Diese neue Therapie könnte Hörverlust und Schwerhörigkeit rückgängig machen

Alexander Stindt

Wird es in Zukunft möglich sein Hörverlust im Alter rückgängig zu machen?

Viele Menschen entwickeln mit zunehmendem Alter eine gewisse Schwerhörigkeit. Forscher fanden jetzt heraus, dass eine neuartige Therapie zur Heilung des Gehörs beitragen kann.


Die Wissenschaftler des University of Rochester Medical Center und der international angesehenen Harvard Medical School stellten bei ihrer aktuellen gemeinsamen Untersuchung fest, dass Menschen mit Hörverlust oder Schwerhörigkeit von einer neuen Art der Therapie profitieren könnten. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „European Journal of Neuroscience“.

Eine neue Therapie könnte Menschen in Zukunft dabei helfen, einen auftretenden Hörverlust rückgängig zu machen. (Bild: Brian Jackson/fotolia.com)

Alternative zu Hörgeräten, Implantaten und Hörhilfen?

Wenn auch Sie zu den Menschen gehören, welche mit zunehmendem Alter immer schlechter hören, dann gibt es in Zukunft vielleicht eine Therapie, welche Ihren Hörverlust rückgängig machen könnte. Bisher gab es keine einzige Behandlung oder Intervention, welche generell bei allen Menschen wirkt, auch wenn Hörgeräte, sogenannte Cochlea-Implantate und Hörhilfen, häufig verwendet werden, um das Hörvermögen zu verbessern, sagen die Forscher.

Was ist der epidermale Wachstumsfaktor?

Die Experten untersuchten eine Theorie über den sogenannten epidermalen Wachstumsfaktor (EGF). Dieser ist verantwortlich für die Aktivierung von Zellen in den Gehörorganen von Vögeln. Wenn diese Zellen ausgelöst werden, vermehren sie sich und fördern die Bildung neuer sensorischer Haarzellen, erläutern die Autoren der Studie. Die meisten Hörverluste treten auf, wenn entweder die sensorischen Haarzellen oder die Hörnervenzellen zerstört werden, fügen die Mediziner hinzu.

Was bewirkte die Aktivierung des ERBB2-Signalwegs?

Um ihre Theorie zu testen, untersuchten die Forscher mehrere Methoden zur Aktivierung von EGF-Signalwegen, von denen einer die Verwendung eines Virus zur Stimulation von ERBB2-Rezeptoren in den sogenannten Cochlear-Unterstützungszellen (im Innenohr) umfasste. Die Aktivierung des ERBB2-Signalwegs führte zur Bildung neuer Cochlear-Unterstützungszellen und neuer sensorischer Haarzellen, berichten die Wissenschaftler.

Ist eine Reparatur des Gehörs möglich?

Der Prozess der Gehörreparatur ist ein komplexes Problem und erfordert eine Reihe von zellulären Ereignissen, sagt Studienautorin Patricia White vom University of Rochester Medical Center. Die sensorischen Haarzellen müssen sich regenerieren, wieder richtig funktionieren und sich mit dem notwendigen Netzwerk von Neuronen verbinden. Die aktuelle Untersuchung zeige einen Signalweg, der durch verschiedene Methoden aktiviert werden und einen neuen Ansatz für die Cochlea-Regeneration darstellen kann und so letztlich zur Wiederherstellung des Gehörs beitragen könnte, fügen die Wissenschaftler hinzu. Die Autoren fanden auch Hinweise dafür, dass die Aktivierung des ERBB2-Signalweges den sensorischen Cochlea-Haarzellen dabei helfen kann, sich in Nervenzellen zu integrieren. Zellen in der Cochlea helfen dabei, Schallwellen in neuronale Signale umzuwandeln, welche über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. (as)