Arzneimittelfreie MAKS-Therapie verlangsamt Krankheitsverlauf von Demenz

Demenz: Arzneimittelfreie MAKS-Therapie verlangsamt Krankheitsverlauf

In Deutschland leiden rund 1,6 Millionen Menschen an Demenz, der Großteil von ihnen hat Alzheimer. Die Erkrankung ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber aufhalten. Unter anderem durch die sogenannte MAKS-Therapie.


Immer mehr Menschen mit Demenz

Der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) zufolge leben in Deutschland heute etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60 Prozent davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Doch die Zahl steigt immer weiter. Die Erkrankung ist trotz jahrzehntelanger Forschung noch immer nicht heilbar, sie lässt sich jedoch aufhalten. Unter anderem mithilfe der sogenannten MAKS-Therapie, eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes ohne Medikamente.

Immer mehr Bundesbürger leiden an Demenz. Die Erkrankung ist unheilbar, lässt sich jedoch aufhalten. Beispielsweise mit der arzneimittelfreien MAKS-Therapie. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Gesundheitsministerin wirbt für arzneimittelfreie MAKS-Therapie

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml wirbt bei Pflegeheimbetreibern für den Einsatz der arzneimittelfreien MAKS-Therapie bei Menschen mit Demenz.

„Die MAKS-Therapie ermöglicht es, den Verlust von alltagspraktischen und kognitiven Fähigkeiten hinauszuzögern. Damit können die Lebensbedingungen für die Betroffenen und deren Angehörige länger auf einem gleich hohen Niveau erhalten bleiben“, so die Ministerin in einer Mitteilung.

Die Wirksamkeit der MAKS-Therapie hatte im vergangenen Jahr eine Studie in 32 Tagespflegeeinrichtungen, davon die Hälfte in Bayern, mit über 360 Demenzpatienten ergeben.

Die Ergebnisse der Studie lagen Mitte 2017 vor und sind im vergangenen Dezember auch im „Deutschen Ärzteblatt“ veröffentlicht worden.

Konzept zur ganzheitlichen Ressourcenförderung

„Die MAKS-Therapie wirkt sich spürbar günstig auf die Selbstständigkeit im Alltag sowie auf die Lebensqualität der Menschen mit Demenz aus“, erklärte Huml.

„Dies stellt einen großen Fortschritt in der Demenztherapie dar. Durch den Erhalt der Alltagskompetenzen ist auch für Pflegeheimbetreiber eine wertvolle Entlastung möglich.“

Bei der vom Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen entwickelten MAKS-Therapie handelt es sich um ein speziell auf die Bedürfnisse demenzkranker Menschen abgestimmtes Konzept zur ganzheitlichen Ressourcenförderung.

Das Therapiekonzept besteht aus gezielten Übungen zu Motorik (etwa Bewegungsspiele), Alltagspraktischen Vorgängen (auch Handwerks- und Haushaltstätigkeiten) und Kognition (Gedächtnis und andere Funktionen des Gehirns werden getestet) in einem Sozial-kommunikativen Umfeld (in einer Gruppe).

Fortschreiten der Krankheit wurde aufgehalten

Das Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung untersuchte unter Leitung von Professor Dr. Elmar Gräßel und Dr. Katharina Luttenberger im Zeitraum von April 2015 bis März 2017, welche Auswirkungen die MAKS-Therapie in der Tagespflege hat.

Bayerns Gesundheitsministerin erläuterte: „Die Studie hat belegt, dass durch die arzneimittelfreie MAKS-Therapie das Fortschreiten der Krankheit Demenz für einige Zeit aufgehalten und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden kann.“

Laut der Ministerin „kam es bei Menschen mit leichten kognitiven Störungen oder Demenz infolge der Therapie zu einem deutlich besseren Verlauf der alltagspraktischen und kognitiven Fähigkeiten im Vergleich zur üblichen Versorgung. Das gilt auch für auffällige Verhaltensweisen sowie Angst und Depressivität bei diesen Patienten, die weitaus weniger ausgeprägt waren.“ (ad)