Zucchini – Inhaltsstoffe, Geschmack, Zubereitung

Dr. Utz Anhalt

Zucchini – Die gesunde „Gurkenbeere“

Zucchinis sind, was viele nicht wissen, eine Kürbisform. Genauer gesagt eine Unterart des Gartenkürbisses. Ihre männlichen wie weiblichen Geschlechtsorgane liegen in getrennten Blüten an einer Pflanze. Sie sind nicht nur ein vielseitiges Gemüse, sondern enthalten auch wichtige Heilstoffe.


Inhaltsstoffe

Zucchini eignen sich für eine Diät: Sie glänzen mit sehr wenig Kalorien, da sie wie alle Kürbisse viel Wasser enthalten. 100 Gramm enthalten 150 Milligramm Kalium, 30 Milligramm Calcium, 25 Milligramm Phosphor, 3 Milligramm Natrium, 1,5 Milligram Eisen, außerdem Kupfer, Zink und Fettsäuren, dazu die Vitamine A, B 1, B 2, B 6 und C.

Zucchini sind Kürbisfrüchte und stecken voller Heilstoffe. (Bild: GSDesign/fotolia.com)

Abnehmen mit Zucchini

Das gurkenähnliche Gemüse ist ideal für eine Diät. Die Mineralien, Vitamine und Fettsäuren beugen einem Nährstoffmangel entgegen. Das viele Wasser sorgt dafür, dass der Körper genug Flüssigkeit erhält. Ballaststoffe regen zudem die Verdauung an und führen trotz der niedrigen Kalorien zu einem Gefühl der Sättigung.

Weniger Cholesterin

Die Kürbisfrüchte senken den Spiegel an Cholesterin im Körper, denn die Ballaststoffe binden sich an die Gallensäuren, die die Leber aus Cholesterin bildet, um Fett zu verdauen. Weil sich die Ballaststoffe direkt an die Gallensäure heften und so dafür sorgen, Fett sofort zu verarbeiten, zieht die Leber mehr Cholesterin aus dem Körper, um mehr Gallensäure zu produzieren. Damit sinkt der Cholesterinlevel im gesamten Körper. Der hohe Anteil an Vitamin A und Vitamin C in den Zucchini hält das Cholesterin außerdem davon ab, in den Blutgefäßen zu oxidieren, und das senkt auf Dauer den Ausbruch von Artheriosklerose.

Krebsvorsorge

Die enthaltenen Ballaststoffe sind ein gutes Mittel, um Krebs vorzubeugen, denn sie waschen Gifte, die Krebs auslösen könne, aus den Zellen. Vitamin C und Beta-Carotin in den Zucchini helfen den Zellen, sich gegen Stoffe zu schützen, die zu Darmkrebs beitragen. Aber Vorsicht: Ballaststoffe helfen wenig, um einen bereits ausgebrochenen Krebs zurückzudrängen.

Gesunde Prostata

Wie andere Kürbisse lindern Zucchini die Symptome einer vergrößerten Prostata, welche Probleme beim Urinieren und der sexuellen Potenz von Männern umfassen.

Entzündungen bremsen

Die enthaltenen Vitamine A und C wirken nicht nur als Antioxidanten, sondern auch effektiv gegen Entzündungen. Zusammen mit dem Kupfer in den Kürbissen hemmen sie viele Erkrankungen, die auf Entzündungen basieren wie Asthma, Osteoporose und rheumatische Krankheiten und lindern die schweren Schmerzen, die mit diesen Beschwerden verbunden sind.

Zucchini schmecken nach Gurken und helfen bei der Krebsvorsorge. (Bild: Evgenia/fotolia.com)

Der italienische Kürbis

Zucchini sind wörtlich Kürbisschen, denn „zucca“ heißt der Kürbis in Italien. Hier wurde die Zucchini auch im 17. Jahrhundert aus dem amerikanischen Gartenkürbis herausgezüchtet. Indessen heißt eine „Zucchini“ in Italien „Zuccino“, der uns bekannte Name ist einfach nur die Mehrzahl, die wir eingedeutscht auch auf die Einzelfrucht übertragen.

Beeren, die aussehen wie Gurken

Die Ähnlichkeit mit der Gurke ist unübersehbar und manche Menschen glauben tatsächlich, es handle sich um Gurken. Dabei sind sie, wie alle Kürbisfrüchte, biologisch Beeren. Diese „Beerengurken“ nehmen die Form von Kegeln oder Keulen an, sind gerade oder krumm, grün von ganz hell bis ganz dunkel, einfarbig, gestreift oder gefleckt, aber auch gelb oder weiß.

Der Geschmack ist ähnlich neutral wie der von Gurken, das Fleisch aber fester – deshlab eignen sie sich auch viel besser als Gemüse. Kleine Zucchini schmecken intensiver, große werden bis zu zwei Kilo schwer, doch meist ernten wir sie schon mit dem Gewicht von einem halben Pfund. Sie schmecken am besten jung und frisch. Achten Sie deshalb darauf, ob der Fruchtstiel trocken ist. Dann ist die Frucht zu alt.

Anbau und Ernte

Wir säen Zucchini in Mitteleuropa in April/Mai aus. Die Pflanzen haben wenig Ansprüche, brauchen aber viel Humus und einen gleichmäßig feuchten Boden. Als Kürbisse brauchen sie mindestens 1,5 qm Platz pro Pflanze. Die Samen keimen in circa zwei Wochen.

Kürbisse sind Starkzehrer. Sie sollten deshalb pro Quadratmeter Boden bis zu fünf Liter reifen Kompost in den Boden einarbeiten und am besten einmal pro Woche Brennesseljauche in das Gießwasser tun. Super ist auch eine dicke Schicht Rasenschnitt. Kürbisgewächse sollten regelmäßig am Morgen gegossen werden – Wassermangel kann zu einer erhöhten Konzentration der Bitterstoffe führen.

Die Pflanzen vertragen sich gut mit Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Salat, Melonen, Tomaten und Mais.

Vorsicht Schnecken

Zucchini wachsen so stark, dass nach drei bis vier Wochen Schnecken kein existentielles Problem mehr darstellen, vorher sind sie aber ein massives. Schnecken lieben Zucchini und mancher Hobbygärtner erlebt sein blaues Wunder, wenn er am Tag nach einem Gewitter in seinen Garten kommt und sich für verrückt hält, weil dort, wo gerade noch die Pflanzen standen, nichts mehr ist. In der ersten Zeit sollten sie die Zucchini also sichern, zum Beispiel durch Schneckenzäune, oder indem sie diese in nach außen gewölbten Eimern ziehen.

Zucchini sind anspruchslos und wachsen schnell. (Bild: maxandrew/fotolia.com)

Frühe Ernte

Ist diese Phase überstanden, können Sie die Früchte im späteren Sommer ernten. In der Regel erntet man sie, wenn sie zwischen 15 und 30 cm lang sind. In diesem Alter halten sie sich ungefähr 12 Tage. Lagern Sie Zucchini nicht in der Nähe von Tomaten oder Äpfeln. Diese geben Ethylen ab, und das führt zu schnellerer Reife und Fäule.

Wenn Sie die „kleinen Kürbisse“ im Garten ausreifen lassen, werden sie bis zu fünf Kilogramm schwer und bilden ihren „Panzer“ aus, die Schale verholzt. Um an das Fleisch zu kommen, müssen Sie die Schale jetzt wie bei Kürbissen entfernen.

Nach sechs bis acht Wochen Wachstum können Sie jede Woche circa fünf Zucchini pro Pflanze ernten.

Vorsicht bei bitteren Zucchini

Schmeckt Ihre Ernte bitter? Weg damit, es besteht potenzielle Lebensgefahr! Die Cucurbitane, das sind die Bitterstoffe bei Kürbissen, attackieren die Magen- und Darmschleimhaut. Solche Bitterstoffe sammeln sich besonders, wenn sie Samen rückkreuzen oder sich die Zucchini mit anderen Kürbissorten kreuzt. Deshalb dürfen Sie Zucchini niemals in der Nähe anderer Kürbisse pflanzen, besonders nicht in der Nähe von Zierkürbissen. So starb ein 79jähriger Mann in Heidenheim, nachdem er selbst gezogene Zucchini gegessen hatte. Aus Zucchini, die sie im Handel kaufen, sind diese Gifte heraus gezüchtet.

Im Garten gilt die Faustregel: Schmecken die Früchte neutral bis süßlich, sind keine giftigen Stoffe enthalten.

Befruchtung

Die Befruchtung der Pflanzen ist eine Wissenschaft für sich. Die meisten von ihnen haben zuerst vor allem männliche Blüten, die weiblichen zeigen sich erst, wenn genug Blätter da sind, um die Früchte zu ernähren. Doch die Zucchini werfen die weiblichen Blüten bereits nach kurzer Zeit ab, und wird die Temperatur zur hoch, werden die männlichen Blütenpollen „impotent“. Ist es aber regnerisch verkleben die Pollen. Um sicher ernten zu können, schneiden sie einige männliche Blüten ab und streichen die Pollen mit einem Pinsel in die weiblichen Blüten.

In der Küche

Zucchini lassen sich in der Küche umfassend einsetzen. Generell gilt: Gelbe Zucchini haben dünnere Schalen als grüne und sind deshalb roh bekömmlicher. Klassisch schneiden Sie die Früchte dazu in Scheiben, beträufeln sie mit Olivenöl und Zitronensaft und würzen mit Salz wie Pfeffer.

Wir waschen die Zucchini und schneiden die Enden ab. Je nach Zubereitung halbieren wir sie, schneiden sie in Streifen, Scheiben oder Würfel. Als Würze eignen sich Knoblauch, Rosmarin, Oregano und Muskat. Sie harmonieren mit Paprika, Tomaten und Auberginen, aber auch mit Schfafskäse und Salat, Melone, Schalotten und Zwiebeln. Sie passen gut zu Fisch, Fleisch, Hühnchen, Pute wie Pasta. Sie lassen sich kochen, backen, braten und grillen. Wenn Sie Zucchini mit Zwiebeln dünsten, bekommen die Früchte mehr Aroma.

Dazu passen: Paprika, Tomaten, Auberginen, Champignons, Mais, Zwiebeln, Lauch, Möhren, Mais, Blumenkohl, Weißkohl, Rosen- wie Chinakohl, Bohnen, Erbsen, Linsen, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Reis, Nudeln, Bulgur. Als Gewürze passen Oregano, Thymian, Rosmarin, Paprikapulver, Petersilie und Chili.
(Dr. Utz Anhalt)