Bluthochdruck: Rotwein-Moleküle senken den Blutdruck- Wie viel Wein ist noch gesund?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Kann der Konsum von Rotwein vor Bluthochdruck schützen?

Viel wurde in der Vergangenheit bereits über mögliche Vorteile des Rotwein-Konsums für das Herzkreislaufsystem spekuliert, doch kommen die bisherigen Studien hier zu durchaus unterschiedlichen Einschätzungen. Britische Forschende haben jetzt allerdings bei einem speziellen Rotwein-Molekül eindeutig eine blutdrucksenkende Wirkung festgestellt, welche in Zukunft zu therapeutischen Zwecken genutzt werden könnte. Die erforderlichen Mengen ließen sich jedoch nicht durch den Konsum von Rotwein aufnehmen.


Bei der aktuellen Untersuchung des King’s College London wurde festgestellt, dass Rotwein ein bestimmtes Molekül enthält, welches vor Herz- und Kreislauferkrankungen schützt. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Circulation“ publiziert.

Kann der Konsum von Rotwei uns vor Bluthochdruck und damit zusammenhängenden Erkrankungen bewahren? (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Ein hoher Blutdruck kann zu tödlichen Erkrankungen führen

Viele Menschen haben Probleme mit einem zu hohen Blutdruck. Unbehandelt kann hoher Blutdruck das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, einschließlich Schlaganfall und Herzinfarkt, erheblich erhöhen. Ein hoher Blutdruck ist außerdem auch mit einem erhöhten Risiko für vaskuläre Demenz verbunden.

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Was ist Resveratrol?

Ein als Resveratrol bekanntes Molekül ist eine Verbindung, die von der Schale bestimmter Früchte zur Selbstverteidigung gegen Insekten, Bakterien und Pilze produziert wird. Trauben und Rotwein sind dafür bekannt, dass sie die oben genannte Verbindung enthalten. Bei der Untersuchung gaben die Forschenden Mäusen mit induziertem Bluthochdruck eine Dosis Resveratrol, wodurch sich die Blutgefäße der Tiere entspannten und der Blutdruck absank. Bei Versuchen an Muskelzellen aus menschlichen Blutgefäßen konnte die gleiche Wirkung beobachtet werden. Derzeit gibt es keine blutdrucksenkenden Arzneimittel, welche diesen Weg zur Behandlung nutzen. Die Ergebnisse könnten somit zur Entwicklung von neuen wirksamen Medikamenten beitragen.

Entdeckung könnte zu neuer Klasse von Blutdruckmedikamenten führen

„Wir stellen langsam fest, dass Oxidationsmittel nicht immer der Bösewicht sind. Unsere Forschung zeigt, dass ein Molekül, das einst als Antioxidans galt, seine vorteilhaften Wirkungen durch Oxidation ausübt. Wir glauben, dass viele andere sogenannte Antioxidantien ebenfalls auf diese Weise wirken könnten“, erklärt Studienautor Dr. Joseph Burgoyne vom King’s College London in einer Pressemitteilung. „Unsere Arbeit könnte den Grundstein dafür legen, dass Resveratrol chemisch verändert wird, um seine Abgabe an den Körper zu verbessern, oder dass neue, wirksamere Medikamente entwickelt werden, die denselben Weg einschlagen. In Zukunft könnten wir eine ganz neue Klasse von Blutdruckmedikamenten haben“, fügt der Experte hinzu.

Sollten wir jetzt mehr Rotwein trinken?

Leider werden wir die Schutzwirkung nicht einfach durch den Konsum von Rotwein erreichen. Um die hier verwendete Human-Äquivalentdosis an Resveratrol zu erhalten, müssten Sie jeden Tag eine unmöglich konsumierbare hohe Menge an Rotwein trinken. Dies ist einerseits überhaupt nicht machbar und anderseits auch der Versuch nicht wirklich ratsam. Der wahre Wert der Studie besteht darin, die überraschende Wirkung von Resveratrol und damit die Möglichkeit neuer Blutdruckmedikamente aufzuzeigen, die auf ähnliche Weise wirken. Die Ergebnisse bringen uns der Bekämpfung der gesundheitlichen Gefahr von Bluthochdruck einen Schritt näher. Das Wissen könnte in Zukunft dabei helfen verheerende Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu vermeiden. Obwohl Sie Resveratrol-Präparate kaufen können, ist der beste Weg Ihren Blutdruck unter Kontrolle zu halten, ein gesunder Lebensstil, eine ausgewogene Ernährung und die Einnahme der von Ihrem Arzt verschriebenen Medikamente, betonen die Forschenden. (as)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.