Die Deutsche Krebshilfe fordert noch weitreichendere E-Zigaretten Verbote ein

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Rauchen: Preiserhöhungen und erweiterte Verbote in Planung

Raucher müssen sich auf teure Zeiten gefasst machen. Der Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery sowie der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe Gerd Nettekoven drängen auf eine Erweiterung des Tabakwerbeverbots auf E-Zigaretten und Tabakerhitzer sowie auf massive Steuererhöhungen bei Zigaretten und Tabak.


Die „Nationale Dekade gegen Krebs“ hat begonnen, verkündete kürzlich das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe. Deutschland sei europaweit das beschämende Schlusslicht in Sachen Tabakwerbeverbot, erklärte Gerd Nettekoven gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dies solle nun geändert werden.

Deutschland hinkt beim Tabakverbot den anderen EU-Ländern hinterher. Die Deutsche Krebshilfe und die Ärztekammer wollen dies nun ändern. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Verbote für Tabak sollen angezogen werden

Trotz jährlich 120.000 Toten durch die Folgen des Tabakkonsums wird ein ausgedehntes Verbot gegen Tabak immer noch kontrovers diskutiert. Die Deutsche Krebshilfe will sich für ein Verbot für die Außenwerbung auf Plakatwänden sowie für die Werbung im Kino nach 18 Uhr als auch für ein Verbot für die Abgabe von kostenlosen Zigaretten bei Werbeaktionen einsetzen. Außerdem sprach sich Nettekoven für eine drastische Steigerung der Tabaksteuern aus.

Keine Ausnahmen für Tabakerhitzer und E-Zigarette

Laut Nettekoven sollen Tabakerhitzer und E-Zigarette dabei keine Sonderregelung bekommen. Nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Krebshilfe sollten die Verbote in gleichem Maße für die Tabakrauch-Alternativen gelten. Auch wenn diese Produkte im Vergleich zu Tabakrauch schadstoffärmer seien, bedeuten sie für ihre Konsumenten dennoch eine Gesundheitsgefährdung, so Nettekoven. Insbesondere für junge Menschen und Nichtraucher seien diese Produkte ein möglicher Weg in die Nikotinabhängigkeit, wodurch ein späterer Umstieg auf klassische Tabakprodukte wahrscheinlicher werde. Dadurch seien die Erfolge der letzten Jahre in der Tabakprävention nachhaltig gefährdet.

Deutsche Krebshilfe fordert kontinuierliche Steuererhöhungen

Beim Werbungsverbot soll es jedoch nicht bleiben. Die Deutsche Krebshilfe will sich für eine spürbare und kontinuierliche Preiserhöhung nach Vorbild der französischen Anti-Rauch-Politik einsetzen. Im März 2019 wurde der Preis für eine Packung Zigaretten in Frankreich auf 8,80 Euro angehoben. Im November 2020 soll der Preis nochmals auf rund zehn Euro steigen.

Herzinfarkte auch durch E-Zigaretten

Eine aktuelle amerikanische Studie legt nahe, dass die Nutzung von E-Zigaretten mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Herzinfarkten zusammenhängt. Zusätzlich scheinen Betroffene auch häufiger unter Depressionen zu leiden.

Deutschland zahlt Milliarden für Raucher

Neben den Verlust von Menschenleben macht Gerd Nettekoven auch auf die drastischen Kosten aufmerksam, die durch das Rauchen entstehen. Diese sollen sich auf mindestens 80 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Über 25 Milliarden Euro müsse das Gesundheitssystem für erkrankte Raucher ausgeben. Dazu kämen über 53 Milliarden Euro für Produktionsausfälle und Frühverrentungen. In diesem Artikel finden Sie eine Hilfestellung zum Aufhören: Das Rauchen aufgeben! (vb)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.