Der Klimawandel gefährdet schon heute die Gesundheit der Menschen

Wie wirkt sich der Klimawandel auf unsere Gesundheit aus?

Immer häufiger gibt es Warnungen vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Gesundheit von Menschen bereits heute durch die Auswirkungen des Klimawandels negativ beeinflusst wird. Die gesundheitliche Belastung wird in der Zukunft noch weiter zunehmen.


Die Wissenschaftler des University College London und anderer Forschungseinrichtungen stellten bei ihrer gemeinsamen aktuellen Untersuchung fest, dass der Klimawandel bereits zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen führt. Die Mediziner veröffentlichten den Bericht in der englischsprachigen Fachzeitschrift „The Lancet“.

Hitzewellen in Europa nehmen immer weiter zu. Bei solch hohen Temperaturen ist es besonders wichtig, sich durch ausreichendes Trinken und Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. (Bild: Mikkel Bigandt/fotolia.com)

Hitzewellen in Europa nehmen zu

Die negativen Auswirkungen durch den Klimawandel reichen von Hitzewellen in Europa bis zu steigenden Fällen von Dengue-Fieber in den Tropen, sagen die Experten. Milliarden von landwirtschaftlichen Arbeitsstunden seien bei den hohen Temperaturen verlorengegangen und natürlich sind auch die Ernten beeinträchtigt. Der aktuelle Bericht wurde von 150 Experten von 27 Universitäten und Institutionen wie der Weltgesundheitsorganisation und der Weltbank erstellt. Die Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels müssen verdreifacht werden oder die Menschen müssen sich einem katastrophalen Klimawandel stellen, warnen die Experten. Wir können den Klimawandel nicht mehr verzögern, dieser Zustand kann nicht weiter ignoriert werden, so die Mitteilung der WHO.

Welche Auswirkungen hat die Klimaerwärmung?

In dem Bericht werden die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Gesundheit in kritischen Worten dargelegt. Ein sich schnell änderndes Klima hat schlimme Auswirkungen auf jeden Aspekt des menschlichen Lebens, indem es gefährdete Bevölkerungsgruppen extremen Witterungseinflüssen aussetzt, die Muster der Infektionskrankheiten verändert und die Ernährungssicherheit, sauberes Trinkwasser und saubere Luft beeinträchtigt, heißt es in dem Bericht.

Klimaerwärmung gefährdet nationale Gesundheitssysteme

Am Dienstag erklärte die UNO, dass die Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Emissionen verdreifacht werden müssen, um eine katastrophale Erwärmung zu vermeiden. Die internationalen Klimaverhandlungen sollten am Montag in Polen wieder aufgenommen werden. Der Mangel an Fortschritt bei der Eindämmung der Klimaerwärmung bedroht sowohl das Leben von Menschen als auch die nationalen Gesundheitssysteme, sagen die Forscher.

Europa und östlicher Mittelmeerraum sind besonders stark betroffen

Eine Umfrage von Führungskräften aus fast 500 Städten in dem Bericht stellte fest, dass die Hälfte der Befragten erwartet, dass ihre Infrastruktur für die öffentliche Gesundheit durch den Klimawandel ernsthaft beeinträchtigt wird, was zu systemischen Ausfällen wie der Stilllegung von Krankenhäusern führt. Eine Hitzewelle in Europa war in diesem Sommer allein mit Hunderten vorzeitiger Todesfälle in Großbritannien verbunden. Laut dem Bericht sind die Bevölkerungen in Europa und im östlichen Mittelmeerraum einem höheren Risiko ausgesetzt als in Afrika und Südostasien, da der Anteil der in Städten lebenden verwundbaren und älteren Menschen hoch ist.

Wie wirkt sich die Hitze aus?

Sehr heiße Klimabedingungen schädigen die Gesundheit direkt durch Hitzschlag und Dehydrierung, aber auch die Verschlimmerung von Erkrankungen wie Herzkrankheiten ist sehr gefährlich. Hitze verstärkt auch die Luftverschmutzung und psychische Probleme. Viele Gemeinden sind nicht auf die anhaltende Zunahme der Häufigkeit, Intensität und Dauer von Hitzewellen vorbereitet, sagen die Experten. Relativ geringe Änderungen der Temperaturen und Niederschläge können schon zu großen Veränderungen bei der Übertragung von Infektionskrankheiten führen, die sich über Wasser und Stechmücken ausbreiten. Die Übertragbarkeit des Dengue-Fieber-Virus erreichte im Jahr 2016 beispielsweise einen Rekordwert. Die Gefahr durch das Cholera-Risiko stieg auch in Regionen wie den baltischen Staaten, in denen sich das Meer rasch erwärmt hat.

Die Menschen müssen jetzt Gegenmaßnahmen ergreifen

Der Bericht zeigt klar, dass der Klimawandel schon jetzt die Gesundheit direkt beeinflusst. Maßnahmen gegen den Klimawandel müssen priorisiert werden, wenn die potenziell verheerenden Auswirkungen auf den Planeten und die Gesundheit von zukünftigen Generationen reduziert werden sollen. (as)