Abnehmen im Schlaf

Wie realistisch können Methoden „Abnehmen im Schlaf“ sein?

Schlank werden im Schlaf – verlockender könnte ein Angebot nicht sein. Einfach nur hinlegen, ausruhen und dabei auch noch ein paar Kilo verlieren wäre wohl die Traum-Diät für jeden, der versucht, sein Gewicht zu reduzieren. Wer jetzt aber denkt, man könne beim Abnehmen im Schlaf essen, was man möchte, der liegt leider falsch. Denn auch diese Abnehm-Strategie folgt gewissen Richtlinien, die eingehalten werden müssen, damit es mit dem Schlankwerden klappt. Alles Wissenswerte sowie nützliche Tipps zum Thema finden Sie hier.


Schlank im Schlaf – das Diätkonzept

Das Abnehmen im Schlaf ist ein Diätkonzept, das Mitte der 1990er Jahre von dem Internisten und Ernährungsmediziner Dr. Detlef Pape entwickelt wurde. Gemeinsam mit dem Sportmediziner Elmar Trunz-Carlisi, dem Arbeitsmediziner Rudolf Schwarz und dem Prokuristen der Stadtwerke Köln GmbH Helmut Gillessen führte Pape ein Projekt durch, bei dem sich die Mitarbeiter der Stadtwerke Köln unter Einhaltung gewisser Diätrichtlinien gesünder ernähren sollten. Das Projekt war sehr erfolgreich und die Teilnehmenden verloren nach nur fünf Monaten Diät im Durchschnitt 11,5 Kilogramm Körpergewicht. Grund genug für andere Diät-Interessenten, diesem Konzept nachzueifern. Tatsächlich gar keine so schlechte Idee, denn hinter der Schlank-im-Schlaf-Diät steckt eine medizinisch fundierte Strategie.

Im Schlaf Gewicht verlieren klingt verlockend. Die Abnehm-Strategie folgt allerdings gewissen Richtlinien, die eingehalten werden müssen, damit es mit dem Schlankwerden klappt. (Bild: Cara-Foto/fotolia.com)

Alles eine Frage der Zeit

Das Konzept für Pape’s „Abnehmen im Schlaf“ beruht auf der Vermutung des Mediziners, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Biorhythmus eines Menschen, der Nährstoffzusammensetzung seiner Nahrung und dem Zeitpunkt gibt, zu welchem die Nahrungszufuhr erfolgt. Insbesondere das Zusammenspiel von Gewichtszunahme und Insulinspiegel nimmt hier nach Pape eine besondere Schlüsselrolle ein.

Insulin (Insulinum) ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und im Körper bekanntlich für die Zuckerverwertung zuständig ist. Im Detail ermöglicht Insulin den im Blut befindlichen Zuckermolekülen das Einwandern in die Körperzellen. Hier fungiert der Zucker infolge als Energiespender für zellinterne Prozesse. Außerdem greift das Hormon auch in den Fett- und Eiweißhaushalt des Körpers ein. Denn eine hohe Ausschüttung an Insulin hemmt die Fettverbrennung und fördert folglich die Fetteinlagerung ins Körpergewebe. Ein Effekt, der beim Abnehmen eher weniger wünschenswert ist. Aus diesem Grund hat Pape die Insulin-Trennkost etabliert, die mittels gezielter Nahrungsauswahl die körpereigene Insulinausschüttung möglichst gering halten soll und damit die Fettverbrennung ankurbelt.

Von Zuckern und Fetten

Nun könnte man denken, dass Pape’s Strategie auf eine möglichst geringe Zufuhr an Lebensmitteln abzielt, welche die Ausschüttung von Insulin befördern. Dies geschieht vor allem durch Kohlenhydrate (Saccharide), besser bekannt als Zucker. Allerdings setzt Pape beim Abnehmen im Schlaf weniger auf einen Verzicht von Kohlenhydraten, sondern viel mehr auf ein bestimmtes Timing beim Verzehr kohlenhydratreicher Nahrung. Was gar nicht so falsch ist, denn obwohl unser Körper theoretisch ohne Zucker auskäme, machen die Leistungsansprüche des Alltags einen Komplettverzicht auf Kohlenhydrate in der Praxis doch relativ schwierig.

Der Grund: Im Vergleich zu Vitaminen, die dem Körper ebenfalls als Energielieferanten dienen, zuvor jedoch erst eine gewisse Zeit der Stoffwechselverwertung durchlaufen müssen, stellt Zucker seine Energie sehr schnell für den Organismus bereit. Dies ist vor allem zu jenen täglichen Stoßzeiten wichtig, in denen der Körper Hauptphasen der Leistungsbereitschaft durchläuft. Erfreulicherweise wird in besagten Stoßzeiten der Zucker auch relativ zügig wieder abgebaut, wodurch sich eine vermehrte Einlagerung von Kohlenhydraten auf natürlichem Wege unterbinden lässt.

Zucker stellt seine Energie sehr schnell für den Organismus bereit. Dies ist vor allem zu jenen täglichen Stoßzeiten wichtig, in denen der Körper Hauptphasen der Leistungsbereitschaft durchläuft. (Bild: nelen.ru/fotolia.com)

In Ruhe hingegen ist eine zusätzliche Zuckerzufuhr wenig förderlich. Dies gilt vor allem für die nächtliche Schlafphase, in welcher der sogenannte Regenerationsstoffwechsel aktiv ist. Dieser ist maßgeblich für die Reparatur und Regeneration von alltäglichen Zellschäden zuständig. Zusätzlich entschlackt der regenerative Teil des Stoffwechsels während des Schlafs auch die Zellen durch Abtransport von eingelagerten Stoffwechselprodukten, die sich über den Tag hinweg im Zellgewebe angehäuft haben. Als Energielieferant dient dem Regenerationsstoffwechsel dabei insbesondere Körperfett. Ein Umstand, der sich in der Tat für die Fettverbrennung bei Diäten nutzen lässt, wenn man gezielt auf eine Energiezufuhr durch Kohlenhydrate vor dem Schlafen verzichtet. Diese behindert ansonsten nämlich die natürliche Fettverbrennung des Stoffwechsels zur nächtlichen Regeneration und macht somit auch das Abnehmen schwerer.

Dem Ernährungsmediziner Pape war dieser Stoffwechselmechanismus natürlich bekannt. In seinem Schlank-im-Schlaf-Projekt ging er deshalb dazu über, sich am Biorhythmus des Körpers zu orientieren und die Nährstoffzufuhr beim Abnehmen im Schlaf so zu konzipieren, dass der Verzehr kohlenhydratreicher Lebensmittel ideal auf den alltäglichen Leistungsrhythmus des Körpers abgestimmt ist.

Zucker ist nicht gleich Zucker

Es geht beim Abnehmen im Schlaf also nicht darum, Kohlenhydrate völlig wegzulassen, sondern die Kohlenhydratzufuhr so zu timen, dass sie dem nächtlichen Regenerationsstoffwechsel nicht in die Quere kommt. Zusätzlich wird bei der Auswahl von Lebensmitteln auch auf die Art der Kohlenhydrate geachtet. Von diesen gibt es vier verschiedene Varianten:

  • Einfachzucker (Monosaccharide) – Als Einfachzucker werden jene Kohlenhydrate bezeichnet, die aus nur einem Zuckermolekül bestehen. Hierzu gehören vor allem Fruchtzucker (Fructose), Schleimzucker (Galactose), Traubenzucker (Glucose). Viele Einfachzucker lassen sich dank ihres Namens bereits als wichtiger Nährstoff von Obstsorten erkennen. Traubenzucker wird hierbei schon seit Langem als besonders effizienter Energielieferant gefeiert. D-Glucose, auch Dextrose genannt, ist namensgebender Inhaltsstoff der Produktpalette Dextro Energy, die aus Traubenzucker von Sportdrinks über Lutschbonbons bis hin zu Schokolade eine ganze Reihe energiespendender Lebensmittel herstellt.
  • Zweifachzucker (Disaccharide) – Disaccharide bestehen aus zwei Zuckermolekülen und damit aus zwei Einfachzuckern. Zu den bekanntesten Zweifachzuckern zählen Malzzucker (Maltose), Milchzucker (Lactose) und Rohr- bzw. Rübenzucker (Saccharose). Rohr- und Malzzucker sind in der Lebensmittelindustrie die klassischen Zuckervarianten zur Herstellung von Süßungsmitteln. Lactose findet sich dagegen namensgemäß maßgeblich in Milch und Milchprodukten. Dabei schwankt der tatsächliche Milchzuckergehalt je nach Produkt- und Milchart sehr stark. So haben Ziegen- und Kuhmilch zum Beispiel nur zwischen 4,3 und 4,6 % an Lactose vorzuweisen, während Kamelmilch 5 % und Eselmilch sogar über 7 % Kohlenhydrate aufweisen. Auch Milchprodukte wie Joghurt oder Sauerrahm sind mit etwa 3 % Lactose im Vergleich zu reiner Milch deutlich kohlenhydratreduziert.
  • Mehrfachzucker (Oligosaccharide) – Eine Sonderform der Kohlenhydrate, die aus drei bis zehn Einfachzuckern aufgebaut ist. Je nach genauer Anzahl wird dabei weiter unterschieden in Dreifachzucker (Trisaccharide, z.B. Raffinose), Vierfachzucker (Tetrasaccharide, z.B. Stachyose), Fünffachzucker (Pentasaccharide, z.B. Verbascose) usw.. Im Unterschied zu Ein- und Zweifachzuckern schmecken Oligosaccharide nicht süß, sondern haben eine eher mehlige Note. Auch finden sich Mehrfachzucker wie Raffinose hauptsächlich in Getreide und Gemüsesorten wie Hülsenfrüchten oder Kürbisgewächsen, wo sie oftmals die Transportfunktion von Mehrfach- und Vielfachzuckern übernehmen.
  • Vielfachzucker (Polysaccharide) – Besteht ein Kohlenhydrat aus mindestens elf Einfachzuckern, so spricht man von einem Vielfachfachzucker. Bekannt sind hier vor allem pflanzliche Stärke (Amylose), tierische Stärke (Glykogen), Pektinstoffe (Pektin), Hüllstoffe (Chitin) und Zellfaserstoffe (Cellulose). Wie Mehrfachzucker haben auch Vielfachzucker einen eher mehligen, manchmal sogar kalkigen Geschmack. Zudem kommen auch sie eher selten in Früchten und süßschmeckenden Pflanzen vor, vielmehr in Gemüse, Getreide und sogar in tierischen Nahrungsmitteln. Stärke und Pektin findet sich beispielsweise vorrangig in Kartoffeln, Nüssen, Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Erbsen sowie in Vollkorngetreide. Speziell Stärke ist in Form von Glykogen zudem auch in tierischen Produkten wie Tierleber zu finden. Chitin wiederum ist den meisten wohl als Bestandteil der Schale von Meerestieren (z.B. Muscheln, Krebsen oder Fischschuppen) ein Begriff. Allerdings findet sich dieses Kohlenhydrat auch in Pilzen.
Nach Pape besteht ein Zusammenhang zwischen dem Biorhythmus eines Menschen, der Nährstoffzusammensetzung seiner Nahrung und dem Zeitpunkt, zu welchem die Nahrungszufuhr erfolgt. Demnach sind Kohlenhydrate so zu timen, dass sie dem nächtlichen Regenerationsstoffwechsel nicht in die Quere kommen. (Bild: mattkusb/fotolia.com)

Vorsicht bei der Kohlenhydratwahl!

Gerade natürliche Polysaccharide sind äußerst reich an Ballaststoffen. Manche von ihnen, wie etwa die Cellulose, dienen dem Organismus gar ausschließlich als Ballaststoffe, da der Körper sie aufgrund ihrer besonderen Molekülstruktur nicht aufspalten kann und somit unverwertet wieder ausscheidet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Mehrfachzucker als besonders gesund gelten und somit beim Abnehmen im Schlaf zu bevorzugen sind. Überhaupt spielt der Gesundheitswert von Kohlenhydraten für die Schlank-im-Schlaf-Philosophie eine wichtige Rolle. Zu differenzieren ist hierbei zwischen gesunden und ungesunden Kohlenhydraten.

Als gesunde Kohlenhydrate werden diesbezüglich Kohlenhydrate beschrieben, die naturbelassen sind, also unverarbeitet in natürlichen Lebensmitteln vorkommen. Sie wurden nicht künstlich raffiniert und lassen sich deshalb auch als vollwertige oder komplexe Kohlenhydrate beschreiben. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie eine hohe Menge an Ballaststoffen enthalten, für deren Trennung vom verwertbaren Anteil an Zuckermolekülen der Körper einen Aufspaltungsprozess betreiben muss. Dies wiederum regt die Stoffwechselaktivität an und sorgt außerdem dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht allzu stark aus dem Gleichgewicht gerät, weil die aufgespaltenen Bestandteile leicht und schnell verwertet werden können.

Anders sieht es dagegen bei raffinierten Zuckern aus. Der Begriff beschreibt all jene Kohlenhydrate, die in der Lebensmittelherstellung einen Raffinierungsprozess durchlaufen haben. Dies gilt insbesondere für Zweifachzucker wie Saccharose, die gemeinhin zur Herstellung von weißem Raffineriezucker genutzt werden. Das Raffinieren sorgt dabei für eine künstliche Trennung bestimmter Zuckermoleküle von kohlenhydrateigenen Ballaststoffen, wodurch isolierte bzw. ungesunde Kohlenhydrate entstehen. Da sie vom Körper nicht mehr aufgespalten werden müssen, ergibt sich durch diese Zuckervarianten langfristig nicht nur eine schlechtere Stoffwechselrate, sondern zudem auch eine vermehrte Einlagerung zu hoher Zuckermengen in das Blut. Folglich steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr raffinierten Zuckers stark an, was nicht nur eine erhöhte Ausschüttung von Insulin und damit einen schlechteren Fettstoffwechsel bedeutet. Ebenso steigt das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken, durch dauerhaften Verzehr ungesunder Kohlenhydrate deutlich an.

Wissenswertes: Laut einer Studie des Department of Food Science and Technology an der Yeungnam University in Korea hat der Verzehr von Raffineriezucker noch ganz andere Auswirkungen auf die Gesundheit. Offenbar besitzen besagte Zuckervarianten nicht nur weniger Ballaststoffe, sondern auch weniger Antioxidantien als ihre naturbelassenen Gegenstücke. Schädlich ist das vor allem für Herz und Gefäße, weshalb raffinierter Zucker neben Diabetes auch das Risiko von Herzkrankheiten und Gefäßkrankheiten erhöht.

Industriezucker hat nicht nur weniger Ballaststoffe, sondern auch weniger Antioxidantien als seine naturbelassenen Gegenstücke. Schädlich ist das vor allem für Herz und Gefäße. (Bild: LiliGraphie/fotolia.com)

Ernährungsplan beim Abnehmen im Schlaf

Es wird ersichtlich, dass die Nahrungsaufnahme beim Abnehmen im Schlaf alles andere als Auslegungssache ist. Der Ernährungsplan folgt bei dieser Diät, zumindest wenn es um die Zusammensetzung der Lebensmittel geht, klaren Vorgaben zum zeitlichen Verzehr von Kohlenhydraten. Grundsätzlich ist nach dem „Schlank-im-Schlaf“-Konzept von Pape dabei der Verzehr von drei Mahlzeiten in einem Mindestabstand von fünf Stunden vorgesehen. Nachstehend ein kleiner Überblick zu den wichtigsten Grundregeln bei Abnehmen im Schlaf:

  • Morgens: Kohlenhydrate – Am Morgen braucht unser Körper schnell und viel Energie, um die Anforderungen des Tages im Job, in der Freizeit und im Privatleben bewältigen zu können. Darüber hinaus ist es hier noch lange hin bis zur nächsten Schlafphase, weshalb der Stoffwechsel ausreichend Zeit hat, um die morgendliche Kohlenhydratzufuhr im Laufe des Tages wieder auszugleichen. Die Mahlzeit am Morgen darf deshalb getrost aus kohlenhydratreichen Lebensmitteln bestehen. Mit Blick auf gesunde und ungesunde Kohlenhydrate sind aber Lebensmittel, die naturbelassene Komplexzucker enthalten (z.B. Früchte, Vollkornbrot oder Müsli), ganz klar den raffinierten Zuckerzusätzen vorzuziehen.
    Tipp: Auch Milchprodukte sollten am Morgen mit Vorsicht genossen werden, da sie neben Lactose auch Eiweiß enthalten, das nach Dr. Pape erst zum Mittagessen auf dem Ernährungsplan steht.
  • Mittags: Kohlenhydrate und Proteine – Die Mittagsmahlzeit kann beim Abnehmen im Schlaf aus ausgewogener Mischkost bestehen. Die Kohlenhydratzufuhr ist nun allerdings etwas herunterzuschrauben und mit einer angemessenen Eiweißzufuhr auszugleichen. Nun sind Milch und Milchprodukte wie Käse, Joghurt, aber auch Fleisch, Fisch, Eier und andere proteinhaltige Lebensmittel erlaubt. Pape orientierte sich bei seinem Projekt bei den Stadtwerken Köln an Lebensmitteln, die üblicherweise in der Kantine oder Mensa des Unternehmens angeboten wurden. Er machte dabei keine großen Vorgaben zur Lebensmittelwahl, ließ aber nicht unerwähnt, dass im Sinne einer negativen Kalorienbilanz der Fettgehalt der Mittagessen nicht zu ausufernd sein sollte.
    Tipp: Gemüsesorten wie Bohnen und Kartoffeln, ebenso wie manche Getreide- und Nusssorten, beinhalten sowohl Kohlenhydrate als auch Proteine und liefern ganz nebenbei auch noch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Sie sind beim Abnehmen im Schlaf deshalb wie geschaffen für ein leckeres Mittagessen.
  • Abends: Proteine – Der wichtigste Aspekt des Diätkonzepts nach Pape ist der abendliche Verzicht auf kohlenhydratreiche Lebensmittel. Hierdurch soll die gezielte Energiegewinnung des Regenerationsstoffwechsels aus eingelagertem Körperfett und eine Entschlackung stimuliert und somit Gewichtsabnahme während des Schlafs unterstützt werden. Ziel der Proteinmahlzeit ist es also, durch den Verzicht auf Kohlenhydrate die Insulinausschüttung bewusst niedrig zu halten, damit die Fettverbrennung optimal arbeiten kann. Anstatt energieliefernden Kohlenhydraten gibt es abends deshalb eine eiweißreiche Mahlzeit, bestehend aus Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Eiern oder Milchprodukten.
    Tipp: Auch beim Abendessen sollten die ausgewählten Lebensmittel nicht übermäßig fettreich sein, um den nächtlichen Fettabbau nicht zu beeinträchtigen. Aus diesem Grund empfehlen sich magere Fisch- und Fleischsorten wie Lachs, Thunfisch, Truthahn oder Geflügel.
  • Zwischendurch: Viel Trinken – Zwischen den Mahlzeiten erlaubt das „Abnehmen im Schlaf“-Konzept nur Getränke. Und auch hierbei ist auf den Nährstoffplan der Schlank-Im-Schlaf-Diät zu achten. Denn Kohlenhydrate sollten in den Getränken nicht vorkommen, was bedeutet, dass Fruchtsäfte, Limonaden und Soft Drinks für zwischendurch generell tabu sind. Ausschließlich Wasser, ungesüßte Tees und Kaffee ohne Milch und Zucker sind demzufolge nach Pape geeignet.
Der wichtigste Aspekt des Diätkonzepts nach Pape ist der abendliche Verzicht auf kohlenhydratreiche Lebensmittel. Empfohlen wird eiweißreiche Kost, bestehend aus Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Eiern oder Milchprodukten. (Bild: whitestorm/fotolia.com)

Schlank-im-Schlaf – mehr als nur eine Diät

Pape selbst empfiehlt sein Diätkonzept nicht nur für einen kurz gewählten Zeitraum, sondern auch als langfristig angelegte Ernährungsumstellung anzuwenden. Und auch nach Angaben der Verbraucherzentrale ist davon zumindest nicht abzuraten, da dem Konzept trotz der Trennung von Eiweißen und Kohlenhydraten dennoch eine ausgewogene Zusammenstellung an Nährstoffen zugrunde liegt. Durch eine dauerhafte Ernährung nach der Insulin-Trennkost droht also keine Mangelernährung. Im Gegenteil, vielmehr werden diejenigen, die sich nach dem Konzept ernähren, für ihren eigenen Biorhythmus sowie für die Stoffwechselabläufe ihres eigenen Körpers sensibilisiert, was einer gesunden Ernährung mehr als zuträglich ist. Wir können daher guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen und das Abnehmen im Schlaf nicht nur als Diät, sondern als eigenständiges Ernährungskonzept vorschlagen.

Gegenindikationen

Trotz der positiven Gesundheitsaspekte von Pape’s Schlank-Im-Schlaf Strategie gibt es auch Gründe, die gegen eine Diät sprechen. Vor allem Diabetikern ist mit Blick auf ihre krankheitsbedingte Insulinstörung von dieser Ernährungsmaßnahme abzuraten. Auch Menschen mit bestehender Nierenerkrankung sollten sich vor Beginn dieser Diät eingehend mit ihrem behandelnden Arzt beraten und für die Dauer der Diät ggf. auch eine ärztliche Überwachung des Gesundheitszustandes anstreben. Denn sowohl bei Diabetes als auch bei Niereninsuffizienz kann die bewusst niedrige Insulinausschüttung der Schlank-im-Schlaf-Diät, wie auch deren hohe Eiweißzufuhr am Mittag und Abend, unter Umständen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Fünf Tipps zum Erfolg der Diät

Auch wenn das Konzept an sich äußerst vielversprechend ist, gibt es wie bei jeder Diät auch beim Abnehmen im Schlaf ein paar Stolperfallen, die den Diäterfolg scheitern lassen können. Ursächlich ist hierfür meist eine Nicht-Einhaltung der Ernährungsrichtlinien. Für einige der häufigsten Ursachen gibt es allerdings ein paar einfache Orientierungshilfen:

  1. Kalorien zählen: Auch das Diätkonzept nach Pape baut auf einem Kaloriendefizit auf, das Grundvoraussetzung dafür ist, überhaupt Gewicht verlieren zu können. Wer die Richtlinien des Konzepts also soweit hinunterbricht, dass er zwar abends auf Kohlenhydrate verzichtet, sich aber ansonsten tagsüber ohne Maß den Bauch vollschlägt, wird unweigerlich scheitern, weil er einfach zu viele Kalorien zu sich nimmt. Es gilt deshalb, neben der Insulin-Trennkost auch auf die Kalorienzahl der ausgewählten Lebensmittel zu achten. Apps für Handys bieten hier mittlerweile sehr umfassende Möglichkeiten.
  2. Sorgfältige Lebensmittelauswahl: Apropos Auswahl – die richtige Wahl der Lebensmittel ist trotz schlichten Vorgaben auch bei Abnehmen im Schlaf ratsam. Interessanterweise klappt dies gerade bei feierlichen Anlässen sehr gut. Wo vielen ein üppiges Buffet einen Strich durch die Rechnung macht, wenn es ums Abnehmen geht, erkennt der Diätexperte mannigfaltige Möglichkeiten, um sein Ernährungskonzept durchzuziehen und kann sich mitunter sogar zu neuen Rezepten inspirieren lassen. Auch im Supermarkt sollten sich Personen, die ein Schlankwerden im Schlaf anstreben, eher Zeit lassen als durch die Regalreihen zu hasten, um Versuchungen zu widerstehen. Ein aufmerksames Auge findet zwischen all den Verlockungen nämlich interessante Angebote, die das Abnehmen im Schlaf wunderbar unterstützen können und gleichzeitig auch noch sehr lecker sind.
  3. Heißhungerattacken vermeiden: Fünf Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten und zu den Mahlzeiten auch noch auf ein Kaloriendefizit achten, birgt die Gefahr von Heißhungerattacken. Gerade dann, wenn beim Frühstück oder Mittagessen vermehrt ungesunde, also raffinierte Kohlenhydrate, verzehrt werden, hat dies extreme Schwankungen im Blutzuckerspiegel zur Folge, die sich beim erneuten und starken Absinken des Blutzuckers gerne in Heißhunger äußern. Wer diesen Attacken nachgibt, der gefährdet selbstverständlich auch seinen Diäterfolg. Zumindest mit Blick auf ungesunde Kohlenhydrate lässt sich dem aber durch eine geeignete Zuckerauswahl vorbeugen. Greifen Sie daher lieber auf komplexe und naturbelassene Zucker zurück.
  4. Heißhungerattacken widerstehen: Trotz guter Vermeidungsstrategie werden sich Heißhungerattacken bei einer Diät nie ganz abstellen lassen. Dies ist völlig natürlich, kann jedoch durch richtige Maßnahmen entschärft werden. Beispielsweise verbirgt sich hinter zahlreichen Heißhungern oftmals nur ein verstärktes Durstgefühl. Aus diesem Grund sollten Betroffene beim ersten Anzeichen von Heißhunger einfach erst einmal ein großes Glas Wasser trinken und sehen, was passiert. Ist der Hunger oder Appetit auch dann noch vorhanden, lässt sich die Zeit bis zur nächsten Mahlzeit durch folgende Maßnahmen überbrücken:
    • Mandeln naschen: Mandeln enthalten zwar viel, aber dafür gesundes Fett. Im Detail handelt es sich um Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die dafür bekannt sind, den Stoffwechsel positiv zu unterstützen und sogar beim Abnehmen zu helfen. Langsam zerkaut lassen Mandeln außerdem ein aufkommendes Hungergefühl erst einmal wieder für eine Weile in den Hintergrund rücken.
    • Gemüse statt Chips: Bereiten Sie für den nächsten Couchabend vorm Fernseher doch einfach ein paar Gemüsesticks als Snackalternative zu Kartoffelchips vor. Diese enthalten bekanntlich einiges an Kartoffelstärke und sind deshalb mehr als ungeeignet für einen abendlichen Snack. Inzwischen gibt es auch leckere Gemüsechips im Handel, die anstatt auf Kartoffeln auf kohlenhydratarme Gemüsesorten setzen. Allerdings raten wir hier dazu, genau auf die Zusatzstoffe der Produkte zu achten und die Veggie-Chips im Zweifelsfall lieber selbst herzustellen. Hobeln Sie hierfür das geputzte Gemüse in dünne Scheiben und geben sie diese anschließend auf ein Backblech. Nun werden die Gemüsescheiben noch mit etwas Pflanzenöl bestrichen und mit ein wenig Salz und Kräutern (z.B. Thymian, Rosmarin, Pfeffer oder Paprika) bestreut, bevor sie bei ca. 150 °C für 40 bis 50 Minuten in den Ofen kommen. Achten Sie während der Backzeit darauf, hin und wieder den Wasserdampf zu entlüften, damit die Gemüsechips auch schön kross und knusprig werden. Besonders gut für dieses Rezept geeignet ist Rübengemüse wie Möhren, Pastinaken, Rettich oder Rote Beete und Kohlgemüse wie Wirsing oder Grünkohl.
    • Kauen statt naschen: Ein Kaugummi kann bei aufkeimendem Heißhunger ebenfalls oft Abhilfe schaffen. Das Kaugummikauen verbrennt nämlich nicht nur einiges an Kalorien, sondern übermittelt dem Sättigungszentrum im Gehirn auch positive Signale, welche das Hungergefühl wieder sinken lassen.
  5. Das Umfeld einbeziehen: Arbeitskollegen, Familienmitglieder und Freunde sollten von Ihrem Diätvorhaben in Kenntnis gesetzt werden. Damit erreicht man einerseits einen gewissen Erfolgsdruck, sodass die Diät nicht gleich nach drei Tagen wieder über Bord geschmissen wird. Andererseits holt man sich so auch Motivatoren mit ins Boot, die einen mit gutem Zuspruch und vielleicht sogar der ein oder anderen Rezeptidee tatkräftig unterstützen können.
Auch das Diätkonzept nach Pape baut auf einem Kaloriendefizit auf, das Grundvoraussetzung dafür ist, überhaupt Gewicht verlieren zu können. Kalorienzähler gibt es mitlerweile sogar als App für Handys. (Bild: DragonImages/fotolia.com)

Diätfazit

Dass das Schlank-im-Schlaf-Konzept tatsächlich funktioniert, beweisen viele Anhänger dieser Diät- bzw. Ernährungsform, die von sehr beachtlichen Gewichtsverlusten berichten. Es muss jedoch gesagt werden, dass die Diät möglicherweise nicht für jede/n geeignet ist. Zum einen ist gerade die Zusammenstellung des Frühstücks ohne Milch und Milchprodukte eine sehr kniffelige Angelegenheit und wahrlich nicht jedermanns Sache, denn Rezepte wie Müsli ohne Milch und Joghurt muss man erst einmal mögen. Zum anderen ist das strikte Verbot von Früchten am Abend sowie die ebenfalls streng geregelte Esspause von fünf Stunden zwischen den Mahlzeiten eine weitere Herausforderung für viele, die sich mit derart knallharten Vorgaben schwertun.

Wie dem auch sei, Abnehmen im Schlaf ist alles andere als ein Schwindel, sondern ein durchdachtes Konzept, das aber wie jede Diät gewissen Richtlinien folgt. Im Grunde ist es sogar eine eigenständige Ernährungsphilosophie, die beim Teilnehmenden die Sensibilität für die persönliche Nahrungszusammenstellung sowie den Biorhythmus und Stoffwechselmechanismus des eigenen Körpers wecken soll. Ebenso fördert das Konzept eine kritischere Haltung gegenüber künstlichem Industriezucker aus der Raffinerie und Produkten, die auf entsprechende Zuckervarianten als Zutat setzen. Ein sehr wünschenswerter Nebeneffekt, wenn man bedenkt, dass Raffineriezucker als ein Hauptgrund für die epidemische Ausbreitung von Übergewicht gilt. Insgesamt lässt sich sagen, dass Pape es mit seinem Abnehmen im Schlaf sehr gut gemeint hat und das dahinterstehende Konzept zumindest in der Theorie sehr einleuchtend ist. Die praktische Umsetzung der Diätrichtlinien ist für den Alltag aber nicht immer geeignet. (ma)