Darmkrebsmonat: Risikofaktoren und Prävention bei Darmkrebs

Große Kampagne gegen Darmkrebs soll die Bevölkerung warnen

„Lass Darmkrebs nicht Dein Schicksal sein! Nimm Dein Leben selbst in die Hand. Geh zur Vorsorge. Denn früh erkannt ist Darmkrebs harmlos“, lautet der Slogan der Anti-Darmkrebs Kampagne der Felix-Burda-Stiftung und leitet damit den Darmkrebsmonat März ein, der die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf dieses Thema lenken soll. Denn nach Angaben des Robert Koch-Instituts leiden etwa 27.900 Frauen und 33.100 Männer in Deutschland unter Darmkrebs. Laut der Felix-Burda-Stiftung konnten bereits über 250.000 Fälle von Darmkrebs durch die Vorsorgeuntersuchung verhindert werden.


Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) klärt über Darmkrebs auf. In einer aktuellen Pressemitteilung gibt die BZgA Darmkrebs als die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die dritthäufigste bei Männern an. Dabei steige das Erkrankungsrisiko mit höherem Lebensalter. Oft wird Darmkrebs zu spät erkannt, da die Krankheit im frühen Stadium keine Beschwerden verursacht. Die BZgA rät zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen, denn je früher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Übergewicht und regelmäßiger Alkoholkonsum gelten unter anderem als Risikofaktoren für eine Darmkrebs-Erkrankung. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)

Der immunologische Stuhltest

Anhand eines Stuhltests, den Frauen und Männer ab einem Alter von 50 Jahren jährlich absolvieren sollten, kann im Labor untersucht werden, ob sich nicht sichtbares Blut darin befindet. Im April 2017 wurde zu diesem Zweck der immunologische Test eingeführt, der als zuverlässiger gilt als das zuvor verwendete chemische Verfahren. Wenn dieser Test positiv ausfällt, kann dies ein Indiz für Darmkrebs sein. Blut im Stuhl kann aber auch andere Ursachen wie beispielsweise Hämorrhoiden oder eine Darmentzündung haben.

Bei Darmkrebsverdacht erfolgt eine Darmspiegelung

Nach einem positiven Stuhltest erfolgt meist eine Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei wird der Darm von innen untersucht, um die Diagnose zu bestätigen. Während der Untersuchung wird ein elastischer Schlauch in den Darm eingeführt. An der Kopfseite des Schlauchs befinden sich eine Kamera und ein Scheinwerfer. Sollte es verdächtige Tumorvorstufen geben, kann der Arzt kleine Instrumente über den Schlauch einsetzen, um Proben zu entnehmen oder Polypen abzuschneiden und abzutransportieren. Angst vor der Untersuchung braucht man nicht zu haben. In der Regel erhält man vor der Untersuchung ein Beruhigungs- oder Betäubungsmittel.

Die Krankenkassen finanzieren die Früherkennung

Laut BZgA bieten sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherungen eine Darmspiegelung im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsfrüherkennung an. Diese kann zweimal im Abstand von zehn Jahren als Prävention durchgeführt werden. Der Stuhlbluttest wird als Alternative angeboten und kann ab 55 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.

Die beste Prävention ist ein gesunder Lebensstil

Neben den Früherkennungsuntersuchungen kann ein gesunder Lebensstil dazu beitragen, dass erst gar kein Darmkrebs entsteht. Zu wenig Bewegung, Übergewicht sowie Tabak- und Alkoholkonsum gelten als Risikofaktoren. Doch auch mit gesunder Ernährung und möglichst wenig Alkohol kann eine Darmkrebserkrankung nicht mit Sicherheit verhindernt werden. „Essentiell wichtig ist deshalb, auch die Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs wahrzunehmen“, betont Professor Dr. med. Wolf Schmiegel, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus, Ruhr-Universität Bochum in einer Pressemitteilung bezüglich des Darmkrebsmonats März der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Alkohol und Darmkrebs

„Der Zusammenhang zwischen hohem Alkoholkonsum und Darmkrebsrisiko ist mittlerweile durch zahlreiche Studien gut belegt“, erläutert Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen und Mediensprecher der DGVS. Eine Auswertung von 14 prospektiven Kohortenstudien zeigte, dass bereits der Konsum von 100 Gramm Alkohol pro Woche mit einem 15-prozentigen Anstieg des Darmkrebsrisikos einhergehen würde. „Wer regelmäßig noch mehr Alkohol konsumiert, bei dem nimmt auch das Risiko weiter zu“, so Trautwein.

Nüsse können bei Darmkrebs helfen

Patienten mit Darmkrebs im Stadium III können dank Nüssen Darmkrebs überleben. Dies wiesen Wissenschafter des Yale Cancer Center und des Dana-Farber Cancer Institute in einer aktuellen Studie nach, die kürzlich im „Journal of Clinical Oncology“ erschienen ist. Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit Darmkrebs im Stadium III, die regelmäßig Nüsse konsumieren, ein signifikant geringeres Risiko für Krebsrezidive und Mortalität aufweisen. (vb)