Ablagerungen im Duschkopf können zu gefährlichen Erkrankungen führen

Alexander Stindt

Welche gesundheitliche Gefahr geht von unseren Duschköpfen aus?

Die meisten Menschen duschen mehrfach in der Woche, um so ihre Körperhygiene zu verbessern. Für viele wird es überraschend sein, dass durch Verunreinigungen in den Duschköpfen auch gefährliche Bakterien auf die Nutzer übertragen werden können, welche dann unter Umständen zu verschiedenen Erkrankungen führen.


Die Wissenschaftler der University of Colorado stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Menschen in ihren Duschen mitunter lebensgefährlichen Bakterien ausgesetzt werden. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „mBio“.

In Duschköpfen verbergen sich einige gefährliche Arten von Bakterien. (Bild: Pictures4you/fotolia.com)

Mediziner untersuchten die Bakterien in unseren Duschköpfen

Die Forscher untersuchten für ihre Studie die Bakterien in unseren Duschköpfen. Die meisten der Mikroben sind harmlos, es gibt allerdings auch gefährliche Ausnahmen, erklärt Studienautor Noah Fierer von der University of Colorado. Besonders interessant waren für die Experten die Mikroben der Gattung Mycobacterium. Diese Gruppe von Bakterien kann beispielsweise Lepra und Tuberkulose verursachen. Außerdem umfassten die untersuchten Bakterien auch knapp 200 andere Arten, welche häufig in unserer Umwelt vorkommen. Diese Bakterien kommen im Boden, im Staub und im Leitungswasser vor. Zusammen werden sie als nicht-tuberkulöse Mykobakterien (NTM) bezeichnet. Solche Bakterien wachsen in Kolonien auf eine schleimige, schimmelartige Art und Weise. Dies führt dazu, dass NTM in den schmutzigsten Bereichen Ihres Badezimmers lauern könnte, wie zum Beispiel an den Rändern des Spülbeckens und im Duschkopf.

DNA von 656 Biofilmproben aus Duschen wurde untersucht

Es ist wichtig, die Wege der mykobakteriellen Exposition zu verstehen, insbesondere im Haushalt, sagt Studienautor Matt Gebert von der University of Colorado. Dafür untersuchten die Wissenschaftler die DNA von 656 Biofilmproben aus Haushaltsduschen sowie grundlegende Wasserchemiedaten für jede Quelle. Wie sie vermuteten, gab es keinen Mangel an NTM bei ihrer Analyse, obwohl sich große Unterschiede herausstellten, je nach Region, in der die Proben gesammelt wurden, und je nach den genutzten Wasserquellen.

Gattung Mycobacterium wurde am häufigsten festgestellt

Die Analysen ergaben, dass die Gattung Mycobacterium durchgehend die am häufigsten vorkommende Gattung von Bakterien war, welche in Duschköpfen von Wohnhäusern entdeckt wurden. Mykobakterien kamen dabei in US-amerikanischen Haushalten häufiger vor als in europäischen Haushalten. Die Experten vermuten, dass dies auf Unterschiede in den Chemikalien zurückzuführen ist, die zur Reinigung des Wassers verwendet werden. In den USA wird häufiger Chlor verwendet, aber NTM neigen dazu, gegen diese Art Desinfektionsmittel resistent zu werden.

Metallduschköpfe waren stärker verunreinigt

Seltsamerweise waren in Metallduschköpfen mehr NTM zu finden, während in Kunststoffduschköpfen ein vielfältigeres Mikrobiom vorlag. Die sei möglicherweise auf Chemikalien im Plastik zurückzuführen, die die Mykobakterien in Schach halten, erläutern die Forscher. Das Team entdeckte, dass in den Regionen in den USA, in denen die sogenannte NTM-Lungenerkrankung am häufigsten auftrat, auch die Mikrobiome in Duschköpfen mehr NTM beherbergten. Fürs Erste zeigen die Ergebnisse des Teams jedoch nur eine Korrelation und keinen Kausalzusammenhang. Weitere Untersuchungen müssen sich jetzt mit diesem Thema beschäftigen. (as)