Elektromagnetische Felder können Brustkrebs eindämmen

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Behandlung von Brustkrebs mit elektromagnetischen Feldern?

Forschende fanden jetzt heraus, dass elektromagnetische Felder hilfreich bei der Behandlung von Brustkrebs sein könnten. Diese Felder tragen dazu bei, dass einige Arten von Brustkrebs sich nicht auf andere Körperteile ausbreiten.


Bei der aktuellen Untersuchung der Ohio State University wurde festgestellt, dass elektromagnetische Felder die Ausbreitung von verschiedenen Arten von Brustkrebs verhindern können. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Communications Biology“ veröffentlicht.

Eine neue Methode zur Behandlung nutzt elektromagnetische Felder mit geringer Intensität, um die Ausbreitung von Brustkrebszellen zu verhindern. (Bild: Uwe Grötzner/fotolia.com)

Mobilität von Krebszellen wird durch elektromagnetische Felder eingeschränkt

Elektromagnetische Felder geringer Intensität behindern die Mobilität spezifischer Brustkrebszellen, indem sie die Bildung langer, dünner Fortsätze am Rand einer wandernden Krebszelle verhindern, erläutern die Forschenden. Die Studie wurde allerdings an Zellen in einem Labor durchgeführt und das Konzept wurde noch nicht an Tieren oder Menschen getestet. Die Fähigkeit, sich nicht nur lokal zu vermehren, sondern im ganzen Körper zu verbreiten, macht Krebs so verheerend, berichtet die Forschungsgruppe. Krebszellen wandern auch in entfernte Körperregionen, aber es ist jetzt gelungen mit der Hilfe von elektromagnetischen Feldern ihr Ausbreitungspotential zu verändern. Die Krebszellen nahmen anscheinend sowohl das Vorhandensein der elektromagnetischen Felder als auch die Richtung war, aus der die Felder kamen.

Was war das Ziel der Studie?

Um die Effekte von elektromagnetischen Feldern genauer zu untersuchen, nutzten die Forschenden eine sogenannte Helmholz-Spule, mit der sie unterschiedliche Arten von Brustkrebszellen mit einheitlicher elektromagnetischer Energie versorgen konnten. Außerdem verfolgte das Forschungsteam die sich bewegenden Brustkrebszellen unter dem Mikroskop. Mit der Hilfe eines neu entwickelten Apparats wurde in einer kontrollierbaren Umgebung nachgeahmt, was tatsächlich durch die elektronischen Felder im Körper passiert. Das Ziel war es zu überprüfen, ob und wie die Krebszellen auf diese Energie reagieren und welche Rolle elektromagnetische Felder in Zukunft bei der Behandlung von Brustkrebs spielen könnten.

Metastasierte dreifach negative Brustkrebszellen reagierten besonders empfindlich

Die Forschenden fanden heraus, dass metastasierte dreifach negative Brustkrebszellen (Krebszellen, die naturgemäß nicht auf eine Hormontherapie oder auf Behandlungen ansprechen) am empfindlichsten auf elektromagnetische Felder reagieren. Bei ihren Tests stellten sie zudem fest, dass bestimmte medikamentöse Therapien die Fähigkeit der elektromagnetischen Felder verbessern können, die Ausbreitung der Krebszellen zu blockieren. Da die Untersuchung in einem Labor unter Verwendung eines Modells durchgeführt wurde, müssen die Konsequenzen dieser Befunde für Patientinnen noch validiert werden.

Weitere Forschung ist nötig

Die Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt für die Forschenden, die daran arbeiten, zu verstehen, wie Krebszellen sich mit anderen Zellen koppeln und sich ausbreiten. Die zukünftige Forschung sollte auf die Untersuchung elektromagnetischer Felder und gezieltere molekulare Therapien bei Mäusen ausgedehnt werden, so das Fazit der Forschungsgruppe. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Ayush Arpit Garg, Travis H. Jones, Sarah M. Moss, Sanjay Mishra, Kirti Kaul et al.: Electromagnetic fields alter the motility of metastatic breast cancer cells, in Communications Biology (Abfrage: 09.08.2019), Communications Biology