufweisen.

Trotz dieser besonderen Ansprüche verwildert die Ringelblume bei uns aber relativ leicht, weshalb sie sich über die Jahrhunderte großflächig in Europa ausbreiten konnte. Bei uns am weitesten verbreitet und daher auch als Heilpflanze am häufigsten genutzt sind:

  • die Acker-Ringelblume (Calendula arvensis)
  • und die Gemeine Ringelblume / Garten-Ringelblume (Calendula officinalis).
Neben der Acker-Ringelblume findet die Garten-Ringelblume in Europa weite Verbreitung. (Bild: Pixelmixel/fotolia.com)

Calendula galt im Aberglauben des Mittelalters als Zauberpflanze und Liebesorakel. Ähnlich wie das Gänseblümchen wurde sie zum Beispiel verwendet, um das berühmte „Er liebt mich, er liebt mich nicht” Orakel durchzuführen. Gepflückt wurde die Blume zu diesem Zweck aber nur insgeheim, denn das Pflücken der Ringelblumen beschwor dem Volksglauben nach auch Gewitter herauf. Überhaupt wurde Calendula gerne als Blumenorakel für Wettervorhersagen genutzt. Da sich ihre Blüten nach dem Sonnenstand ausrichten, ging man davon aus, dass ein besonders schöner Tag bevorstand, wenn die Ringelblumenblüten bereits um sechs Uhr morgens geöffnet waren. Blieben die Blüten hingegen nach sieben Uhr morgens noch geschlossen, war eher ein regnerischer Tag zu erwarten.

„Sonnenbraut ist ein Kraut, das dicke, aber nicht große Blätter hat und eine zitronengelbe Blüte, die sich bei Sonnenuntergang schließt und beim Aufgang öffnet. Sie ist kalt und feucht. Zerrieben hilft sie beim Biss giftiger Tiere, wenn man sie auf die Wunde legt. Ihr Saft hilft bei Verstopfungen der Milz und der Leber.
(Albertus Magnus, deutscher Gelehrter aus dem 13. Jahrhundert)

Die Nutzung von Calendula als Zauberpflanze ging sogar soweit, als dass sie eine wichtige Zutat in Liebessalben wurde. Vor allem junge Damen bereiteten sich mit ihr gerne eine entsprechende Salbe aus Essig, Honig, Ringelblumenblüten und anderen Sommerkräutern zu, wenn sie ihren Liebsten oder Angebeteten herbeisehnten. Die Salbe wurde dann abends vor dem Schlafengehen auf die Haut aufgetragen, in der Hoffnung, sie möge den Geliebten im Traum und vielleicht sogar im realen Leben erscheinen lassen.

Noch wichtiger waren Salben aus Calendula allerdings in der Volksheilkunde. Bereits in der Antike entdeckten sowohl die Griechen, Römer und Ägypter, als auch die Araber und Inder das vielfältige Heilpotential der Ringelblume. Die Heilkräfte der Calendula sind der ebenfalls bei Hautbeschwerden angewandten Arnika sehr ähnlich, wirken aber noch bei Weitem effizienter als diese. Der heilsame Effekt der Ringelblumensalbe bei Hautschäden reicht sogar soweit, dass sie bei bestehenden Wunden und Läsionen ausgezeichnete Arbeit leistet. Und obgleich Calendula-Präparate für diesen Effekt weltberühmt sind, so ist dies doch nicht das einzige Einsatzgebiet der heilsamen Blume. Von Verdauungs- über Atemwegsbeschwerden bis hin zu Gelenk-, Gefäß- und Nervenleiden werden ihr Heilwirkungen bei allerlei Gesundheitsbeschwerden zugeschrieben. Selbst klassische Frauenleiden sollen auf die Inhaltsstoffe der Ringelblume positiv reagieren. Insgesamt ist das Heilkraut für folgende Anwendungsbereiche angezeigt:

  • Atemwegsbeschwerden wie zum Beispiel Asthma, Husten oder Schleimhautentzündungen.
  • Frauenleiden wie zum Beispiel Regelschmerzen, PMS-Symptomen, Wechseljahresbeschwerden oder gestörter Zyklus.
  • Gefäßleiden wie zum Beispiel Krampfadern, Besenreisern, geschwollene Lymphgefäße, offene Beine oder Thrombosen.
  • Hauterkrankungen wie zum Beispiel Akne, Ekzeme, Dermatitis, Schuppenflechte, trockene Haut oder Warzen.
  • Nervenleiden und psychische Belastung wie zum Beispiel Angststörungen, Schlafstörungen und Unruhezustände.
  • Verdauungsbeschwerden wie zum Beispiel Gallenbeschwerden, Leberschwäche, Magenproblemen, Darmbeschwerden oder Magengeschwüre.
  • Wundbehandlung wie zum Beispiel Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen, Schnitt- und Schürfwunden, Verbrennungen, Wundheilstörungen oder Zerrungen.
  • sonstige Beschwerden wie zum Beispiel Entzündungen im Mundraum, Ohrinfektionen, Wurminfektionen oder Zahnschmerzen.

„Der Safft von Ringelblumen in die Ohren gethan /soll die Würm darin tödten. Zu den Wehetagen der Zähn / soll man des Saffts ein gut Theil in Mund nehmen / ein Zeitlang darinn behalten / soll den Schmertzen bald benehmen.”
(Tabernaemontanus, deutscher Arzt und Apotheker aus dem 16. Jahrhundert.)

Tee aus der Ringelblume hilft bei Verdauungsbeschwerden, aber auch bei Nervenleiden und psychischen Belastungen. (Bild: kolesnikovserg/fotolia.com)

Inhaltsstoffe und Wirkung

Dass die Ringelblume beziehungsweise die Ringelblumensalbe so eine gute und vielseitige Wirkung besitzt, kommt nicht von ungefähr. Denn in der Pflanze tummelt sich eine wahre Fülle medizinischer Inhaltsstoffe. Diese rufen erfreulicherweise auch nur selten bis gar nicht Nebenwirkungen hervor, weshalb Ringelblumensalbe rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist. Sie sollte auch in keiner gut sortierten Hausapotheke fehlen, damit sie im Ernstfall, zum Beispiel bei kleineren Haushaltsunfällen, die Quetschungen oder Prellungen zur Folge haben, schnell zur Hand ist. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Calendula gehören dabei:

  • Bitterstoffe,
  • Flavonoide,
  • Phytohormone,
  • Phytosterine
  • und Saponine.

Bitterstoffe

Den Bitterstoffen in der Ringelblume ist in erster Linie deren gute Wirkung bei Verdauungsbeschwerden zuzuschreiben, denn sie regen die Sekretion von Verdauungsenzymen sowie Gallen- und Magensaft an. Außerdem wird den Naturstoffen ein entkrampfender (spasmolytische) sowie immunstärkender Effekt zugeschrieben. Dieser kann nicht nur bei Magen- oder Darmkrämpfen, sondern auch bei Krämpfen im Rahmen von Menstruationsbeschwerden hilfreich sein. Zu diesem Zweck sollte Ringelblume am besten als Teekraut verwendet werden. Darüber hinaus besitzen die Bitterstoffe in der Ringelblumensalbe ein erhebliches Heilungspotential, da sie zusätzlich

  • antimikrobiell,
  • entzündungshemmend,
  • durchblutungsfördernd
  • und immunstärkend

wirken. Bei Hautentzündungen, Durchblutungsstörungen und der Desinfektion von Wunden sind derartige Eigenschaften natürlich mehr als wünschenswert.

Flavonoide

Als Flavonoide werden eine bestimmte Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe beschrieben, die Pflanzen und insbesondere deren Blüten ihre Farbe verleihen. Der Name leitet sich von dem lateinischen Wort flavus für „gelb” ab, da die färbenden Eigenschaften von Flavonoiden erstmals an Pflanzen wie der Färber-Eiche entdeckt wurden, welche im Altertum häufig zum Gelb färben von Textilien verwendet wurden. Auch in den Blüten der Ringelblume stecken solche gelben Pflanzenfarbstoffe. Einer davon ist Quercetin. Dieser gilt neben seinen färbenden Eigenschaften als

  • antioxidativ,
  • cholesterinsenkend,
  • durchblutungsfördernd,
  • entzündungshemmend,
  • gefäßschützend
  • und immunstärkend.
Bei Quetschungen hilft Ringelblumensalbe. Auch deshalb sollte sie griffbereit in der Hausapotheke vorhanden sein. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Außerdem kamen mehrere unabhängige Studien zu dem Ergebnis, dass Quercetin eine krebshemmende Wirkung hat, weshalb das Flavonoid inzwischen eine wichtige Rolle in der Krebstherapie spielt. Es ist also nicht verwunderlich, dass Ringelblumensalbe selbst bei Hautkrebs empfohlen wird.

Ein weiteres Flavonoid in der Calendula ist Isorhamnetin. Es ist deutlich weniger bekannt als Quercetin, hat aber ebenfalls einige interessante Heilwirkungen vorzuweisen. Insbesondere in der Behandlung von psychisch beziehungsweise seelisch motivierten Erkrankungen wie

  • Depressionen,
  • Melancholie,
  • Niedergeschlagenheit,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Unlust und Antriebslosigkeit

ist Isorhamnetin als stimmungsaufhellender und antriebssteigernder Wirkstoff relevant. Des Weiteren ist auch das immunstärkende Potenzial des Flavonoids sehr beachtlich. Eine chinesische Studie schlug Isorhamnetin deshalb schon zur Prävention und Therapie von Autoimmunkrankheiten vor.

Ebenfalls zur orange-gelben Färbung sowie zum zellschützenden Effekt der Ringelblume tragen die in ihr enthaltenen Carotinoide bei. Besser bekannt als Provitamin A werden diesem Farbstoff ähnliche Heilwirkungen zugeschrieben wie Quercetin und Isorhamnetin, wobei gerade Verletzungen wie

  • Quetschungen,
  • Verbrennungen,
  • Schürfwunden
  • und schlecht heilende Wunden

außergewöhnlich gut auf die Behandlung mit Carotinoiden reagieren. Dies liegt daran, dass die Farbstoffe dem Körper bei der Zellregeneration unwahrscheinlich behilflich sind. Sie verbessern nämlich die Signalleitung zwischen den Körperzellen und beschleunigen so deren regenerative Prozesse. Dies geht sogar so weit, dass selbst Falten und entartete Krebszellen dem Regenerationseifer von Carotinoiden kaum standhalten.

Gleiches gilt für Funktionsstörungen im Bereich der Gehirn- und Sehzellen, weshalb Carotinoide auch in der Behandlung von Augenerkrankungen wie dem Grauen Star und Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson immer größere Beachtung finden. Die Krankheiten basieren auf zelldegenerativen Prozessen, die sich jeweils im Auge beziehungsweise Gehirn abspielen und rufen einen Untergang von Zellgewebe hervor, der bislang kaum bis gar nicht umzukehren ist. Carotinoide stellen darum einen wichtigen Forschungsgegenstand für neue Behandlungsmethoden dar. Erste Forschungsergebnisse liegen diesbezüglich zumindest im Falle von Alzheimer bereits vor. Die beiden wichtigsten Carotinoide in Calendula, Xanthophyll und Violaxanthin, sind dabei.

Phytohormone

Als Phytohormone oder auch Pflanzenhormone werden pflanzeneigene Stoffe bezeichnet, die in ihrer Aufgabe den körpereigenen Hormonen des Menschen sehr ähnlich sind. Bei Pflanzen regeln Phytohormone diesbezüglich vor allem das Wachstum sowie die Entwicklung einer Pflanze in den verschiedenen Vegetationsphasen. Im menschlichen Körper können Pflanzenhormone sogar die Aufgaben herkömmlicher Hormone übernehmen und so hormonelle Störungen, aber auch auf Hormonstörungen basierende Gewebe- und Organschwächen beheben.

Ein Phytohormon, das hier insbesondere in Ringelblumensalbe wichtig für deren gute Wirkung bei Hautproblemen und Verletzungen ist, ist die Salicylsäure. Sie dient in Pflanzen der Abwehr von Schadstoffen und Krankheitserregern und ist somit ein essenzieller Bestandteil der pflanzlichen Immunantwort.

Ähnliche Funktionen kann Salicylsäure auch im menschlichen Organismus übernehmen. Hier bietet das Pflanzenhormon vor allem für die Schutzabwehr der Hautbarriere eine zusätzliche Stärkung. Gerade Menschen mit chronischen Hauterkrankungen sind mit diesem Inhaltsstoff bestens bekannt, denn er gilt als unabdingbarer Inhaltsstoff unzähliger Salben und Cremes gegen dermatologische Autoimmunkrankheiten wie Neurodermitis. Insgesamt kann Salicylsäure bei folgenden Hautbeschwerden helfen:

  • Akne,
  • Hautentzündungen,
  • Hautinfektionen,
  • Hautpilz,
  • Hühneraugen,
  • Neurodermitis,
  • Schuppenflechte,
  • Warzenleiden,
  • Wundblutungen
  • und Wundschmerzen.

Übrigens: Auch die gute Wirkung von Calendula bei klassischen Frauenleiden wie starken Monatsblutungen, Zyklusstörungen oder Wechseljahresbeschwerden lässt sich durch die Hormonwirkung der Phytohormone erklären. Offenbar können diese, zum Beispiel in Form von Phytoöstrogen, als Ersatz für Geschlechtshormone bei bestehendem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt der Frau fungieren.

Die Ringelblumensalbe wirkt durch ihre Phytosterine dem Juckreiz entgegen. (Bild: kwanchaichaiudom/fotolia.com)

Phytosterine

Eng verwandt mit den Phytohormonen sind die auch als Phytosterole bekannten Phytosterine. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von Pflanzenfetten mit ebenfalls beachtlicher Schutzfunktion. Diese bezieht sich anders als bei Phytohormonen wie der Salicylsäure zwar nicht auf die Haut, dafür aber auf den Stoffwechsel sowie die Herz- und Gefäßgesundheit. So wirken in der Ringelblume enthaltene Phytosterine wie zum Beispiel

  • Stigmasterol,
  • ß-Sitosterol
  • und Taraxasterol

in besonderem Maße bei erhöhten Cholesterinwerten. Diese gelten häufig in der Allgemeinmedizin als Auslöser von Gefäßkrankheiten wie Arteriosklerose und in Folge auch Herzbeschwerden wie der koronaren Herzkrankheit. Auch dem Risiko anderer Folgekrankheiten der Arteriosklerose, wie etwa Herzinfarkten oder Schlaganfällen, lässt sich mit Phytosterinen präventiv begegnen.
Auf die Haut haben Phytosterine ferner einen

  • entzündungshemmenden,
  • juckreizmildernden,
  • rückfeuchtenden
  • und zellregenerativen

Effekt. Dieser ist vor allem bei trockener Haut und mit Juckreiz oder juckenden Hautschuppungen verbundenen Hauterkrankungen (Neurodermitis und Schuppenflechte) sehr von Vorteil.

Saponine

Eine letzte wichtige Stoffgruppe, die Calendula-Präparaten wie die Ringelblumensalbe in ihrem breiten Wirkungsspektrum unterstützen, sind Saponine, wie das nur in der Ringelblume vorkommende Calendula-Sapogenin. Im Allgemeinen sind auch Saponine für ihre cholesterinsenkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Ein besonderer Desinfektionsaspekt kommt beim Calendula-Sapogenin aber noch hinzu, denn dieses wirkt sowohl antibakteriell als auch antiviral, wobei gerade die antibakterielle Effizienz gegen klassische Wund-, Haut- und Schleimhautkeime wie Staphylococcus aureus oder Enterococcus faecalis stark hervorsticht. Dies geht aus einer internationalen Studie hervor, welche zugleich auch das zytotoxische und damit Krebszellen abtötende Potenzial der Saponine erforschte.

Oft übersehen wird darüber hinaus, dass Saponine auch auf die Verdauung einen anregenden und sogar heilenden Effekt haben. Da sie die Durchlässigkeit der Darmwände erhöhen, erleichtern sie dem Verdauungstrakt die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung. Hinzu kommt eine

  • harntreibende,
  • hormon- und enzymstimulierende
  • sowie schleim- und sekretfördernde

Wirkung, die sich zur Anregung des Stoffwechsels und zur Entschlackung, zum Beispiel im Zuge einer Diät, eignet. Auch ist gerade der sekretfördernde Aspekt der Saponine bei vielen Atemwegserkrankungen von Bedeutung, die mit einem verschleimten Hals oder verschleimten Bronchien einhergehen.

Auch wenn die Ringelblumen den Beinamen Dotterblume besitzt, so ist sie optisch leicht von der giftigen Sumpfdotterblume zu unterscheiden. (Bild: Klaus Brauner/fotolia.com)

Anwendung und Dosierung

Die Ringelblume lässt sich zu heilpflanzlichen Zwecken ganz unkompliziert selbst ziehen. Wichtig ist hierbei neben den zu Beginn beschriebenen Standortansprüchen, dass in der Kultur der Heilpflanze keine chemischen Düngemittel ausgebracht werden. Erst einmal in die Standorterde eingesickert, gehen die Substanzen über die Pflanzenwurzeln direkt in die Calendula über und werden bei der medizinischen Anwendung zwangsläufig vom Körper absorbiert. Dabei ist es unerheblich, ob eine innere Anwendung, etwa durch die Einnahme von Ringelblumentee, oder eine äußere Anwendung durch Salben und Cremes der Calendula stattfindet. Denn auch die Haut absorbiert Schadstoffe, was zu behandelnde Hautprobleme nur noch schlimmer machen kann. Stellen Sie beim Eigenanbau von Ringelblumen also bitte sicher, nur organische Düngemittel, zum Beispiel Brennnesseljauche oder Kompost, zu verwenden.

Die Erntezeit für Calendula erstreckt sich dann von Juni bis September. Geerntet werden können hierbei sowohl die Blüten als auch Blätter und Stängel der Pflanze, da diese später ohnehin absterben und wie die Blüten des Heilkrauts medizinische Wirkstoffe enthalten. Während die Blüten allerdings auch frisch weiterverarbeitet werden können, beispielsweise zu Teeaufgüssen oder Ölauszügen, sollte man den Rest der oberirdischen Pflanzenteile zunächst trocknen. Die Trocknung erfolgt auf einem weißen Leinentuch oder im Kräuterbund. Letzterer bietet sich gerade für Ringelblumen besonders an, da sich diese unkompliziert im Ganzen ernten lassen.

Ringelblumensalbe selbst herstellen

„Das Pulver von der Rinden gemischet mit Fenchelsamensaft, Wein und ein wenig Öl, diß alles gesotten Biss es dick würt; demnach thu darzu ein wenig Wachß, machs zur Salben und bestreich das Miltz damit, desgleichen den kalten Magen, es hilft.“
(Hieronymus Bock, deutscher Botaniker aus dem 16. Jahrhundert)

Für die eigene Herstellung einer Ringelblumensalbe benötigt man zum Beispiel einen Ölauszug von den getrockneten Calendulas. (Bild: nikolaydonetsk/fotolia.com)

Zu kaufen gibt es Ringelblumensalbe rezeptfrei in jeder Apotheke und auch in den meisten Drogerien. Wer sich allerdings seine eigene Salbe herstellen möchte, der hat verschiedene Herangehensweisen zur Auswahl.

Salbe mit Bienenwachs und Ölauszug:

Für eine Salbe mit Ringelblumenöl muss zunächst ein Ölauszug aus den Blüten der Pflanze hergestellt werden. Hierzu benötigt man:

  • ein großes Schraubglas (am besten ein Einmachglas),
  • circa 300 Gramm getrocknete Ringelblumenblüten,
  • 600 Milliliter Öl (am besten Keimöl oder Sonnenblumenöl),
  • ein sauberes Leinentuch,
  • ein dunkle Flasche zur Aufbewahrung.

Geben Sie die Ringelblumenblüten in das Schraubglas und verschließen Sie es gut. Danach muss der Ölansatz für etwa drei bis vier Wochen im Licht reifen. Hierzu eignet sich am besten eine helle Fensterbank. Schütteln Sie das Ringelblumenöl täglich gut durch, damit sich die Inhaltsstoffe gleichmäßig im Öl verteilen. Nach Ablauf der Extraktionszeit werden die Blüten mit einem sauberen Leinentuch abgefiltert und das Öl wird zur Aufbewahrung in einer dunklen Glasflasche kühl gelagert. Für die Herstellung der Salbe werden dann

  • 30 Milliliter Ringelblumenöl
  • und zwei Gramm Bienenwachs

benötigt. Geben Sie beides in eine Glasschale und erhitzen Sie das Gemenge im Wasserbad. Sobald sich das Bienenwachs aufgelöst hat, können Sie das Ganze umrühren, bis sich eine gleichmäßige Masse daraus ergeben hat. Um zu überprüfen, ob die Konsistenz passt, werden testweise ein paar Tropfen der Salbe auf einen Teller gegeben und nach dem Abkühlen verstrichen. Bei Bedarf kann etwas zusätzliches Wachs beigemengt werden. Abschließend wird die Ringelblumensalbe in einen Salbentiegel gefüllt.

Tipp: Für eine längere Haltbarkeit gibt man am besten ein paar Tropfen Antiranz mit in die Salbe. Das Arbeiten mit Olivenöl ist speziell beim Ölauszug nicht zu empfehlen, da dieses sehr schnell ranzig wird.

Für die Ölvariante der Ringelblumensalbe gibt es zahlreiche Abwandlungen. Beispielsweise kann man anstatt zwei Gramm Bienenwachs nur ein Gramm verwenden und stattdessen vier Gramm Lanolin oder Kakaobutter für eine verbesserte Hautpflege untermischen. Eine Alternative zum Ölrezept bieten außerdem die folgenden Varianten:

Ringelblumensalbe mit Kokosfett oder Melkfett

Hierfür benötigt man keinen Ölauszug, weshalb diese Variante schneller hergestellt ist. Benötigt werden:

  • zehn Gramm Ringelblumenblüten,
  • 100 Gramm Kokos- oder Melkfett,
  • ein Topf,
  • ein sauberes Leinentuch
  • und ein Salbentiegel.

Erhitzen Sie das Kokosfett auf niedriger Flamme in einem Topf. Geben Sie anschließend die Ringelblumenblüten hinzu und lassen Sie die Salbenmischung circa zehn Minuten leicht vor sich hin köcheln. Im Anschluss muss die Salbenmasse unbehandelt für etwa drei Tage ruhen, bevor sie abermals erhitzt und danach durch ein Leinentuch gepresst wird. Sobald die Salbe abgekühlt ist, kann man sie wie die Ölsalbenvariante in einen Salbentiegel geben und kühl im Kühlschrank lagern.

Traditionelle Ringelblumensalbe mit Schweineschmalz

Dieses Rezept wurde bereits im Mittelalter verwendet und stellt die traditionellste Variante der Ringelblumensalbe dar.

Zutaten:

  • fünf Gramm Ringelblumenblüten,
  • 70 Gramm Schweineschmalz,
  • ein kleiner Topf,
  • ein Leinentuch und
  • ein Salbentiegel.

Das feste Schweineschmalz wird vorab in möglichst kleine Stücke geschnitten und anschließend in einen Topf gegeben. Nachdem das Schmalz bei geringer Hitze vollständig eingeschmolzen ist, geben Sie die Ringelblumenblüten hinzu. Danach wird so lange gerührt, bis die Blüten vollständig mit Schweineschmalz bedeckt sind. Nach etwa 30 Minuten können Sie den Salbenansatz vom Herd nehmen. Nun muss die Salbe etwa einen Tag ziehen, ehe sie erneut erhitzt und danach durch das Leinentuch gefiltert wird. Nach dem Abkühlen wird die Salbe dann wie gewohnt in den Salbentiegel gestrichen.

Alle aufgezeigten Varianten besitzen eine Haltbarkeit von etwa einem Jahr und können während dieser Zeit bis zu dreimal pro Tag zur Hautpflege oder Wundbehandlung genutzt werden.

Pollenallergiker sollten vorsichtig sein bei Gebrauch von Ringelblumensalbe, da sie allergische Reaktionen auslösen kann. (Bild: Zlatan Durakovic/fotolia.com)

Nebenwirkungen

Vorsichtig sein sollten bei der Verwendung der Ringelblumensalbe vor allem Pollenallergiker. Liegt hier eine Allergie gegen Korbblütengewächse vor, so kann die Anwendung schnell zu klassischen Allergiesymptomen wie Hautrötungen, allergischem Schnupfen, brennenden Augen oder gar einem Schock führen. Ansonsten sind bei sachgemäßer Dosierung aber keine Nebenwirkungen für Ringelblumenpräparate bekannt. (ma)