Alzheimer – Ursachen, Symptome und Therapie

Volker Blasek

Alzheimer: Ursachen, Krankheitsverlauf, Prävention

Alzheimer ist eine Krankheit, bei der die Betroffenen an ausgeprägtem Mangel der Gedächtnis-, Sprach- und Orientierungsfunktion des Gehirns leiden sowie Störungen des Denk- und Urteilsvermögens aufweisen. Auch finden bei vielen Betroffenen krankheitsbedingte Veränderungen der Persönlichkeit statt. Die meisten Erkrankten sind über 65 Jahre alt.


Die Alzheimer-Krankheit (AK), auch Morbus Alzheimer oder Alzheimer-Demenz genannt ist eine hirnorganische beziehungsweise neurodegenerative Krankheit. Circa 60 Prozent aller Demenzerkrankungen sind bedingt durch die Alzheimer-Krankheit. Sie ist nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer benannt, der die Krankheit im Jahr 1906 erstmals wissenschaftlich dokumentierte. Auch wenn die Krankheit schon über 100 Jahre bekannt ist, gilt sie bis heute noch als nicht ausreichend verstanden und die grundlegenden Symptome sind derzeit nicht behandelbar.

Alzheimer ist vor allem geprägt durch zunehmende Gedächtnislücken beziehungsweise Schwierigkeiten beim Abrufen von Erinnerungen. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Krankheitsverlauf

Die Alzheimer-Demenz entwickelt sich langsam, aber schreitet stetig fort. In der Regel findet eine konstante Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit statt. Mit Verschlechterung des Zustandes der Erkrankten nimmt in den meisten Fällen auch die Selbstständigkeit im Alltag ab und der Patient braucht zunehmend mehr Unterstützung.

Der Krankheitsverlauf wird je nach Schwere in verschiedene Stadien unterteilt. In jeder Phase stehen andere psychische und physische Beeinträchtigungen im Vordergrund, die auch andere Maßnahmen erforderlich machen.

Die Alzheimer-Demenz wird in drei Krankheitsstadien unterteilt: Leichte, mittelschwere und schwere Demenz. (Bild: Ocskay Bence/fotolia.com)

Sieben Warnzeichen, die auf Alzheimer hinweisen

Laut der amerikanischen Behörde „National Institute on Aging“ gibt es sieben Warnzeichen, die auf einen möglichen Beginn von Morbus Alzheimer hindeuten. Vertraute des Betroffenen sollten sich von einem Arzt beraten lassen, wenn mehrere dieser Merkmale zutreffen. Als Merkmal zählt, wenn eine Person

  • öfter mit derselben Frage antwortet, die ihm gestellt wurde,
  • immer wieder die gleiche Frage stellt,
  • sehr oft die gleiche Geschichte erzählt,
  • zunehmend sein äußeres Erscheinungsbild vernachlässigt,
  • alltägliche Dinge vergessen hat, die er oder sie ursprünglich beherrschte wie beispielsweise Kochen, ein Kartenspiel oder die Bedienung von Haushaltsgeräten,
  • Schwierigkeiten im Umgang mit Geld zeigt, vergisst Rechnungen zu bezahlen oder Überweisungen zu tätigen,
  • häufig Dinge des Alltags verlegt oder an ungewöhnlichen Orten platziert und andere Personen verdächtig, die gesuchten Gegenstände entwendet zu haben.

Das frühe Krankheitsstadium: Leichtgradige Demenz

Die ersten Anzeichen einer Alzheimer-Krankheit sind Störungen im Kurzzeitgedächtnis. Die Betroffenen können sich häufig an Gespräche nicht mehr erinnern, haben Wortfindungsschwierigkeiten, vergessen, wo sie Dinge wie ihre Schlüssel oder ihre Brille hingelegt haben und zeigen ein verringertes Planungs-, Organisations- und Orientierungsvermögen.

In dieser Phase merken die Betroffenen oft selber ihre Vergesslichkeit. Je nach Person können die Patienten aggressiv, betroffen, abwehrend, depressiv oder mit völligem Rückzug reagieren, wenn sie mit den Symptomen konfrontiert werden. Viele Alzheimer-Kranke versuchen noch so lange wie möglich den Schein der Normalität zu bewahren.

Weitestgehend können die Patienten in der leichtgradigen Phase die Aufgaben des Alltags wie zum Beispiel Einkaufen, Haushalt in Stand halten, Essen zubereiten und sich um die Körperpflege kümmern noch selbstständig bewältigen. Außerdem können sie noch im eingeschränktem Maße Urteile fällen und Probleme lösen. Doch bei komplizierteren Tätigkeiten wie beispielsweise dem Abschließen von Verträgen, der Abwicklung von Bankgeschäften sowie der Benutzung von Bussen, Zügen oder Flugzeugen (insbesondere bei unbekannten Strecken) könnte Hilfe von Nöten sein.

Bei der leichten Demenz können die Betroffenen ihr Leben größtenteils noch selbstständig bewerkstelligen. (Bild: highwaystarz/fotolia.com)

Das zweite Krankheitsstadium: Mittelschwere Demenz

In dieser Krankheitsphase erreichen die Symptome eine Ausprägung, die eine selbstständige Alltagsbewältigung weitestgehend nicht mehr zulässt. Die kognitive Leistungsfähigkeit der Patienten nimmt so stark ab, dass sie auch einfache alltägliche Aufgaben nicht mehr allein bewerkstelligen können. Auch das Sprachvermögen bildet sich zurück. Viele Betroffene können in diesem Stadium keine vollständigen Sätze mehr bilden.

Auch Langzeiterinnerungen fangen an zu verblassen. Im Zuge dieser Phase können Alzheimer-Kranke vergessen, wie alt sie sind, wie der Ehepartner oder die Kinder heißen, welchen Beruf sie ausgeübt haben oder ähnliche grundlegende Dinge. Zudem sind sich viele Erkrankte ihrer Krankheit nicht mehr bewusst und wollen beispielsweise plötzlich zur Arbeit gehen oder Verstorbene aufsuchen

Für Angehörige kann diese Phase sehr belastend werden, da die Alzheimer-Patienten auch zunehmende Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Zu diesen kann eine stark ausgeprägte Rastlosigkeit, Aggressivität, Apathie und Depression zählen. Oft werden auch die Nerven der Angehörigen durch das ständige Wiederholen der selben Frage oder das ausführen der immer gleichen Tätigkeit strapaziert.

Morbus-Alzheimer
Patienten mit Alzheimer in der mittelschweren Phase sind im öffentlichen Raum häufig orientierungslos. (Bildnachweis: Jana Krupik/pixelio.de)

Das fortgeschrittene Krankheitsstadium: Schwere Demenz

In der schwersten Phase kommt es bei den Betroffenen zu einem massiven kognitiven und muskulären Leistungs- und Kontrollverlust. Die Erkrankten sind nun in allen Bereichen vollständig auf die Hilfe anderer angewiesen. Oft können die Patienten nicht mehr ihre Körperhaltung aufrechterhalten, Blasen- und Darmfunktionen kontrollieren und nicht mehr selbstständig gehen. Auch kann es in diesem Stadium zu Krampfanfällen, Versteifungen von Gliedmaßen und Schluckstörungen kommen. Viele Patienten sind in dieser Phase bettlägerig oder benötigen einen Rollstuhl.

Zwar führt Alzheimer-Demenz nicht direkt zum Tod der Patienten, erhöht aber zunehmend die Anfälligkeit für Infektionen. Demnach sind auch Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache bei Alzheimer-Kranken.

Bei schwerer Demenz kommt es oft zum Kontrollverlust vieler Körperfunktionen. (Bild:Ocskay Mark/fotolia.com)

Ursachen

Die Ursachen der Alzheimer-Demenz sind bist heute nicht vollständig verstanden. In der Forschung gab es lange Zeit keine wesentlichen Fortschritte. Wissenschaftler vermuten, dass das Protein Amyloid-β (Beta-Amyloid) eine Schlüsselrolle bei der Alzheimer-Krankheit spielt. Das Protein steht als Auslöser im Verdacht und seine Präsenz gilt als Symptom der Krankheit. Das Beta-Amyloid verklumpt und bildet unlösliche Ablagerungen, die Amyloid-Plaques genannt werden. Diese Ablagerungen stören die Kommunikation der Nervenzellen.

Ein weiterer Verantwortlicher scheint das Tau-Protein zu sein. Es befindet sich im Inneren der Nervenzellen und sorgt für die Stabilität der Zellen. Außerdem ermöglicht das Tau-Protein den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen. Bei Alzheimer-Erkrankten konnte ein fehlerhaft verändertes Tau-Protein nachgewiesen werden, welches sich in den Nervenzellen ansammelt und die sogenannten Tau-Fibrillen bildet. Diese haben zur Folge, dass die Zellen an Stabilität verlieren und zerfallen.

Das Absterben und die Funktionsstörung der Nervenzellen gilt als Auslöser der Alzheimer-Krankheit. (Bild: Kateryna_Kon/fotolia.com)

Forscher vermuten, dass die Kombination dieser beiden Eiweißablagerungen die Nervenzellen über viele Jahre hinweg stört und abtötet, was letztendlich zu den kognitiven Einschränkungen im Gedächtnis, im Denken, in der Sprache, der Gestik und in der Orientierung führt. Ob und wie die beiden Eiweißablagerungen aufeinander einwirken und die Gründe für diese Vorgänge sind bisher nicht abschließend geklärt. Im Laufe der Erkrankung sterben bis zu 20 Prozent aller Nervenzellen ab. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Teil der hinterbliebenen Zellen in der Funktion gestört ist.

Alzheimer-Forschung

Alle bisherigen Arzneimittelkandidaten, die die Alzheimer-Krankheit stoppen sollten, sind in klinischen Studien gescheitert. Viele Pharmaunternehmen haben aufgegeben und das Forschungsfeld eingestellt, obwohl ein deutlicher Anstieg bei Demenz-Erkrankungen festzustellen ist.

Die Vorgänge, die als Ursache vermutet werden, können schon bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome beginnen. Bis jetzt gibt es aber keinen zuverlässigen Weg, um Menschen in dem Vorstadium der Krankheit zu identifizieren. Die meisten klinischen Studien beschäftigten sich mit Menschen, bei denen die klinischen Symptome bereits offensichtlich und Gehirnschädigungen bereits eingetreten sind.

Viele Bereiche und Zusammenhänge der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig erforscht und verstanden. (Bild: goa novi/fotolia.com)

Bisher sind aufwendige und kostspielige Methoden von Nöten, um Amyloid-β im Gehirn zu identifizieren. Zudem sind die Verfahren für die Patienten sehr unangenehm, da sie beispielsweise eine Entnahme der Rückenmarksflüssigkeit erfordern. Bildgebende Untersuchungsverfahren, wie die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Computertomographie (CT) können zwar eine fortgeschrittene Alzheimer-Erkrankung erkennen, im Frühstadium bleibt die Krankheit jedoch meist unentdeckt.

Ein neuer Alzheimer-Bluttest soll die Früherkennung der Krankheit revolutionieren. Die Entwickler des Tests hoffen, dass dieser verwenden werden kann, um Menschen mit Alzheimer frühzeitig zu identifizieren, bevor irreversible Schäden am Gehirn aufgetreten sind. Das könnte in der Erforschung der Krankheit und bei der Entwicklung geeigneter Medikamente den lange erhofften Durchbruch bringen. Zur Zeit befindet sich der Bluttest noch in der Entwicklung.

Risikofaktoren

Entgegen bei der Unklarheit bei den Ursachen von Alzheimer sind sich Wissenschaftler weitestgehend einig, welche Faktoren die Entstehung der Krankheit begünstigen. Kürzlich hat eine aktuelle Studie neun Risikofaktoren für Demenz identifiziert. Laut den Forschern könnte gut ein Drittel aller Krankheitsfälle durch eine gesunde Lebensweise verhindert werden.

Das glymphatische System
Das glymphatische System kann man als Entsorgungsapparat des zentralen Nervensystems ansehen. Dieser fließende Kreislauf nimmt überflüssiges und schädliches Material auf und transportiert es ab. Das Forscherteam um die dänische Neurobiologin Maiken Nedergaard konnte dieses System 2013 erstmals als Einheit wissenschaftlich dokumentieren.

Zunehmendes Alter
Der größte Risikofaktor ist das Alter. Die meisten Erkrankten sind über 65 Jahre alt. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln. Auch hier vermuten die Forscher, dass dies mit dem glymphatischen System zusammenhängt, da die Leistung des Systems mit dem Alter abnimmt und mehr Schadstoffe im Nervensystem verbleiben. Frauen sind häufiger von Alzheimer betroffen als Männer, was mit der erhöhten Lebenserwartung des weiblichen Geschlechts in Verbindung gebracht wird.

Der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) zufolge leben in Deutschland heute rund eine Millionen Menschen mit einer Demenz vom Typ Alzheimer. Diese Zahl steigt stetig an. Für das Jahr 2050 wird die Zahl der Krankheitsfälle auf zwei Millionen geschätzt, sofern kein neuen Therapien entwickelt werden. Auch immer mehr junge Menschen sind betroffen.

Schlafstörungen gelten als Risikofaktor für die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz, da der im Schlaf beschleunigte Entgiftungsprozess reduziert ist. (Bild: Sven Vietense/fotolia.com)

Risikofaktor Schlafstörungen
Die vorher bereits erwähnten Ablagerungen von Beta-Amyloiden und die defekten Tau-Proteine werden durch das glymphatische System abtransportiert. Während des Schlafes funktioniert dieses System doppelt so schnell wie im Wachzustand. Im Schlaf entgiftet das Gehirn und Schlafstörungen mindern diesen Prozess. Forscher konnten bereits feststellen, dass Personen mit Schlafstörungen ein erhöhtes Risiko haben, an Alzheimer, Parkinson und der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) zu erkranken.

Risikofaktor Vererbung
In fünf bis zehn Prozent der untersuchten Alzheimer-Fälle konnte eine familiäre Anhäufung festgestellt werden. Wissenschaftler vermuten, dass eine Varianten im Gen für ein Eiweiß namens Apo-Lipoprotein für ein erhöhtes Alzheimer-Risiko durch Vererbung verantwortlich sein könnte. Apo-Lipoprotein ist bei allen Menschen vorhanden. Es wird für den Transport von Cholesterin im Blut benötigt. Das dem Eiweiß zugrunde liegende Gen existiert in drei Varianten, wobei eine Variante vor Alzheimer zu schützen und eine andere die Krankheit zu fördern scheint.

Übermäßiger Alkoholkonsum
Menschen, die regelmäßig zu viel Alkohol trinken und Alkoholkranke haben ein erhöhtes Risiko einer Alzheimer-Erkrankung.

Schädel-Hirn-Trauma
Personen, die eine Schädel-Hirn-Verletzung erlitten haben, scheinen häufiger von Alzheimer betroffen zu sein. Die Gründe hierfür sind bislang noch nicht wissenschaftlich geklärt. Entzündungsprozesse im Gehirn und Hormoneinflüsse werden in diesem Zusammenhang als beteiligte Faktoren der Entstehung der Krankheit vermutet.

Luftverschmutzung
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung haben einen Zusammenhang zwischen der Umweltverschmutzung und der Entstehung von Alzheimer aufgezeigt. Möglicherweise ist die ständig zunehmende Luftverschmutzung eine Alzheimer-Ursache.

Luftverschmutzungen durch Feinstaub erhöhen offenbar das Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken. (Bild: Ralf Geithe/fotolia.com)

Vaskuläres Risikoprofil
Verschiedene vaskuläre Erkrankungen und Gegebenheiten erhöhen das Risiko, Morbus Alzheimer zu entwickeln. Dazu gehören:

Wie kann man sich vor Alzheimer schützen?

Es gibt ein Reihe von Präventionsmaßnahmen, die dazu beitragen können, das Risiko einer Erkrankung zu verringern.

Spermidin und Resveratrol
Großes Potenzial gegen geistigen Abbau, schreiben aktuelle Studien Spermidin zu. Dies ist ein körpereigenes Zellstoffwechselprodukt und wichtig Rolle für die Aufrechterhaltung von Zellprozessen. Spermidin unterstützt die sogenannten Autophagie-Prozesse. Diese Selbstreinigungsprozesse verdauen und vernichten die Schadstoffe in den Zellen, zum Beispiel die zuvor erwähnten Eiweiß-Ablagerungen.

Eine Ankurbelung dieser Prozesse könnte somit diesen Erkrankungen vorbeugen. Spermidin in der Nahrung scheint auch dem Gehirn gutzutun. So soll die Wirkung von natürlichem Spermidin, das aus Weizenkeimen gewonnen wurde, die Gedächtnisleistungen bereits nach dreimonatiger Einnahme tendenziell verbessern.

Auch für Resveratrol konnten positive Effekte auf die Gedächtnisleistung nachgewiesen werden. Dieses kann beispielsweise aus Trauben gewonnen werden und kommt unter anderem in Rotwein vor. Ebenso ist Resveratrol in Grüntee-Extrakt zu finden. Diese Nahrungsmittelstoffe sollen vor der Alzheimer-Krankheit schützen.

Gesunde Ernährung
Eine mediterrane Ernährung, wie zum Beispiel Mittelmeer-Diäten, versorgt das Gehirn mit wichtigen Nährstoffen und stärkt seine Abwehrbereitschaft. Obst, Gemüse, Nüsse und Fisch wie Lachs, Kabeljau oder Makrele stehen bei dieser Ernährungsweise auf dem Speiseplan. Auch extra natives Olivenöl senkt das Alzheimer-Risiko. Zudem sollte rotes Fleisch gemieden werden. Außerdem sollte regelmäßig viel Flüssigkeit wie Wasser und Tee zu sich genommen werden – mindestens zwei bis drei Liter am Tag.

Gesunde Ernährung, wie beispielsweise die mediterrane Ernährungsweise kann vor Demenzerkrankungen schützen. (Bild: exclusive-design/fotolia.com)

Geistiges Training
Es konnte beobachtet werden, dass ein hohes Ausbildungsniveau und geistig anspruchsvolle Tätigkeiten das Risiko einer Erkrankung senken können. Neben dem Lösen von Rätselaufgaben gelten auch musizieren, das Lernen einer neuen Sprache oder manche Spiele als geistige Fitness. Dagegen steht häufiges Fernsehen unter Verdacht, das Alzheimer-Risiko zu erhöhen. Bestimmte Videospiele könnten vor Demenz schützen, da sie die geistige Aktivität anregen. Auch Impressionen, die während eines Urlaubes gewonnen werden, können das Gehirn fit halten.

Bewegung
Bewegung hält gesund und fit und hat eine Vielzahl positiver Effekte. Bewegung kann auch das Risiko einer Alzheimer-Demenz senken. Das Gehirn wird besser durchblutet und die Nervenzellen werden gestärkt und sogar neue gebildet. Das Gehirn wird insgesamt leistungsfähiger und ist besser vor der Krankheit geschützt.

Folsäure und andere B-Vitamine
Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass die giftige Aminosäure Homocystein ein entscheidende Rolle bei der Entstehung von Arteriosklerose spielt. Außerdem lässt Homocystein das Gehirn schneller altern. Personen, mit zu hohen Werte dieser Aminosäure, haben auch ein doppelt so hohes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Dagegen helfen Folsäure sowie Vitamin B6 und B12, die das toxische Homocystein abbauen.

Antioxidantien aus schwarzem und grünem Tee
Mehrere Studien befassten sich bereits mit dem Antioxidans Epigallocatechingallat, dass in grünen Tees vorkommt. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Antioxidans die Bildung von Eiweiß-Ablagerungen in den Nervenzellen verhindern und sogar auflösen kann. Die gleiche Wirkung wird bei Theaflavinbestandteilen des Schwarzen Tees vermutet.

Antioxidantien aus schwarzem und grünem Tee sollen gegen Alzheimer schützen. (Bild: photocrew/fotolia.com)

Medikamentöse Behandlung der Alzheimer-Demenz

Derzeit gibt es kein Medikament, welches die Krankheit heilen kann. Die zugelassenen Medikamente wirken eher gegen einzelne Symptome und können das Fortschreiten der Erkrankung nicht aufhalten. Auch scheiterten vielversprechende Medikamente in klinischen Studien und wurden nicht zur Behandlung zugelassen oder erzielen nur geringe Effekte.

Acetylcholinesterase-Hemmer
Für leichte bis mittelschwere Demenzen sind sogenannte Acetylcholinesterase-Hemmer zugelassen, die das Absterben von Neuronen verlangsamen sollen. Zu diesen Hemmern zählen Galantamin, Donepezil, Rivastigmin sowie der Wirkstoff Huperzin A. Die Therapie mit Acetylcholinesterase-Hemmern gilt als umstritten, da verschiedene Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen.

Insulin
Als Nasenspray verabreichtes Insulin konnte den Verlauf der Krankheit bei Testpersonen positiv beeinflussen. Wissenschaftler des „Wake Forest Baptist Medical Center“ in den USA berichteten im „Journal of Alzheimer’s Disease“, dass die Gabe eines bestimmten Insulins helfe, die kognitiven Beeinträchtigung einer leichten bis mittleren Alzheimer-Demenz zu verringern.

Geschichte

Die Symptomatik ist nach dem deutschen Psychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer (1864- 1915) benannt. Er hatte als erster 1901 die Erkrankung an dem Fall der Patientin Auguste Deter beschrieben. 1910 wurde die Bezeichnung nach Alzheimer offiziell von dem deutschen Psychiater Emil Kraepelin (1856- 1926) eingeführt.

Alzheimer ist die häufigste Krankheit unter den Demenzerkrankungen. (Bild: Osterland/fotolia.com)

Was ist der Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer?

Demenz ist lateinisch und bedeutet „Fehlen des Verstands“. Die Demenz selber ist medizinisch gesehen keine Krankheit, sondern ein Muster von Symptomen, bei dem die kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnis und Denken beeinträchtigt sind und das Verhalten des Betroffenen verändern können. Diese Symptomatik kann in mehreren Krankheitsbildern auftreten, die unter den Demenzerkrankungen zusammengefasst sind. Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Krankheit aus dieser Gruppe und ist für rund 60 Prozent aller Demenzen verantwortlich. (tf,vb; aktualisiert am 14.02.18)
Fachliche Aufsicht: Barbara Schindewolf-Lensch (Ärztin)

Quellenangaben:

  • The Lancet Commission on dementia Report
  • The Journal of Alzheimer’s Disease (JAD)
  • The Alzheimer’s Association (2017 facts and figure)
  • National Institute on Aging (NIA)
  • Das Informationsportal Neurologen und Psychiater im Netz
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)
  • Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (DAlzG)
  • sowie im Text verlinkte Studien und Artikel