Feigwarzen – Symptome und Behandlung

Susanne Waschke

Feigwarzen: Das sind die Anzeichen und Therapie

Über Warzen wird ungern gesprochen, sie werden, so gut dies geht, versteckt und die meisten Betroffenen ekeln sich vor den kleinen Hautgeschwüren. Spitze Kondylome (Condylomata acuminata) oder einfach Feigwarzen, werden häufig tabuisiert und das Schamgefühl hält die Betroffenen vom Arztbesuch ab, der in diesem Fall aber sehr wichtig ist. Feigwarzen sind gutartig, werden durch HPV (humane Papillomaviren) übertragen und lassen sich vor allem im Bereich der Genitalien nieder.


Humaner Papillomavirus (HPV)

Die Ursache für Feigwarzen ist das humane Papillomavirus (HPV). Dieses gehört zu der Familie der Papillomaviren, die sexuell übertragbar sind. Mehr als 150 verschiedene Virustypen fallen unter den Oberbegriff HPV. Die einzelnen Viren haben sich auf bestimmte Körperareale spezialisiert. Manche finden sich eher auf normalen Hautarealen wieder, andere dagegen auf Schleimhäuten.

Humane Papillomaviren (HPV) sind Verursacher der Feigwarzen. (Bild: Kateryna Kon/fotolia.com)

Eine weiteres Unterscheidungsmerkmal ist das Risiko. Sie werden in Niedrig-Risiko-Typen (low-risk) und Hoch-Risiko-Typen (high-risk) eingeteilt. Die Feigwarzen sind der Niedrig-Risiko-Gruppe zuzuordnen. Die humanen Papillomaviren sind sehr verbreitet. So zeigen sich bereits bei jedem zehnten Schulkind Hautwarzen, übertragen durch diese Viren.

Übertragung

Die Übertragungswege sind unterschiedlich, je nach Virustyp. Für das Entstehen von Feigwarzen sind vor allem die Niedrig-Risiko-Typen HPV 6 und HPV 11 verantwortlich. Diese werden in der Regel durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Eine weitere Ansteckungsmöglichkeit ist Hautkontakt. Aber auch während der Geburt kann die bereits infizierte Mutter Feigwarzen auf das Kind übertragen. Des Weiteren ist auch eine Schmierinfektion möglich, zum Beispiel durch Benutzung desselben Handtuchs, beim Aufenthalt in der Sauna oder im Schwimmbad oder durch Berühren von Oberflächen (zum Beispiel Türklinken, Einkaufswägen und so weiter).

Werden die Viren auf andere Personen übertragen, so müssen nicht zwingend Feigwarzen entstehen. Die Viren können sich zuerst in Zellen der Haut beziehungsweise Schleimhaut einnisten und dort verweilen, ohne Beschwerden zu verursachen. In diesen Fällen spricht man von einer stummen Infektion. Die Inkubationszeit kann einige Wochen oder sogar Monate betragen. In dieser Zeit können sich die Viren im Körper vermehren, ohne dass Symptome auftreten. Eventuell bricht die Erkrankung erst aus, wenn das Immunsystem nicht so ganz auf der Höhe ist. Dann werden die Feigwarzen sichtbar.

Obwohl in der Regel die low-risk-HPV-Typen für eine Infektion verantwortlich sind, können die Feigwarzen leider auch high-risk-Varianten aufweisen (vor allem HPV 16). Ebenso sind Koinfektionen mit den verschiedensten HPV-Typen möglich.

In der Sauna und im Schwimmbad sollte auf Hygiene geachtet werden, denn durch das gemeinsame Benutzen von Handtüchern kann das humane Papillomavirus (HPV) übertragen werden. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren für eine Ansteckung gehören ein geschwächtes Immunsystem und häufiger ungeschützter Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern. Schlechte Intimhygiene und unvorsichtiges Rasieren, bei dem die Haut verletzt wird und dabei Entzündungen im Intimbereich entstehen, zählen ebenso zu den Risikofaktoren. Des Weiteren gehören zu den Risikofaktoren:

  • Nikotin,
  • Drogen,
  • die langjährige Einnahme von Sexualhormonen,
  • feuchtes Milieu,
  • Diabetes,
  • Phimose (Verengung der Vorhaut),
  • Hämorrhoiden und
  • starker Ausfluss.

Patienten, die Immunsuppressiva einnehmen oder an AIDS erkrankt sind, neigen dazu, Feigwarzen zu bekommen. Menschen können die Papillomaviren in sich beherbergen, ohne daran zu erkranken, diese aber trotzdem auf Andere übertragen.

Aussehen, Vorkommen, Symptome

Anfangs können die Feigwarzen so klein sein, dass sie mit dem bloßen Auge übersehen werden. Normalerweise sind sie stecknadelkopfgroß. Sie können aber wachsen und mehrere Zentimeter groß werden. Der Extremfall ist ein blumenkohl- oder hahnenkammartiges Wuchern, was zu riesigen Tumorkonglomeraten führen kann. Diese sind aggressiv und zerstören das umliegende Gewebe. Feigwarzen können auch auf der Schleimhaut, im Körperinneren, wie zum Beispiel in der Harnröhre, vorkommen. Die Farbe der Kondylome ist grau-weiß, bräunlich oder rötlich.

Bei Frauen kommen sie vor allem im Bereich

  • der Schamlippen,
  • am Scheideneingang,
  • im Gebärmutterhals
  • oder auch in der Harnröhrenmündung vor.

Beim Mann sind die Prädilektionsstellen, also die Stellen, an denen sich die Feigwarzen vornehmlich ansiedeln

  • der Penisschaft,
  • der After,
  • die Vorhaut,
  • die Eichel,
  • der Eingang der Harnröhre und
  • der Enddarm.

Feigwarzen müssen keine Beschwerden verursachen. Möglich sind Juckreiz, wenn sich die Warzen in Körperfalten befinden, sowie Brennen und vermehrter Ausfluss. Auch kleine blutende Einrisse der Haut, um die Warzen herum, sind möglich. Bei den meisten Betroffenen sind die psychische Belastungen wesentlich größer als die körperlichen Beschwerden. Die Betroffenen schämen sich, ziehen sich zurück, fühlen sich schuldig.

Diagnose

Trotz des Schamgefühls, das mit Feigwarzen verbunden ist – der Gang zum Arzt ist unumgänglich. Je früher, desto besser. Meistens reicht eine körperliche Untersuchung aus, um die Diagnose Condylomata acuminata zu stellen.

Anfangs sind die Kondylome oft so klein, dass das bloße Auge nicht ausreicht, um wirklich sicher zu sein. Der Arzt greift dann zu einer dreiprozentigen Essigsäure, mit der er die betroffenen Hautstellen ganz vorsichtig betupft (bitte niemals selbst durchführen!). Bei positivem Test ist die betroffene Haut weiß, dies kann aber leider auch passieren, wenn ein Pilz die Ursache ist. Am Sichersten ist eine Gewebeprobe. Damit kann der Erreger eindeutig identifiziert werden.

Feigwarzen sind nur stecknadelkopfgroß und lassen sich mit bloßen Blick anfangs kaum finden. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Im Rahmen der Anamnese sollten wichtige Fragen gestellt, wie:

  • „Wann traten die Hautveränderungen zum ersten Mal auf?“
  • „Nehmen Sie irgendwelche Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken?“
  • „Wie steht es momentan mit Ihrer Abwehr – sind Sie häufig krank?“
  • „Leiden Sie unter Juckreiz, Brennen oder vermehrtem Ausfluss?“

Wenn keine eindeutige Diagnose möglich ist oder es den Verdacht auf Ansiedlungen der Feigwarzen im nicht sichtbaren Bereich gibt, sind weitere Diagnosemöglichkeiten möglich, wie zum Beispiel

  • eine Tastuntersuchung des Afters,
  • eine Proktoskopie (Enddarmspiegelung),
  • eine Urethroskopie (Harnröhrenspiegelung) und
  • bei der Frau eine Untersuchung der Scheide mit dem Spekulum.

Behandlung

Bei der Behandlung ist ein individuelles Vorgehen wichtig. Eine optimale Therapie, die für alle Patienten gültig ist, existiert hier nicht. Häufig werden mehrere Verfahren miteinander kombiniert. Der Arzt kann Medikamente, in Form von Salben oder Lösungen verschreiben, die die Warzen zerstören. Bei den Säurelösungen ist ein genaues, umsichtiges Vorgehen äußerst wichtig, damit die umliegende, gesunde Haut nicht angegriffen wird. Auch ist das Behandeln mit einer virusabtötenden Creme möglich. Die Kondylome können mit Laser verkocht, elektrisch abgetragen oder auch abgeschnitten werden. Hierbei wird eine örtliche Betäubung nötig.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kryotherapie (Vereisung), die vor allem im Bereich des Afters recht wirksam ist. In einigen Fällen muss beim Mann die Vorhaut entfernt werden. Bereits bestehende Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, die das Entstehen der Feigwarzen begünstigen, sind zu behandeln.

Egal, welche Therapie gewählt wird, Nachuntersuchungen in einem bestimmten Zeitraum sind unerlässlich. In hartnäckigen Fällen wird die Behandlung eventuell mit einer immunstärkenden Maßnahme unterstützt.

Sei einigen Jahren ist eine Salbe auf dem Markt, die einen Trockenextrakt von grünem Tee enthält. Bekannt ist ja, dass grüner Tee sich positiv auf das Immunsystem auswirkt und sowohl antiviral als auch antibakteriell wirken kann. So verhindern die Inhaltsstoffe der Salbe eine Vermehrung der infizierten Hautzellen, vermindern die Vermehrung des Virus und kurbeln die Abwehr an. In Deutschland ist diese Salbe verschreibungspflichtig.

Schwangere gehören beim geringsten Verdacht sofort in die Praxis ihres Gynäkologen. Hier muss sehr vorsichtig behandelt werden.

Die Impfungen gegen HPV werden für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis vierzehn Jahren empfohlen. (Bild: Sherry Young/fotolia.com)

Die Impfung

Seit Jahren existieren Impfstoffe gegen bestimmte HPV-Virus-Typen. Diese sollen Mädchen vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Die Impfkommission empfiehlt zwischen dem neunten und vierzehnten Lebensjahr, jedoch spätestens bis zum 17. Lebensjahr zu impfen, auf jeden Fall vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

Seit 2018 wird die HPV-Impfung auch für Jungen empfohlen. Da die Viren nicht nur Gebärmutterhalskrebs verursachen können, sondern auch für Krebsarten wie Analkrebs oder Mund-Rachen-Krebs verantwortlich sind, wurde die Impfempfehlung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ausgesprochen. Die Impfungen sollten bei den Jungs zwischen dem neunten und vierzehnten Lebensjahr stattfinden. Die Kosten werden seit August 2018 auch von den Krankenkassen übernommen.

Die HPV-Impfung schützt vor Feigwarzen, jedoch nicht, wenn eine Erkrankung bereits vorliegt.

Allgemeine Tipps

Ist ein Partner an Feigwarzen erkrankt, sollte sich der andere unbedingt untersuchen lassen. So lange die Warzen bestehen, muss beim Geschlechtsverkehr ein Kondom verwendet werden. Selbst das Präservativ schützt nicht hundertprozentig vor einer Übertragung, da auch Hautkontakt oder eine Schmierinfektion als Übertragungsweg möglich sind. Achten Sie auf Sauberkeit, benutzen Sie niemals das gleiche Handtuch, vermeiden Sie Verletzungen beim Rasieren. Regelmäßige Kontrollen beim Arzt klären ab, ab wann die Kondylome ausgeheilt sind.

Kondome schützen nicht vollständig vor der Ansteckung mit humanen Papillomaviren (HPV). (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)

Meiden Sie während der Behandlungszeit alles, was das Immunsystem schwächen könnte, wie Alkohol, Drogen, übermäßigen Sport und zu wenig Schlaf. Achten Sie auf einen geregelten Tagesablauf, reduzieren Sie, wenn dies möglich ist, Stress. Gehen Sie viel an die frische Luft und ernähren Sie sich gesund.

Naturheilkunde

Feigwarzen gehören in die Hand eines Arztes und ein eigenmächtiges „herumdoktern“ ist unbedingt zu unterlassen. Über die Behandlung des Arztes hinaus, können bestimmte Mittel aus der Naturheilkunde, richtig vom Therapeuten ausgewählt, antiviral und abwehrsteigernd wirken. Eine naturheilkundliche Behandlung, zeitgleich mit der Schulmedizinischen, kann durchaus die Heilungszeit verkürzen.

Die Zistrose wird bei Grippeviren mit Erfolg eingesetzt. So ist hier ihre antivirale Wirkung ebenso einen Versuch wert. Echinacea, der Sonnenhut, unterstützt das Immunsystem, vor allem wenn dieser in Form einer sogenannten Schaukeltherapie angewandt wird: als Urtinktur, wenige Tropfen, drei Tage Einnahme – drei Tage Pause – drei Tage Einnahme – drei Tage Pause usw. – nach vier Wochen erfolgt eine Einnahmepause von mindestens zwei Wochen.

Was ebenso das Immunsystem anregt und noch dazu antiviral wirkt, ist Thuja in homöopathischer Form. Zusätzlich ist die Einnahme von Colostrum zu empfehlen. Colostrum stimuliert nicht die Abwehr, sondern hat eine modulierende Wirkung, was sehr wichtig ist, wenn die Patienten an einer Autoimmunerkrankung leiden. Hier ist nämlich Echinacea absolut kontraindiziert. Äußerlich kann ein Betupfen mit einer Melissensalbe oder eines starken Melissenabsuds Linderung verschaffen.

Zur ärztlichen Behandlung begleitend können Naturheilmittel wie Echinacea das Immunsystem stärken. (Bild: lva/fotolia.com)

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Feigwarzen unbedingt vom Arzt untersucht und so schnell wie möglich zu behandeln werden sollten. Hierbei müssen zu Hause die vom Arzt ausgesprochenen Vorschriften bezüglich Anwendung der Medikamente, Sauberkeit und weitere Verhaltensregeln genau eingehalten werden. Eine zeitgleiche Behandlung mit naturheilkundlichen Präparaten kann die Heilungszeit verkürzen und schnellere Linderung verschaffen. Aber auch hier ist der Gang zu einem Therapeuten nötig. Eigenmächtiges Handeln sollte unterlassen werden. (sw)