Eiter-Pickel: Selbst ausdrücken oder stehen lassen?

Sebastian

Eiter besser nicht selbst ausdrücken

Eiter sieht nicht gut aus, vor allem wenn er auf einem Pickel im Gesicht sitzt. Deshalb versuchen viele schon beim Entstehen von Eiter, die gelbliche Masse auszudrücken. Das aber sollte man in keinem Fall tun, wie die Fachärztin für Dermatologie an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf, Dr. med. Ute Siemann-Harms warnt.

Die einen drücken schnell am Eiter, die anderen finden die meist weißlich-gelbliche Masse abscheulich. Medizinisch ist aber die Frage: „Muss der Eiter raus oder sollte man lieber abwarten?“

Pickel können sehr unangenehm und schmerzhaft für Betroffene werden. Erste Hilfe bieten z.B. Heilerde, Teebaumöl oder eine Bachblütentherapie. (Bild: Ocskay Bence/fotolia.com)

Heute ist Eiter kein gutes Zeichen

Eiter besteht überwiegend aus Proteinen und Detritus, einer breiigen Masse, die beim Zerfall von Zellen und Gewebe entsteht. Tritt Eiter aus einer Entzündung oder Wunde aus, nennt man diesen Prozess Eiterung oder Suppuration. Eiter entsteht häufig infolge einer Entzündung, wie beispielsweise bei einem Abszess, einer Haarwurzelentzündung oder einer Mittelohrentzündung. Die meisten Menschen kennen Eiter jedoch in Zusammenhang mit Pickeln bzw. Akne.

Zu früheren Zeiten sprach man vom „Pus bonum et laudabile“, also dem guten Eiter. Ohne diesen würde eine Wunde nicht ausheilen. Doch seit Antibiotika ist das anders. Heute sagen Mediziner: „Eitert eine Wunde, ist es kein gutes Zeichen!“

Ausdrücken ist kein Option

Das ständige Herumdrücken an Eiterpickeln sollte unterlassen werden. „Ein funktionierendes Immunsystem wird sehr gut selbst mit kleinen Eiterherden wie Pickeln fertig“, sagt Siemann-Harms. Denn wer an den Entzündungsherden selbst experimentiert und drückt, verschlimmere meist die Situation. „Antiseptische Externa, wie zum Beispiel Octenidin oder jodhaltige Salben, sind die bessere Alternative“, so die Ärztin. Sind die Wunden groß, müsse man zum Arzt, der dann über eine weitere Behandlung entscheidet.

Das Hautbild ist ein Zeichen der Psyche

Die Psyche spielt eine Rolle bei Pickeln. „Unsere Haut ist unser Spiegel“,sagt Emel Bütün von der Hamburger Berufsfachschule für Kosmetik (HBK). Es macht sich im Hautbild bemerkbar, wie es uns innerlich geht – seelisch und organisch. Erwachsenen macht es meist noch mehr zu schaffen als Jugendlichen, wenn sie Pickel und Mitesser haben. Schnell wird dann im Gesicht rumgekratzt. Und damit verschlimmert sich nicht selten das Hautbild, da die Entzündungen zunehmen. „Die Hand und die Nägel sind nie klinisch rein“, so Bütün. (sb)