Achtsamkeitstraining kann bei Depressionen zu einer signifikanten Linderung der Symptome beitragen. Besonders vorteilhaft scheint es für Personen mit belastenden Kindheitserfahrungen.
Forschende der Brown University (USA) haben in einer aktuellen Studie die Wirkung von Achtsamkeitstraining auf den Blutdruck und auftretende Depressionssymptome untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Health Psychology“ veröffentlicht.
Achtsamkeitstraining für die Gesundheit
Die stressreduzierende Wirkung von Achtsamkeitsübungen und deren positiven Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit sind durch verschiedene früherer Studien bereits belegt und auch spezielle achtsamkeitsbasierte Methoden zur Blutdrucksenkung wurden schon untersucht.
Die neue Forschungsarbeit zeigt nun, dass das ursprünglich zur Blutdrucksenkung konzipierte Achtsamkeitstraining auch Depressionssymptome signifikant lindern kann.
Welche Wirkung hat Achtsamkeitstraining?
An ingesamt 201 Personen, von denen 101 das achtsamkeitsbasierte Blutdrucksenkungsprogramm absolvierten und 100 als Kontrollgruppe dienten, überprüften die Forschenden die Wirkung des Achtsamkeitstrainings. Auch wurden die Belastungen in der frühen Kindheit der Teilnehmenden erfasst, wie insbesondere deren Erfahrungen mit Missbrauch oder Vernachlässigung.
Über einen Zeitraum von sechs Monaten überwachte das Team die Veränderungen des Blutdrucks, des Gesundheitsverhaltens und der psychischen Gesundheit bei den Teilnehmenden.
Signifikante Linderung von Depressionen
Das achtsamkeitsbasierte Blutdrucksenkungsprogramm führte laut den Forschenden zu signifikanten Verbesserungen der Depressionssymptome, wobei Teilnehmende mit belastenden Kindheitserfahrungen größere Verbesserungen erzielten als diejenigen ohne solche Kindheitserfahrungen.
„In diesem Programm, das primär darauf abzielte, den Blutdruck zu senken und gleichzeitig die Gesundheit des gesamten Menschen zu fördern, stellten wir auch eine Verbesserung des psychischen Wohlbefindens, insbesondere der Depressionssymptome, bei den Teilnehmenden fest“, so der Studienleiter Professor Eric Loucks von der Brown University.
Loucks ergänzt, dass Menschen, die in ihrer frühen Kindheit belastende Erfahrungen wie Missbrauch und Vernachlässigung gemacht haben, zudem tendenziell eine schlechtere psychische und auch eine schlechtere Herz-Kreislauf-Gesundheit aufweisen.
So ist die erhöhte Wirkung des Achtsamkeitstrainings bei diesen Person besonders erfreulich und Ihnen könne Achtsamkeitstraining helfen, das Erlebte besser zu verarbeiten und mit ihre Emotionen in schwierigen Situationen besser zu regulieren.
Vielversprechende Therapieoption
Insgesamt verdeutlichen die Studienergebnisse, dass Achtsamkeitstraining auch einen Beitrag zu Linderung von Depressionen leisten kann und es erscheint damit als vielversprechende nicht-pharmakologische Möglichkeit zur begleitenden Therapie. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- S. Sukhbaatar, S. Sun, M. M. Scarpaci, V. V. Neves, M. A. Sheridan, E. B. Loucks: Mindfulness for heart and mind: Mindfulness-based blood pressure reduction randomized clinical trial for depression symptoms; in: Health Psychology (veröffentlicht 12.02.2026), psycnet.apa.org
- Brown University: Mindfulness practices found to significantly reduce depression symptoms, especially for those with early-life adversity (veröffentlicht 18.02.2026), sph.brown.edu
Wichtiger Hinweis:
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