Johannisbeeren – Inhaltsstoffe, Wirkung und Anbau

Johannisbeeren, gehören zum gesündesten, was der Garten zu bieten hat und schmecken auch noch exzellent. Ob hellrot, nachtblau, mattweiß oder schwarz: Sie helfen gegen Erkältung und schlechte Laune, gegen Insektenstiche sowie gegen Migräne.


Johannisbeeren – Die wichtigsten Fakten

Johannisbeeren sind reich an

  • Vitamin C,
  • Eisen,
  • Calcium und
  • Kalium.

Deshalb wirken sie gegen Eisenmangel, Durchblutungsstörungen und durch Sauerstoffmangel verursachte Kopfschmerzen. Als Obst lassen sie sich vielseitig verwenden und runden eine gesunde Ernährung ab.

Je nach Farbe der Johannsibeeren verändert sich nicht nur ihr Geschmack, sondern auch die Inhaltsstoffe variieren. (Bild: TwilightArtPictures/fotolia.com)

Inhaltsstoffe

Johannisbeeren glänzen mit Vitamin C in rauen Mengen, dazu kommen Mineralstoffe wie

  • Mangan,
  • Flavonoide,
  • Proanthocyane,
  • Polyphenole und
  • Linolensäure.

Bereits rote und weiße Beeren enthalten reichlich Vitamin C, zudem Eisen, Kalium und Anthocyane. Die schwarzen Johannisbeeren bieten indessen 175 Milligramm Vitamin C auf 100 Gramm Beeren, fünf mal so viel wie die roten – 100 Gramm schwarze Johannisbeeren decken also den Tagesbedarf an Vitamin C für zwei Menschen.

Vitamin C stärkt die Zellen, stützt die Wundheilung und hilft dem Körper, Eisen aus Pflanzen zu verarbeiten. Da Johannisbeeren auch noch exorbitant mehr Eisen enthalten als anderes Obst, wirken sie Eisenmangel entgegen. Eisen fördert die Produktion roter Blutzellen und sorgt dafür, dass der Körper genügend Sauerstoff erhält. Kalium entwässert und reguliert den Blutdruck, Calcium und Phosphor stärken Knochen wie Zahnschmelz.

Schwarzen Johannisbeere liefern sieben Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm Beeren, das entspricht einem Viertel der täglichen Tagesdosis. Die Fasern machen schnell satt und es dauert, bis sich ein Hungergefühl einstellt. Zudem unterstützen sie eine effektive Verdauung und können den Cholesterinspiegel sowie den Blutzucker senken.

Ein großes Ausmaß an Anthocyanen, also Farbpigmenten, in den schwarzen Johannisbeeren, soll Erkrankungen des Herz-Kreislaufs entgegen wirken. Valide Studien dazu sind indessen nicht eindeutig.

Wirkungen

Die Volksmedizin kennt Johannisbeeren als Mittel gegen folgende Leiden:

Die Beeren vom Johannistag

Johannisbeeren sind nach dem heiligen Johannes, dem Täufer, benannt, dessen Geburtsatg die Christen am 24. Juni feiern. Dieser Tag fällt in die Zeit der Reife der Beeren. Zudem liegt der Johannistag nahe an der Sommersonnenwende, die in vorchristlichen Kulturen ein wichtiges Fest war.

Der Namensgeber der Johannisbeeren ist der heilge Johannes der Täufer. (Bild: orisvo/fotolia.com)

Johannes der Täufer gilt zwar als Schutzpatron der Lämmer, Schafe und Haustiere, hat also im engen Sinne mit dem Schutz vor Erkältung oder Gicht wenig zu tun, doch galt sein Geburtstag auch allgemein als segensbringend. So säten die Bauern jetzt den Buchweizen und stachen zum letzten Mal Spargel. Der Johannistag war generell der Tag der Heilkräfte, an dem die Menschen auf dem Land die „Johanniskräuter“ sammelten wie Margerite, Bärlapp, Beifuß, Eisenkraut, Kamille und Königskerze. Diese Pflanzen entfalten Ende Juni ihre stärkste Kraft. Was lag näher, als die Heilkräfte der Johannisbeeren mit Johannes dem Täufer in Verbindung zu bringen.

In der Volksheilkunde galten Johannisbeeren als Mittel gegen Magenentzündungen, die rote Ruhr, Fieber, Tripper, Leberentzündung, tränende Augen, lose Zähne, Herzbeschwerden und geschwollene Zunge.

Die schwarze Johannisbeere stammt ursprünglich wahrscheinlich aus dem Norden des Irans. Araber nutzten einen Sirup mit den Beeren als Arznei. Nach Mitteleuropa gelangte sie im 15. Jh.

Biologie

Johannisbeeren sind Strauchgewächse, die bis zu eineinhalb Meter (bisweilen bis drei Meter bei der roten Beere) in die Höhe wachsen. Ihre Blätter sind handförmig und wachsen wechselseitig an kurzen Stielen. Im April und Mai öffnen sich gelbgrüne Blüten, aus denen sich Ende Juni durchsichtige, rote oder schwarze Beeren entwickeln, die das Fruchtfleisch und die Samen enthalten.

Johannisbeeren im Garten

Johannisbeeren können Sie jederzeit von Februar bis Dezember pflanzen, die beste Zeit ist aber der frühe Herbst von September bis Mitte Oktober, damit die Johannisbeere früh austreiben kann. Containerpflanzen lassen sich ohne Probleme auch im Sommer eingraben. Die Pflanze schneiden Sie nach dem Einpflanzen am besten auf 30 Zentimeter zurück. Dann kann sie besser wachsen. Ideal ist es, die Wurzeln vor dem Einpflanzen circa Zehn Minuten in Wasser zu legen.

Standort

Johannisbeeren haben wenig Ansprüche, mögen aber Windschutz und einen aufgelockerten Boden mit Humus. Sonne ist gut. Im Halbschatten wachsen sie zwar auch, die Beeren bleiben dann aber kleiner, und es bildet sich mehr Säure – die Beeren schmecken sauer.

Johannisbeeren bilden flache Wurzeln aus und brauchen deshalb viel Wasser. Wenn Sie nur gelegentlich in ihren Garten kommen, können Sie mit einer Schicht aus Laub oder Rindenmulch dem Austrocknen des Bodens ab Mai vorbeugen. Johannisbeeren lieben Stickstoff. Der ist in unserer überdüngten Landschaft zwar reichlich vorhanden, auch in der Luft, aber falls Sie einen mageren Boden haben, reichern Sie diesen besser mit Gründünger an. Den graben Sie dann vor dem Pflanzen in den Boden, dort zersetzt er sich und bringt Nährstoffe hinein. Das beste sind die alten Bauerndünger – Stallmist und Kompost.

Johannisbeeren anpflanzen

Eine Johannisbeerpflanze setzen Sie tief in die Erde – nur so kann sie viele neue Triebe bilden. Die Wurzeln sollten an der Oberseite mindestens fünf Zentimeter mit Erde bedeckt sein, damit sie bei starkem Frost nicht absterben. Als Flachwurzler mag die Beere durchlüftete Erde.

Ist die Pflanze in der Erde, wässern Sie reichlich. Gerade für Johannisbeeren empfiehlt sich Einschlämmen, das heißt, das heißt, sie schütten so viel Wasser in die lockere Erde, dass sich Schlamm bildet – oder aber sie verrühren Erde und Wasser in einem Eimer zu Schlamm und gießen diesen in das Pflanzloch.

Johannisbeere eignet sich ausgezeichnet für Hecken oder als Reihe. Pflanzen Sie mehrere Büsche nebeneinander, brauchen diese circa eineinhalb Meter Abstand.

Johannisbeerensträucher lassen sich sehr einfach im eigenen Garten züchten. (Bild: photo 5000/fotolia.com)

Pflege

Johannisbeeren danken einem jährlichen Schnitt durch kräftiges Wachstum und üppige Beeren. Schneiden sollten Sie direkt nach dem Pflücken der Beeren im Sommer. Je mehr Holz die Pflanze hat, desto weniger neue Triebe wachsen am Boden. Wenn Sie das Holz zurück schneiden, kommt Sonne und Luft an den Boden.

Johannisbeeren vermehren

Johannisbeeren können Sie sehr einfach vermehren. Sie schneiden dazu lediglich circa 20 Zentimeter lange Zweigstücke unterhalb eines Auges (Knospe) ab. Dabei setzen Sie den Schnitt schräg an. Die Stecklinge setzen Sie jeweils in ein Töpfchen mit lockerer Humuserde oder direkt in ein Beet.

Johannisbeeren zubereiten

Johannisbeere ist nicht gleich Johannisbeere: Die weißen sind süßer als die roten mit intensivem Geschmack, die roten schmecken eher sauer statt süß, die schwarze schmecken herb.

Rote und weiße Johannisbeeren eignen sich bestens für Desserts und Kuchen, zum Beispiel in Verbindung mit Joghurt, Quark oder süßer Sahne. Sie harmonieren mit Vanille (ebenso die schwarzen Beeren) und machen sich ausgezeichnet in Smoothies und Milkshakes.

Die schwarzen Beeren schätzen Genießer pur. Das Aroma ist unverkennbar herzhaft und weniger sauer als bei den roten. Schwarze Johannisbeeren machen sich unzerkleinert gut in Obstsalaten oder Puddings und geben diesen eine ganz eigene Note.

Reife Johannisbeeren liegen locker und die Farbe ist gleichmäßig; überreife Früchte trocknen aus, platzen oder schimmeln. Sind die Beeren noch an den Rispen, dann halten Sie diese kurz unter das Wasser und lassen sie abtropfen. Die Einzelbeeren pflücken Sie erst danach ab – dann bleibt das Aroma erhalten. Statt zu pflücken, können Sie die Beeren auch mit einer Gabel von der Rispe ziehen.
Johannisbeeren stecken voll mit Fruchtsäuren und eignen sich deshalb bestens für Gelees, Marmeladen, Sirup und Saft. Für ein Gelee zerdrücken Sie die Beeren in einer Schale, gießen dann den Saft ab und fügen stattdessen Zucker hinzu – im Verhältnis ein Teil Beeren zu zwei Teilen Zucker. (Dr. Utz von Anhalt)