Erhöhtes Herzinfarkt-Risiko durch zu viel und zu wenig Schlaf

Junge Frau liegt mit geöffneten Augen im Bett

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Wie beeinflusst Schlaf das Herzinfarktrisiko?

Zu wenig Schlaf erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Wenn wir allerdings zu lange schlafen, erhöht dies ebenfalls das Herzinfarkt-Risiko. Wie viel Stunden Schlaf pro Nacht sind eigentlich gesund?


Bei der aktuellen Untersuchung der University of Colorado at Boulder wurde festgestellt, dass nicht nur zu wenig Schlaf ungesunde Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat, auch zu viel Schlaf kann lebensgefährliche Folgen haben. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of the American College of Cardiology“ publiziert.

Junge Frau liegt mit geöffneten Augen im Bett
Wenn der Schlaf gestört ist, wirkt sich dies negativ auf die Gesundheit aus und die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt ist erhöht. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Wie viel Schlaf ist optimal?

Wegen der negativen Auswirkungen von zu wenig und zu viel Schlaf auf die Gesundheit stellt sich natürlich die Frage: Wie lange sollte ein Mensch pro Nacht schlafen? Die Studie ergab hierzu, dass es für eine Person am gesündesten ist, wenn sie sechs bis neun Stunden pro Nacht schläft.

Daten von über 461.000 Menschen wurden ausgewertet

Für die Untersuchung wurden genetische Informationen, selbst gemeldete Schlafgewohnheiten und medizinische Aufzeichnungen von über 461.000 Menschen analysiert. Die Teilnehmenden waren im Alter zwischen 40 und 69 Jahren und hatten zuvor noch nie einen Herzinfarkt. Alle Personen wurden für einen Zeitraum von sieben Jahren medizinisch überwacht.

Wie stark erhöht sich das Risiko für einen Herzinfarkt?

Bei der Studie stellten die Forschenden fest, dass Teilnehmende, welche weniger als sechs Stunden schliefen, mit 20 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt während des Untersuchungszeitraums erlitten. Zusätzlich stellte sich heraus, dass eine Schlafdauer von mehr als neun Stunden mit einem um 34 Prozent erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt verbunden ist. Umso stärker die Teilnehmenden aus dem Zeitrahmen von sechs bis neun Stunden herausfielen, umso höher war ihr Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, berichtet die Forschungsgruppe.

Schlafdauer ist ein Schlüsselfaktor für die Herzgesundheit

Als das Team die Teilnehmenden mit einer genetischen Veranlagung für Herzkrankheiten untersuchte, stellten sie fest, dass diejenigen, die zwischen sechs und neun Stunden schliefen, ihr Risiko für einen Herzinfarkt um 18 Prozent reduzieren konnten. Dies ist ein starker Beweis dafür, dass die Schlafdauer ein Schlüsselfaktor für die Herzgesundheit ist, welcher für alle Menschen gültig ist, erklären die Forschenden.

Herzinfarktrisiko kann durch verschiedene Ansätze reduziert werden

Verschiedene Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Schlaf und der Herzgesundheit besteht. Da es aber eine Vielzahl von Faktoren gibt, welche hierbei eine Rolle spielen könnten, ist unklar, ob schlechter Schlaf Herzprobleme verursacht oder umgekehrt. Bei der aktuellen Studie wurden verschieden Untersuchungsmethoden kombiniert und eine Vielzahl von Faktoren wurde berücksichtigt, wie beispielsweise die Körperzusammensetzung und die körperliche Aktivität. So konnte festgestellt werden, dass die Schlafdauer das Herzinfarktrisiko unabhängig von den anderen Faktoren beeinflusst. Egal wie hoch das persönliche angeborene Risiko für einen Herzinfarkt ist, es kann durch gesundes Schlafverhalten reduziert werden, genauso wie durch gesunde Ernährung, Nichtrauchen und andere Lifestyle-Ansätze, berichten die Forschenden. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Iyas Daghlas, Hassan S. Dashti, Jacqueline Lane, Krishna G. Aragam, Martin K. Rutter, Richa Saxena, Céline Vetter: Sleep Duration and Myocardial Infarction, in Journal of the American College of Cardiology (Abfrage: 03.09.2019), JACC

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.