Yohimbe – Wirkung und Anwendung

In der traditionellen afrikanischen Medizin wird Yohimbe (Pausinystalia yohimba) schon seit Jahrhunderten als Aphrodisiakum eingesetzt. In Westeuropa ist Yohimbe heute als Naturheilmittel in der Sexualtherapie bekannt, etwa zur Behandlung von Erektionsstörungen oder Impotenz. Doch wie genau kann Yohimbe sexuelle Störungen beheben? Wir sind dieser Frage im nachstehenden Beitrag etwas genauer auf den Grund gegangen.

Steckbrief zu Yohimbe:

Wissenschaftlicher Name: Pausinystalia yohimba
Pflanzenfamilie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Volkstümliche Bezeichnungen: Liebesbaum, Lustholz, Potenzholz
Herkunft: Afrika
Anwendungsgebiete:

  • Erektionsstörungen,
  • Impotenz,
  • erhöhter Blutdruck

Wichtigste Inhaltsstoffe: Yohimbin
Verwendete Pflanzenteile: Rinde

Yohimbe ist ein Aphrodisiakum, das aufgrund seiner Neben- und Wechselwirkungen nur mit Vorsicht eingenommen werden sollte. (Bild: foxyliam/fotolia.com)

Kräuterportrait: Wenn das Blut in Wallung gerät

Der Yohimbe-Baum gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und wächst ursprünglich in Westafrika, hier vornehmlich in Ländern wie Kamerun oder Kongo. Von den dort ansässigen Stämmen, wie etwa den Bantuvölkern, aber auch von ostafrikanischen Stämmen wie den Massai werden Blätter und Rinde des Baumes seit jeher für verschiedene Initiations- und Heilriten verwendet.

Die heilpflanzliche Nutzung von Yohimbe konzentriert sich in der traditionellen afrikanischen Medizin vor allem auf Störungen der Libido und organisch bedingte Ursachen für Unfruchtbarkeit.

Inzwischen entdeckte man allerdings noch eine Reihe weiterer Eigenschaften des Lustholzes, sodass dessen Anwendungsgebiete folgende Gesundheitsprobleme umfassen:

In der westlichen Medizin wird seit 1980 vor allem die Yohimberinde (Yohimbehe cortex) vertrieben. Zu Pulver gemahlen, besitzt das Heilmittel eine rotbraune bis graubraune Farbe und eignet sich wunderbar für Kräutertees. Ein relativ schonendes und einfach zuzubereitendes Naturheilmittel, das als Potenzmittel gilt und mitunter sogar bei Gefäßproblemen helfen kann.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Der Wirkstoff, der Yohimbe seine Wirkung verleiht, heißt Yohimbin. Der Pflanzenstoff besitzt die Eigenschaft, verschiedene Nervenrezeptoren so zu beeinflussen, dass insbesondere der männliche Genitalbereich davon profitiert.

Yohimbe wird unter anderem bei den Massai für Initiationsrituale, aber auch als Heilpflanze eingesetzt. (Bild: shangare/fotolia.com)

Yohimbin verbessert die Durchblutung

Zu den Rezeptoren, auf die das Yohimbin Einfluss nimmt, zählen sogenannte α2-Adrenozeptoren. Es handelt sich hierbei um besondere Signalleitungseinheiten im körpereigenen Nervensystem. Sie sind vor allem in Blutgefäßen zu finden, wo sie unter anderem durch das Stresshormon Noradrenalin aktiviert werden und für eine Verengung der Blutgefäße sorgen. Das genannte Hormon wird zusammen mit Adrenalin insbesondere bei Hochleistungsaktivitäten wie Sport oder stressreichen Alltagsszenarien, aber auch während des Geschlechtsverkehrs ausgeschüttet. In letzterem Fall ist es verantwortlich für:

  • eine verbesserte Leistungsfähigkeit während des Liebesspiels,
  • die sexuelle Bereitschaft im Allgemeinen,
  • und die mentale Wachheit und Reaktionsfähigkeit bei dem sexuellen Akt.

Der Nebeneffekt von Noradrenalin auf das Gefäßvolumen kann hier ein wahres Dilemma sein, da das Hormon zwar förderlich für die Sexualaktivität ist, durch die Aktivierung der Adrenozeptoren aber auch für Durchblutungsstörungen im Genitalbereich sorgen kann.Yohimbin wirkt in diesem Zusammenhang gleich doppelt. Da es verhindert, dass Noradrenalin an α2-Adrenozeptoren andockt, sorgt es nicht nur für eine bessere Durchblutung. Das vermehrt freigesetzte Noradrenalin optimiert zusätzlich auch die Körperfunktionen, die für ein erfülltes Sexualleben notwendig sind. Gerade die Arterien im Beckenbereich sprechen gut auf diese Wirkung von Yohimbin an. Dank seiner Eigenschaften

  • erhöht es die Erregbarkeit der Reflexe in der Beckenregion,
  • sorgt es für eine erhöhte Sensibilität von Haut und Gewebe,
  • steigert es die Aktivität der Libido
  • und verbessert die Durchblutung des männlichen Schwellkörpers.

Insgesamt ist es möglich, das durch den durchblutungs-, sensibilitäts- und leistungsfördernden Effekt von Yohimbin

  • Erektionsstörungen bzw. erektile Dysfunktion,
  • Impotenz,
  • erhöhter Blutdruck
  • und allgemeine Durchblutungsstörungen

behoben werde beziehungsweise gelindert werden können.

Wissenswertes: Durch die verbesserte Nutzung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin regt Yohimbin auch den Stoffwechsel an. Die erhöhte Leistungsfähigkeit dient der Fettverbrennung, weshalb Yohimbe in Form von Yohimbin HCL auch in der Fitness- und Bodybuilderbranche ein Begriff ist. Allerdings ist das Anabolika-ähnliche Präparat bei uns nicht käuflich.

Mehr Lust dank Yohimbin

Adrenorezeptoren sind nicht die einzigen Hormonandockstellen, an denen Yohimbin greift. Auch Rezeptoren zur Aufnahme des Glückshormons Serotonin werden durch den Inhaltsstoff von Yohimbe positiv beeinflusst. Im Detail sind es Serotonin-5-HT-Rezeptoren, welche beim gesteigerten Lustempfinden eine entscheidende Rolle spielen. Durch eine verbesserte Aufnahme von Serotonin kann Yohimbin das psychoaktive Empfinden steigern, was

  • die Libido anregen,
  • sexuelle Erlebnisse lustvoller gestalten,
  • und das Lustempfinden beim sexuellen Akt im Allgemeinen intensivieren kann.

Wichtig: Yohimbin kann neben seiner Wirkung als Aphrodisiakum auch einige unschöne Nebenwirkungen mit sich bringen, wenn es falsch dosiert wird. Einzelheiten hierzu erfahren Sie im Abschnitt zur Anwendung von Yohimbe.

Yohimbepräparate können bei Erektionsstörungen helfen. Es sollte aber vorher auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden. (Bild: Kaspars Grinvalds/fotolia.com)

Anwendung und Dosierung

Kaufen kann man die Rinde der Yohimbe meist in Form von geschnittenen Rindenstücken oder gemahlen als Pulver. Beides wird in der Regel als Tee zubereitet.

Yohimbe als Teezubereitung

Wenn Sie das erste Mal einen Tee aus Yohimbe zu sich nehmen, ist es wichtig, anfangs vorsichtig zu dosieren. Yohimbin ist ein starkes Aphrodisiakum, weshalb es besser ist, erst einmal moderate Mengen einzunehmen und abzuwarten.

Zubereitung von Yohimbe-Tee:

  • Einen halben Teelöffel Yohimbe-Rinde oder Yohimbe Pulver,
  • 500 ml kochendes Wasser,
  • Ziehzeit: circa fünf Minuten,
  • danach den Tee filtern und in kleinen Schlucken trinken.

Die Wirkung von Yohimbin setzt in der Regel erst etwa eine halbe Stunde nach dem Trinken des Tees ein. Deshalb sollte man unbedingt genügend Zeit abwarten, bevor man eine weitere Tasse trinkt. Um das Einsetzen der Wirkung zu beschleunigen, kann man versuchen, eine Messerspitze Vitamin C in den Tee zu geben.

Neben- und Wechselwirkungen

Bei der Nutzung von Yohimbe-Präparaten sollten Sie maßvoll vorgehen, denn es können Neben- sowie Wechselwirkungen auftreten:

  • Yohimbe sollte nicht zusammen mit Antidepressiva und blutdrucksenkenden Medikamenten eingenommen werden, denn es könnte zu Blutdruck- und Gemütsschwankungen sowie Angstzuständen kommen.
  • Der Konsum von fettreichen Speisen, koffein- und alkoholhaltigen Getränken ist spätestens sechs Stunden vor der Einnahme des Yohimbins einzustellen, da der Wirkstoff den Abbau von Koffein, Alkohol und Fett in Leber und Gehirn hemmen kann. Dies wiederum führt rasch zu Wechselwirkungen und Übelkeit oder Erbrechen.
  • Insbesondere in Kombination mit Koffein kommt es häufig auch zu einer verstärkten Wirkung des Yohimbins. Nebenwirkungen wie eine Spontan- oder Dauererektion sind hier nicht ungewöhnlich. Sie kann auch bei einer Überdosierung von Yohimbe eintreten und erfordert bei anhaltenden Beschwerden dringend einen Arztbesuch, da es ansonsten zu Blutstaus und schmerzhaften Schwellungen am erigierten Glied kommen kann.
  • Weitere Nebenwirkungen bei einer Überdosierung von Yohimbin können Nervosität, Zittern, vermehrter Schweißfluss, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden sein.
  • Menschen, die bereits an einer Herz-Kreislauf-, Magen-Darm-, Nieren- oder Lebererkrankung leiden, dürfen Yohimbin daher nicht einnehmen. Gleiches gilt für Personen mit einer seelischen Belastungsstörung oder psychischen Erkrankung.
  • Das mannigfaltige Spektrum an unerwünschten Nebeneffekten zeigt auf, dass es sich bei Yohimbin wirklich um ein sehr starken Wirkstoff handelt, der auf keinen Fall unterschätzt werden sollte. Im Zweifelsfall ist die Einnahme daher am besten mit einem Arzt zu besprechen.
Yohimbe HCL ist ein Anabolika-ähnliches Präparat, das in Deutschland nicht verkauft werden darf. (Bild: romanolebedev/fotolia.com)

Studien zur Wirkung von Yohimbe

Bei Yohimbe handelt es sich um eines der wenigen Aphrodisiaka, deren Wirkung auch tatsächlich bestätigt ist. Sowohl ein heilsamer Effekt bei erektiler Dysfunktion als auch eine positive Wirkung bei Impotenz ließen sich in verschiedenen Studien nachweisen. Dass Yohimbe bei Erektionsstörungen und Unfruchtbarkeit hilft, ist somit wissenschaftlich belegt und gehört nicht zu den heilpflanzlichen Mythen.

Forschungsergebnisse zur genauen Wirkungsweise von Yohimbin im Bereich des Blutkreislaufs und Hormonhaushalts stehen dagegen weiterhin aus. Dabei wäre gerade dieses Thema eine weiterführende Studie wert. Immerhin entstehen durch den besonderen Wirkmechanismus von Yohimbe nicht nur wünschenswerte Veränderungen in Sachen Sexualfunktionen, sondern auch eine Reihe an Wechsel- und Nebenwirkungen. Diese ließen sich mit umfangreicheren Kenntnissen um die Wirkabläufe von Yohimbin möglicherweise besser eindämmen.

Yohimbe kaufen

Bisher ist das Online-Angebot an Yohimbe-Produkten noch nicht sonderlich groß. Viele bestellen oder kaufen Yohimbe deshalb lieber als Teemischung aus der Rinde oder in Pulverform in der örtlichen Apotheke, der Drogerie oder im lokalen Kräuterfachhandel.

Fazit

Yohimbe ist ein effizientes Aphrodisiakum, das mit Blick auf seine starke Wirkung allerdings sehr maßvoll eingesetzt werden muss. Ansonsten könnte die aphrodisierende Wirkung schnell ins Gegenteil umschlagen und anstatt einer Potenzsteigerung ernste Nebenwirkungen wie Blutdruck- und Gemütsschwankungen, Angstzustände, Herzrasen und Blutstaus im männlichen Glied hervorrufen. Wir empfehlen das Lustholz deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache und in moderater Dosierung. (ma)