Anfang von Periode und Wechseljahren – Ein Hinweis auf das Risiko für Demenz-Krankheiten

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Erhöhtes Risiko für Demenz durch späten Anfang der Periode?

Forschende stellten jetzt fest, dass der Zeitpunkt des Eintritts der Periode und der Wechseljahre bei Frauen auf ein erhöhtes Risiko für Demenz hinweisen kann. Wenn bei Frauen die Periode erst spät beginnt oder sie früh in die Wechseljahre kommen, ist dies mit einem verstärkten Risiko für die Entstehung von Demenz verbunden.


Bei der aktuellen Untersuchung des US-Gesundheitsunternehmens Kaiser Permanente wurde festgestellt, dass Frauen, welche erst spät ihre Periode bekommen oder bei denen die Wechseljahre früh beginnen, ein signifikant erhöhtes Risiko für Demenz haben. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Neurology“ publiziert.

Die Menopause kann bei Frauen zu einigen gesundheitlichen Auswirkungen, wie beispielsweise Hitzewallungen und Haarausfall führen. Anscheinend hat sogar der Zeitpunkt des Eintritts der Menopause einen erheblichen Einfluss auf das Risiko für die Entstehung von Demenz. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Mehr als 6.000 Frauen wurden für die Studie untersucht

Wenn Frauen ihren ersten Menstruationszyklus im Alter von 16 Jahren oder noch später haben, erhöht sich ihre Wahrscheinlichkeit für Demenz um fast 25 Prozent. Diejenigen, die vor dem 47. Lebensjahr in die Wechseljahre kamen, hatten ein fast 20 Prozent höheres Risiko an Demenz zu erkranken. Die Betroffenen erleben einen Rückgang der kognitiven- und körperlichen Fähigkeiten und des Verhaltens. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Heilung für die Krankheit. Es ist wichtig, die für Frauen spezifischen Risikofaktoren genau zu untersuchen, welche zu möglichen Interventionspunkten führen könnten, erläutern die Autoren der Studie. In der aktuellen Studie wurden mehr als 6.000 weibliche Teilnehmerinnen berücksichtigt. Diese Frauen wurden medizinisch untersucht und füllten zusätzlich Fragebögen aus, in denen beispielsweise ermittelt wurde, wann sie ihre erste Periode bekommen hatten, ob sie bereits die Wechseljahre durchgemacht hatten und ob bei ihnen eine sogenannte Hysterektomie durchgeführt wurde. Danach berechneten die Forschenden die Anzahl der reproduktiven Jahre jeder Teilnehmerin. Etwa 42 Prozent der Frauen erkrankten in ihrem späteren Leben an Demenz.

Anzahl der reproduktiven Jahre kann auf Demenzrisiko hinweisen

Die Forschenden stellten fest, dass Frauen, deren erste Periode im Alter von 16 Jahren oder später begann, zu 23 Prozent häufiger an Demenz erkrankten als Frauen, bei denen die Periode bereits im Alter von 13 Jahren eintrat. Außerdem zeigten die Ergebnisse, dass Frauen, die vor dem 47. Lebensjahr in die Wechseljahre kamen, eine um 19 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit hatten an Demenz zu erkranken als Frauen, welche erst nach dem 47. Lebensjahr in die Wechseljahre kamen. Wenn es um die gesamten reproduktiven Jahre ging, die Jahre von der ersten Periode bis zur Menopause, hatten Frauen mit weniger als 34 Jahren eine um 20 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken. Außerdem hatten Frauen, die sich Hysterektomien (Entfernung der Gebärmutter) unterzogen hatten, ein acht Prozent höheres Risiko für Demenz als Frauen, bei denen kein solcher Eingriff vorgenommen wurde. Frauen sollten jetzt aber nicht dieses Risiko als Grund betrachten, um sich gegen eine Hysterektomie zu entscheiden.

Östrogen kann sich auf das Risiko für Demenz auswirken

Obwohl die Forschenden sich nicht sicher sind, warum ein kürzeres Fortpflanzungsfenster mit einem höheren Risiko für Demenz verbunden ist, nehmen sie an, dass Hormonspiegel eine Rolle spielen könnten. Frühere Forschungsarbeiten haben bereits gezeigt, dass Östrogen den Energieverbrauch anregt und entzündungshemmende Eigenschaften hat. Der Östrogenspiegel kann während des gesamten Lebens einer Frau ansteigen oder abfallen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine geringere Exposition gegenüber Östrogen im Laufe des Lebens mit einem erhöhten Risiko für Demenz verbunden ist, erklären die Autoren. Allerdings seien weitere Studien erforderlich, um Faktoren zu berücksichtigen, die den Östrogenspiegel ebenfalls beeinflussen, wie etwa Geburtenkontrolle und Schwangerschaften.

So schützen Sie sich vor Demenz

Um sich vor der Entstehung von Demenz zu schützen, sollten Sie sich ausreichend bewegen und Sport treiben. Außerdem sollten Sie auf eine gesunde Ernährung achten und unbedingt sozial und geistig aktiv bleiben. Es wurde nicht nur nachgewiesen, dass diese Faktoren das Risiko für Demenz senken, sondern sie haben auch noch andere positive Auswirkungen auf Ihr Leben und Ihre Gesundheit. (as)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.