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Wieder große Rückrufaktion bei Lidl: Listerien in weiteren Tiefkühlgemüse-Produkten

Volker Blasek
Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer Fachredakteur
17. Juli 2018
in News
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Rückrufaktion infolge des Tiefkühl-Skandals erweitert

Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit über sein Verbraucherschutzportal „lebensmittelwarnung.de“ mitteilt, hat der belgische Hersteller Greenyard Frozen Belgium den Rückruf von Tiefkühl-Gemüse in Deutschland ausgeweitet. Nun ist auch der bei Lidl vertriebene „Green Grocer’s Gemüsemix“ in der 1000 Gramm Packung betroffen. Der Hersteller kann nicht ausschließen, dass sich in dem Produkt Listeria monocytogenes Bakterien befinden, die schwere Magen- und Darmerkrankungen auslösen können, welche für bestimmte Risikogruppen lebensgefährlich sind.

Wie der Hersteller mitteilt, ist das Produkt „Green Grocer’s Gemüsemix“ identisch mit dem bereits zurückgerufenen „Freshona Gemüsemix“. Es kam laut Hersteller in der Vergangenheit zu einer Umbenennung des Produktes. Beide Produkte wurden aber noch in Lidl-Filialen angeboten. Der „Green Grocer’s Gemüsemix “ (1000 Gramm) sowie der „Freshona Gemüsemix“ (1000 Gramm) werden unabhängig vom Mindesthaltbarkeitsdatum zurückgerufen. Der Hersteler, Lidl und das Bundesamt für Verbraucherschutz raten dringend von einem Verzehr ab.

Lidl reagiert sofort

Auch Lidl warnt auf der Webseite des Unternehmens vor den gefährlichen Listerien-Bakterien. Man habe die betroffenen Produkte „Freshona Gemüsemix“ und „Green Grocer’s Gemüsemix“ aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes aus dem Verkauf genommen, so Lidl. Die Produkte könne man in allen Lidl-Filialen zurückgeben. Der Kaufpreis werde selbstverständlich auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Nach Angaben von Lidl sind alle anderen Tiefkühl-Artikel inklusive anderer Produkte des Herstellers nicht betroffen.

Europaweiter Listerien Skandal mit Todesopfern

Deutschland steht mit dem Rückruf nicht allein dar. Laut der Europäischen Lebensmittelbehörde efsa gab es bereits Listeriose-Ausbrüche in fünf verschiedenen EU-Ländern, welche mehrere Todesopfer durch die gefährlichen Bakerien in Tiefkühl-Lebensmitteln forderten. Die Tochterfirma Greenyard Frozen UK musste in England beispielsweise rund 50 verschiedene Tiefkühl-Produkte wegen einer möglichen Listeriose-Gefahr zurückrufen. Dort wurden schon neun Todesopfer gemeldet, die zuvor offenbar kontaminierten Zuckermais konsumiert hatten. Die englischen Behörden warnen ausdrücklich davor, Tiefkühl-Gemüse niemals roh zu verzehren, auch wenn es in kalten Gerichten wie Salaten, Smoothies oder Dips verwendet wird.

Wahrscheinlich entsprang der Ausbruch einer ungarischen Produktion

Die efsa informiert in einer Pressemitteilung über den wahrscheinlichen Ursprung. Die Listerien-Bakterien entstammen sehr wahrscheinlich einer ungarischen Verarbeitungsanlage. In der entsprechenden Anlage seien bereits sämtliche Gefrieraktivitäten durch ungarische Behörden gestoppt worden. Entsprechende Tests und Untersuchungen um das Ausmaß der Kontamination zu ermitteln laufen bereits. Die efsa kann nicht ausschließen, dass weitere Unternehmen der selben Handelsgruppe ebenfalls betroffen sind.

Listeriose ist für manche Menschen lebensgefährlich

Das Bakterium Listeria monocytogenes kann Listeriose auslösen, eine Magen- und Darmerkrankungen, die für Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, ältere und immungeschwächte Personen, frisch Operierte, Menschen, die unter Diabetes leiden, Krebspatienten und Aidskranke durchaus lebensbedrohlich ist. Auch eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) kann in seltenen Fällen auftreten. Bei folgenden Symptomen nach dem Verzehr sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden:

  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Fieber,
  • Durchfall,
  • Bauchschmerzen,
  • Schüttelfrost,
  • Gliederschmerzen,
  • Kopfschmerzen.

Listeriose-Bakterien können lange im Körper überleben

Laut efsa kann es bei Listeriose zu einer sehr langen Inkubationszeit von bis zu 70 Tagen kommen. Deshalb sei nicht auszuschließen, dass es in den kommenden Wochen zu weiteren Ausbrüchen kommen könnte. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Volker Blasek

Volker Blasek

Neben dem Studium als Technischer Redakteur hat Volker Blasek eine Ausbildung zum Gärtner und ein freiwilliges Jahr auf einem Biobauernhof absolviert. Dort und in vielen Reisen baute er sein Interesse an der Natur aus. Das Thema Naturschutz liegt ihm besonders am Herzen. Daneben schreibt er auch gerne über Psychologie und Wissenschaft. Als medizinischer Fachredakteur bei Heilpraxis.de kann Volker seine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, um fachliche, gut recherchierte und auch unterhaltsame Berichte zu schreiben.

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