Olivenkraut (Grünes Heiligenkraut) – Anwendung, Wirkung und Rezepte

Heilpraxisnet
Beim Olivenkraut (Santolina viridis) handelt es sich nicht, wie der Name vielleicht vermuten lassen könnte, um die krautigen Pflanzenteile der Olive. Nein, hinter dem Namen verbirgt sich eine besondere Pflanzenart aus der Gattung der Heiligenkräuter. Allerdings hat das Olivenkraut dennoch etwas mit dem Olivenbaum gemeinsam, sind seine Blätter doch reich an ätherischen Ölen, deren Aroma in der Tat an den Geschmack von grünen Oliven erinnert. In der mediterranen Küche ist Olivenkraut daher ein echtes Traditionskraut zur Geschmacksverfeinerung von olivenölhaltigen Fleisch- und Fischgerichten sowie zur Verfeinerung von Pastasoßen, Salatmarinaden und Pesto. Bei uns ist Santolina viridis hingegen noch relativ unbekannt, obwohl sich die mediterrane Kräuterpflanze nicht nur als Küchen, sondern auch als Heilkraut anbietet. Denn wo sie während dem Essen das Geschmackserlebnis intensiviert, profitiert nach dem Genuss deftiger Speisen der Magen-Darm-Trakt von den verdauungsfördernden Eigenschaften des Olivenkrauts. Und auch bei Infektionskrankheiten, Atembeschwerden oder Hautproblemen soll Santolina viridis ein Geheimtipp sein.

Wissenswertes: Das Olivenkraut wird in manchen Werken der Fachliteratur noch heute als Santolina rosmarinifolia aufgeführt. Die Bezeichnung rührt von dem Beinamen der Pflanze rosmarinblättriges Heiligenkraut her, den sie der rosmarinähnlichen Anordnung ihrer Blätter verdankt.


Steckbrief für Olivenkraut

Wissenschaftlicher Name: Santolina virids
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
Volkstümliche Namen: Cypressen, grüne Heiligenblume, grünes Heiligenkraut, rosmarinblättriges Heiligenkraut, grüne Lavendel-Baumwolle, Rosmarinheide, Zypressenkraut
Vorkommen: Südeuropa, Nordafrika, Mittelmeerraum
Anwendungsgebiete:

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Blüten und Früchte

Die Blätter des Olivenkrauts sind reich an ätherischen Ölen, deren Aroma an den Geschmack von grünen Oliven erinnert. Ansonsten hat das Kraut aber keine Verwandschaft zur Olive. (Bild: tunedin/fotolia.com)

Kräuterportrait

Heiligenkraut stellt mit gerade einmal 24 bekannten Arten eine relativ kleine Pflanzengattung dar, lässt sich in der freien Natur aber recht leicht am besonderen Erscheinungsbild seiner Blätter erkennen. Diese sind, ebenso wie die Zweige des bis zu 60 Zentimeter hohen Halbstrauchs, mit einem filzigen Flaum überzogen, der bei manchen Arten sogar auffallend weißlich schimmert. Die Blätter der Santolina sind wechselständig angeordnet und erinnern stark an kleine Stecknadelköpfe, was den Blattstängeln ein sehr ungewöhnliches Aussehen beschert. Wären die Blattreihen violett gefärbt, könnte man fast an die Knospen von Lavendelblüten denken, was nicht zuletzt für volkstümliche Namen wie Baumwoll-Lavendel oder Lavendel-Baumwolle (im Englischen: Cotton Lavender / Lavender Cotton) verantwortlich ist. Im Gegensatz dazu stechen die tatsächlichen Blüten der Heiligenkräuter aber durch ihre leuchtend gelbe Färbung sowie ihre rundliche Körbchenform hervor.

Tipp: Ihr originelles Erscheinungsbild macht Santolina im Übrigen auch zu einer interessanten Zierpflanze. Gerade im Steingarten, der bekanntlich von einer mediterranen Bepflanzung lebt, wird das ursprünglich aus Spanien, Portugal und Marokko stammende Heiligenkraut immer wieder gerne gepflanzt. Der Halbstrauch eignet sich hier wunderbar als Beeteinfassung, Strukturpflanze und Begrünung für Trockenmauern. Man muss die Pflanze also nicht zwingend im Kräutergarten ansiedeln, sondern kann sie im Garten auch für dekorative Zwecke nutzen.

Der Name der Heiligenkräuter lässt sich direkt von deren lateinischer Fachbezeichnung Santolina ableiten, welche sich aus den Worten „sanctus“ für heilig und „linum“ für Flachs zusammensetzt. In der Antike war dieser „Heilige Flachs“ als Heilkraut kein Unbekannter. So nutzte man ihn außer als Küchenkraut zum Beispiel auch zur Entwurmung und gegen Haarausfall. Verwendet wurden hierfür vorrangig zwei Arten der Santolina:

  • Graues Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus)
  • und Grünes Heiligenkraut / Olivenkraut (Santolina viridis).

Im Mittelalter sorgten die Arten des Heiligenkrauts dann jedoch zunächst für reichlich Verwirrung in der Namensgebung. Offensichtlich tat man sich schwer damit, die alte Kräuterpflanze richtig einzuordnen. Aufgrund ihres Strauchwuchses hielten einige Erstbeschreiber die Pflanze zunächst für eine Variante der Zypresse (Cupressus) oder der Eberraute (Artemisia abrotanum), was zur Entstehung von Beinamen wie „Cypressen“, „Zypressenkraut“ oder „Abrotanum foemina“ führte.

„Deß Cypressen Samen / welches die Abrotanum foemina ist /
dienet woleingenommen wider die Würm / welche davon getötet werden“
– P. A. Mattioli; Quelle: https://www.kraeuter-buch.de/images/database/1/olivenkraut-matthioli.jpg

Graues Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) ist optisch nur schwer zu unterscheiden von Santolina viridis, im Bild oben zu sehen. (Bild: DSGNSR/fotolia.com)

Die von Mattioli beschriebene Anwendung von Heiligenkraut gegen Wurmbefall ist aber nichtsdestotrotz zutreffend. Zwar steht bis heute vor allem die gute Wirkung von Heiligen- bzw. Olivenkraut bei Verdauungsbeschwerden und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts im Vordergrund der medizinischen Anwendung, jedoch wird Olivenkraut in der Volksmedizin einiger Länder nach wie vor zur Entwurmung genutzt. Daneben zeigt sich das Kraut auch als effizient in der Bekämpfung anderer unerwünschter Untermieter. Der Wirkungsbereich der Pflanze reicht hier von der Mottenbekämpfung bis hin zur Behandlung von Infektionen durch Erreger wie Escherichia Coli und Candida Pilzen. Abermals ist dabei der Geruch des Heiligenkrauts von Bedeutung, welcher vor allem beim Grünen Heiligenkraut besonders stark ausgeprägt ist.

Neben seinen verdauungsfördernden und antibakteriellen, beziehungsweise antiparasitären Effekten reagieren mitunter auch entzündliche Hauterkrankungen gut auf das mediterrane Kraut. Und selbst positive Erfahrungen zur Nutzung von Olivenkraut bei Atemwegserkrankungen sind bekannt. Nachstehend noch einmal die wichtigsten Anwendungsgebiete im Überblick:

  • natürliche Parasiten- und Insektenbekämpfung (z.B. bei Kakerlaken-, Motten-, Termiten- oder Wurmbefall),
  • Verdauungsbeschwerden (z.B. bei Appetitlosigkeit, Blähungen oder Magenkrämpfen),
  • Erkrankungen im Bereich des Verdauungssystems (z.B. bei Blasenentzündung, Gallenentzündung oder Magen-Darm-Infekt)
  • und sonstige Entzündungs- und Infektionskrankheiten (z.B. bei Atemwegsentzündungen, Hautentzündungen oder Hirnhautentzündungen).

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Heilwirkung von Olivenkraut ist dank einiger umfassender Studien inzwischen gut belegt. Immer wieder kamen Forscher dabei zu dem Ergebnis, dass Santolina außergewöhnliche immunmodulatorische, also das Immunsystem stärkende Eigenschaften, besitzt. Für die verdauungsfördernde Wirkung des Krautes ließen sich wiederum verschiedene, den Stoffwechsel und die Nervenfunktion regulierende Effekte feststellen. Zu verdanken sind diese pflanzeneigenen Fähigkeiten maßgeblich folgenden Inhaltsstoffen:

  • ätherische Öle,
  • Bitterstoffe
  • und Gerbstoffe.

Ätherische Öle

Ätherische Öle setzen sich in erster Linie aus Terpenen zusammen, welche in der Pflanzenwelt in einer beachtlichen Vielfalt von über 8000 verschiedenen Varianten vorkommen. Im Olivenkraut finden sich dabei vor allem Vertreter dieser Naturstoffe wieder, die auch für andere mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Majoran, Myrte, Kümmel, Koriander oder eben den Olivenbaum typisch sind. Sie verleihen der Pflanze nicht nur ihren charakteristischen Geschmack, sondern stellen auch einen nennenswerten Teil der pflanzeneigenen Heilkräfte. So ist das Cineol des Olivenkrauts beispielsweise dafür bekannt, hervorragend gegen Atemwegserkrankungen wie

zu wirken. Es wird in der Pflanzenheilkunde darum gerne zur Aroma- bzw. Inhalationstherapie eingesetzt. Des Weiteren besitzt Cineol auch entzündungshemmende Eigenschaften, welche bei Erkrankungen der Atemwege das Entzündungsgeschehen eindämmen und so die Atmung verbessern.

Das Cineol des Olivenkrauts ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Bekämpfung von Atemwegserkrankungen und eignet sich daher bestens zur Aromatherapie. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Das Myrcen in Santolina viridis beweist, dass altertümliche Assoziationen mit der Gattung Artemisia zumindest inhaltsstofflich nicht ganz abwegig waren. Denn auch einige ihrer als Heilkräuter genutzten Unterarten wie zum Beispiel der Beifuß, Wermut oder Estragon weisen hohe Mengen an Myrcen auf. In erster Linie handelt es sich hierbei um ein geschmacksbildendes ätherisches Öl. Darüber hinaus besitzt das Monoterpen aber auch

  • antimikrobielle,
  • antioxidative,
  • entzündungshemmende
  • und krampflösende

Eigenschaften, was sowohl der verdauungsfördernden Wirkung, als auch der Wirksamkeit von Olivenkraut bei Entzündungs- und Infektionskrankheiten des Magen-Darm-Traktes zugute kommt.

Eng verwandt ist Myrcen mit Pinen. Das Terpen verdankt seinen Namen unverkennbar der Pinie, ist jedoch auch in einigen Kräutern wie Dill, Fenchel, Rosmarin und Koriander wiederzufinden. Medizinisch sind bei Pinen abermals dessen entzündungshemmende und desinfizierende Eigenschaften relevant, die gerade bei Krämpfen im Bereich der Atemwege sehr wohltuend wirken.

Übrigens: Ein weiterer und sehr besonderer ätherischer Inhaltsstoff in Olivenkraut ist das Sesquiterpen Germacren. Der Naturstoff ist bislang nur bedingt erforscht, jedoch konnte dem Terpen in einer italienischen Studie eine zytotoxische Wirkung gegen Darmkrebszellen nachgewiesen werden. Ein Aspekt, der die Heil- und Gewürzpflanze abermals für Anwendungen im Bereich des Verdauungstraktes prädestiniert.

Bitterstoffe

Neben ätherischen Ölen ist auch eine Reihe von Bitterstoffen an der Geschmacksbildung des Olivenkrauts beteiligt. Wie der Name schon sagt, eine besondere Gruppe von Naturstoffen, die einen bitteren Geschmack erzeugen. Genau wie Terpene bergen Bitterstoffe neben ihren aromatischen Eigenschaften auch diverse Heilqualitäten. Ein Begriff sind Bitterstoffe diesbezüglich vor allem aus der Prävention gegen Verdauungsbeschwerden. Als Hauptinhaltsstoff von Magenbitter sind die Pflanzensekrete kennzeichnend für Kräuter, die erfolgreich gegen

helfen oder davor bewahren. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es so manches Rezept für selbstgebrauten Magenbitter gibt, in dem Olivenkraut als Zutat aufgeführt ist.

Bitterstoffe fördern die Durchblutung im Magen-Darm-Trakt, daher ist Olivenkraut auch für Magenbitter eine geeignete Zutat. (Bild: Rosalie P./fotolia.com)

Bitterstoffe setzen sich in aller Regel aus Auszügen von Alkoholen, Zuckern oder Lipiden zusammen, welche die Durchblutung im Magen-Darm-Trakt fördern und daneben auch die Sekretion von Magen- und Gallensaft steigern sollen. Außerdem wird durch die bitteren Pflanzenstoffe auch die Darmperistaltik, also das Kontraktionsverhalten der Darmmuskulatur, positiv beeinflusst. Dank dieser Eigenschaften wirken Bitterstoffe

  • antioxidativ,
  • appetitanregend,
  • entblähend,
  • entkrampfend
  • und verdauungsfördernd.

Insbesondere die Fettverdauung soll dank Bitterstoffen enorm erleichtert werden, weshalb Magenbitter gerade nach dem Verzehr deftiger und fettiger Hausmannskost gerne zur Anwendung kommt.

Trotz ihrer einschlägigen Anwendungsgeschichte im Verdauungsbereich können Bitterstoffe und damit auch bitterstoffhaltige Kräuter wie das Olivenkraut aber noch mehr. Denn die Pflanzenstoffe regen nicht nur die Verdauung, sondern auch das Immunsystem an. Insbesondere pflanzeneigene Bitterstoffe aus dem Bereich der Polyphenole weisen hier einen starken immunmodulatorischen Effekt auf. Dieser macht sich hauptsächlich durch ein hohes entzündungshemmendes und antimikrobielles Potential des Olivenkrauts bemerkbar. Zusammen mit den verdauungsfördernden Eigenschaften der Pflanze ist diese deshalb ideal, um Entzündungen und Infektionen im Verdauungstrakt sowie deren krankheitstypische Symptome zu behandeln.

Zum Verdauungstrakt gehören diesbezüglich übrigens nicht nur Magen und Darm, sondern auch Organe wie Galle, Leber und Harnwege. Sie alle reagieren mehr als positiv auf Olivenkraut und bestätigen dessen wohlverdienten Ruf als natürlicher Verdauungshelfer.

Gerbstoffe

Unterstützung erhalten die Bitterstoffe in Santolina viridis bei ihrer Arbeit als Immunmodulatoren durch eine Vielzahl an pflanzlichen Gerbstoffen, den sogenannten Tanninen. Aus ihrer Nutzung als Gerbmittel zur Desinfektion von Tierhäuten ist deren

  • antibakterielle,
  • antimykotische
  • und antivirale

Wirkung bestens bekannt. Sie beruht auf der Eigenschaft der Tannine, Lebendgewebe durch einen zusammenziehenden (adstringierenden) Effekt zusätzlich zu verdichten, was gerade im Bereich von Hautgewebe für eine infektionsabwehrende Schutzmembran sorgt. Mit Blick auf Blutgefäße sorgen die adstringierenden Eigenschaften der Gerbstoffe außerdem dafür, dass im Wundfall Blutungen schneller gestillt werden. Insgesamt lassen sich für pflanzliche Gerbstoffe neben ihrer desinfizierenden Wirkung auch

  • blutstillende,
  • entgiftende,
  • entwässernde,
  • entzündungshemmende
  • und schmerzlindernde

Eigenschaften festhalten. Besonders interessant sind dabei auch die entwässernden und entgiftenden Fähigkeiten. Der Entwässerungseffekt der Tannine wirkt beispielsweise austrocknend auf das Gewebe, was Erregern wie Bakterien und Pilzen den Nährboden entzieht und somit einen noch besseren Schutz gegen Infektionen bietet. Im Darm entfaltet der entwässernde Effekt dagegen eine stopfende Wirkung, was Durchfall als Verdauungsbeschwerde schnell den Garaus macht. Geht es um die Ausleitung von Keimen und Schadstoffen aus dem Körper, kann eine Entwässerung ebenfalls von Nutzen sein. Neben der Durchspülung der Harnwege bei bestehenden Infektion gelten Gerbstoffe hier vor allem für die Ausleitung von Schwermetallen und Alkaloiden als besondere Geheimwaffe. Alles in allem ist Olivenkraut dank seines Gerbstoffgehalts bei folgenden Gesundheitsproblemen hilfreich:

  • Harnwegsinfekte / Blasenentzündungen,
  • Hautinfektionen / Hautentzündungen,
  • Magen-Darm-Infekte / Magen-Darm-Entzündungen,
  • Schwermetall- und Alkaloid-Vergiftungen
  • und Verletzungen.
Die Wirkung der im Olivenkraut enthaltenen Gerbstoffe zeigt sich auch positiv im Hinblick auf Verletzungen. (Bild: srisakorn/fotolia.com)

Lesetipp: Wissenschaftler der Universität of Calabria in Italien fanden heraus, dass die antibakterielle Wirkung von Santolina insbesondere gegen Staphylokokken, Listerien, Camphylobacter Enterobacter, Escherichia coli und Pseudomonien äußerst effizient ist. Santolina viridis (in der Studie als Santolina rosmarinifolia aufgeführt) im Speziellen zeigte zudem gute Effizienz gegen weitere Bakterien und Pilze wie Candida albicans. Die italienische Studie bestätigt auch eine Reihe weiterer Heilwirkungen des Olivenkrauts mit fundierten Nachweisen, weshalb wir sie gerne weiterempfehlen. Zur online Ansicht der Studienergebnisse geht es hier.

Anbau und Ernte

Wer erst einmal auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich das Heil- und Gewürzkraut auch direkt selbst zu Hause ziehen. Zu diesem Zweck ist ein kalkhaltiger und trockener Boden sowie ein lichtreicher Beetstandort wichtig, wie er dem natürlichen Habitat der Pflanze im Mittelmeerraum entspricht. Ideal ist daher ein Standort im Steingarten, wo das Olivenkraut üblicherweise in Gemeinschaftspflanzung mit anderen Mediterranpflanzen kultiviert wird.

Alternativ steht die Pflanze im Kräutergarten am besten neben Mediterrankräutern wie Thymian, Lavendel oder Rosmarin, da sich die Halbsträucher ähnliche Standortbedingungen teilen. Die Ernte von Santolina viridis erfolgt dann im Sommer, zwischen Juli und August, wenn das würzige Aroma von Blättern und Blüten sein volles Potential entfaltet. Schneiden sie zur Weiterverarbeitung vornehmlich junge Triebspitzen in einer Länge von fünf bis zehn Zentimeter ab. Diese werden dann am besten frisch weiterverarbeitet, da Olivenkräuter während des Trocknungsprozesses schnell an Geschmack verlieren. Diejenigen, die aber dennoch auf Vorrat lagern möchten, frieren das Kraut am besten ein.

Tipp: Wer sich besonders lange an seinem selbstgepflanzten Olivenkraut erfreuen möchte, der sollte beim Ernten in den ersten Jahren maßvoll vorgehen und den Halbstrauch nicht zu sehr einkürzen. Nur dann kann sich aus dem kleinen Halbstrauch ein kompakter Busch entwickeln, der künftig mehr Ertrag abwirft.

Idealer Standort für Olivenkraut ist ein Platz im Steingarten, wo die Pflanze üblicherweise mit anderen Mediterranpflanzen kultiviert wird. (Bild: vulkanismus/fotolia.com)

Anwendung und Dosierung

Die Anwendungsmöglichkeiten von Olivenkraut sind sehr vielseitig. Von einer traditionellen Verwendung in der Küche bis hin zur gezielten innerlichen und äußerlichen Anwendung bei konkreten Gesundheitsbeschwerden sind kreativen Rezeptideen hier kaum Grenzen gesetzt.

Äußere Anwendung von Olivenkraut

Wer Olivenkraut äußerlich anwenden möchte, der stellt am besten eine Tinktur oder einen Ölauszug aus den Trieben der Pflanze her. Auch das Einlegen in Essig ist möglich. Wichtig ist jedoch unter allen Umständen ein kaltes Extraktionsverfahren zu wählen, um das Aroma des Olivenkrauts so gut wie möglich zu erhalten.

Anwenden lässt sich das Extrakt dann auf problematische Hautstellen oder schlecht heilende Wunden. Insektenstiche und Symptome wie Juckreiz oder Hautbrennen reagieren ebenfalls positiv auf eine Behandlung mit Santolina viridis. Auf Alkohol oder Essig basierende Extrakte fördern hierbei zusätzlich die Desinfektion der betroffenen Hautareale. Eine weitere Empfehlung für die äußere Anwendung sind zudem Waschungen mit Olivenkraut. Hierzu geben Sie einfach eine Hand voll Olivenkrautblätter in das Badewasser oder nutzen einen vorab mit Wasser hergestellten Kaltauszug.

Innere Anwendung von Olivenkraut

Innerlich anwenden lässt sich Olivenkraut zum Beispiel durch die Einnahme fertiger Extrakte oder eines Kräutertees. Für letzteren können übrigens nicht nur die Blätter und Blüten, sondern auch die Samen der Santolina genutzt werden. Zwei bis drei Teelöffel der Heilkräuter sind in den meisten Fällen ausreichend, um eine Kanne Olivenkraut-Tee herzustellen. Dieser hilft dann besonders gut bei Verdauungsbeschwerden, Magenkrämpfen und Erkrankungen des Verdauungssystems wie Magen-Darm-Grippe oder Blasenentzündung.

Wichtig: Die Ziehzeit für Olivenkraut-Tee sollte nicht länger als drei bis fünf Minuten betragen, um einen Geschmacksverlust durch Hitzeeinwirkung zu vermeiden!

Olivenkraut in der Küche

Am häufigsten ist das Olivenkraut natürlich in der traditionellen mediterranen Küche im Gebrauch. Vor allem

  • Gemüsebeilagen,
  • Kräuterbutter,
  • Kräuterquark,
  • Kräuterpesto,
  • Kräutermarinaden,
  • Pilzgerichte,
  • Salatdressings
  • und Fleisch- und Fischgerichte

profitieren sehr von dem olivenähnlichen Aroma des Krautes. Auch Mozzarella-Tomaten-Platten verfeinert mit einer Kombination aus Olivenöl und Olivenkraut sind eine Überlegung wert. Gerade bei Kräuterpesto, das für gewöhnlich ebenfalls mit Olivenöl angesetzt wird, lässt sich dank Santolina viridis eine deutliche Geschmacksintensivierung erreichen. Im Idealfall wird das Kraut hier natürlich mit anderen Kräutern und Gewürzen aus dem mediterranen Raum gemischt, die geschmacklich gut miteinander harmonieren.

Achtung: Olivenkraut beim Kochen immer erst ganz zum Schluss hinzufügen, um Aroma zu bewahren!

Olivenkraut passt wunderbar in Kräuterpestos, da das olivenartige Armona hervorragend mit z. B. Basilikum harmoniert. (Bild: George Dolgikh/fotolia.com)

Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen für Olivenkraut bekannt.

Leckere Olivenkraut-Rezepte

Nachfolgend ein kleiner Auszug aus möglichen Rezeptideen.

Olivenkraut-Basilikum-Pesto

Zutaten:

  • ein frischer Bund Basilikumblätter,
  • eine Knoblauchzehe,
  • drei grüne Oliven,
  • sieben Zweige Olivenkraut,
  • 125 Milliliter Olivenöl,
  • zwei Esslöffel Pinienkerne,
  • drei Esslöffel Parmesan,
  • ein halber Teelöffel Salz,
  • ein Teelöffel Zitronenabrieb (alternativ Zitronensaft),
  • etwas Pfeffer,
  • und Mörser und Stößel.

1. Schritt: Waschen sie Basilikum und Olivenkraut gründlich und schütteln sie die Kräuter danach vorsichtig trocken. Nach dem Abtupfen mit etwas Küchenpapier werden die Küchenkräuter dann zerpflückt und gemeinsam mit dem geschälten Knoblauch und den Pinienkernen fein gehackt.

2. Schritt: Geben sie die Kräuter nun in den Mörser und reiben Sie einen Teelöffel Zitronenschale darüber, bevor sie das Ganze mit dem Stößel unter der steten Zugabe von Olivenöl zu einer sämigen Masse mahlen. Alternativ kann ein Mixer oder Pürierstab verwendet werden.

3. Schritt: Abschließend wird der Pestomasse der Parmesan hinzugefügt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Das Pesto schmeckt wunderbar zu Pasta, Brotbeilagen, Fleisch- und Fischgerichten und ist bei Aufbewahrung in einem gut verschlossenen Schraubglas und Lagerung im Kühlschrank etwa drei Wochen haltbar.

Gnocchis mit Olivenkraut

Zutaten:

  • ein Esslöffel Butter,
  • sechs Cherrytomaten,
  • 200 Gramm Gnocchi,
  • fünf Zweige Olivenkraut,
  • etwas Parmesan,
  • etwas Pfeffer,
  • etwas Salz
  • und eine Schalotte

1. Schritt: Schälen und würfeln Sie die Schalotte und geben Sie diese dann in eine Pfanne mit heißer Butter. Sobald die Zwiebeln glasig sind, fügen Sie die Gnocchi hinzu und braten diese an, bis sie goldgelb sind.

2. Schritt: Halbieren oder vierteln sie die Cherrytomaten und geben sie diese für einige Minuten mit in die Pfanne. Zerpflücken Sie anschließend die Olivenkrautblätter und streuen sie sie über die Gnocchi.

3. Schritt: Abschließend wird das Ganze mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und mit geriebenem Parmesan serviert.

Gnocchis mit Olivenkraut sind nicht nur lecker, sondern auch schnell zubereitet. (Bild: Peteers/fotolia.com)

Feta-Olivenkraut-Aufstrich

Zutaten:

  • 200 Gramm Crème fraîche,
  • 400 Gramm Feta-Käse,
  • 150 Gramm Frischkäse,
  • eine Knoblauchzehe,
  • fünf Oliven (grün),
  • fünf Oliven (schwarz)
  • und zwei Zweige Olivenkraut.

1. Schritt: Schälen Sie den Knoblauch und hacken bzw. zerdrücken Sie ihn gut, damit sich sein Geschmack voll entfalten kann. Auch Oliven und Olivenkraut werden vorab fein gehackt.

2. Schritt: Zerdrücken Sie den Schafskäse mit einer Gabel und geben Sie ihn gemeinsam mit der Creme fraîche und dem Frischkäse in eine Schüssel. Verrühren Sie das Ganze gut, wobei getrost einige gröbere Stücke zurückbleiben dürfen.

3. Schritt: Zum Schluss werden Knoblauch, Olivenstücke und Olivenkraut untergehoben. Bei Bedarf kann der Aufstrich mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden.
Guten Appetit! (ma)