Fett aus Fast-Food gelangt ins Gehirn und begünstigt Depressionen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Löst der Konsum von Fast-Food Depressionen aus?

Sogenanntes Fast-Food ist ungesund und trägt zu einer Gewichtszunahme bei. Forschende fanden jetzt heraus, dass der Verzehr von Fast-Food zusätzlich dazu führen kann, dass Fett in unser Gehirn gelangt und Depressionen entstehen.


Bei einer aktuellen Untersuchung der University of Glasgow wurde festgestellt, dass der Konsum von Fast-Food bewirkt, dass Fett in unser Gehirn gelangt. Dies scheint zu Depressionen zu führen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Translational Psychiatry“ veröffentlicht.

Der Konsum von Fast-Food kann bewirken, dass Fettsäuren in unser Gehirn gelangen, was die Entstehung von Depressionen begünstigt. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Gesättigte Fettsäuren gelangen in das Gehirn

Die aktuelle Forschungsarbeit legt nahe, dass gesättigte Fettsäuren tatsächlich über die Blutbahn in das Gehirn gelangen können. Dort wirken sie sich auf die Funktion eines Teils des Gehirns aus, welcher unsere Emotionen steuert (Hypothalamus). Dies führt zu einer Zunahme von depressiven Symptomen. Die Studie wurde zwar lediglich an Mäusen durchgeführt, trotzdem glauben die Forschenden, dass die Ergebnisse die Zusammenhänge zwischen Depression und Fettleibigkeit erklären können. Darauf deutete beispielsweise auch hin, dass Antidepressiva bei übergewichtigen Menschen weniger wirksam sind als bei Menschen mit einem normalen Gewicht. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass das Übergewicht ein zusätzlicher Faktor ist, der Depression verursacht, wobei die fettreiche Ernährung die Schuld trägt.

Was sind Depressionen?

Während es völlig normal ist, dass Menschen sich von Zeit zu Zeit schlecht fühlen, fühlen sich Personen mit Depressionen möglicherweise wochen- oder sogar monatelang unglücklich. Depressionen treten recht häufig auf und sie können jeden Menschen in jedem Alter betreffen. Ungefähr jeder zehnte Mensch wird wahrscheinlich irgendwann im Laufe seines Lebens Depressionen entwickeln. Symptome und Wirkung von Depressionen variieren. Betroffene können beispielsweise ständig verärgert sein, sich völlig hoffnungslos fühlen oder das generelle Interesse an Aktivitäten oder Dingen verlieren, die sie früher eigentlich gerne mochten. Es kann auch zu körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit kommen oder der Sexualtrieb wird beeinträchtigt. In manchen Fällen bewirken Depressionen sogar körperliche Schmerzen. Im Extremfall entwickeln Betroffene durch Depressionen Selbstmordgedanken. Auch traumatische Ereignisse können Depressionen auslösen und Menschen mit Fällen von Depressionen in der Familie sind einem höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt.

Spezielle Antidepressiva für übergewichtige Menschen?

Die Studie untersuchte Mäuse, welche eine Ernährung zu sich nahmen, die bis zu 60 Prozent gesättigte und ungesättigte Fette enthielt. Die Forschenden stellten fest, dass Teile des Fetts (gesättigte Fettsäuren) tatsächlich über die Blutbahn in das Gehirn gelangten. Die Ergebnisse der Studie könnten in Zukunft die Verwendung von Antidepressiva beeinflussen, so dass eventuell spezielle Antidepressiva für übergewichtige und adipöse Personen verwendet werden, welche besser für diese Menschen geeignet sind. Die aktuelle Forschungsarbeit könnte zudem erklären, wie und warum Fettleibigkeit mit Depressionen zusammenhängt und wie Patienten mit diesen Erkrankungen möglicherweise besser behandeln werden können, betonen die Autoren der Studie.

Verringerung der Fettaufnahme führt zu vielen Vorteilen

Viele Menschen essen fetthaltige Lebensmittel, wenn sie traurig oder schlecht gelaunt sind, um sich durch den Verzehr aufzumuntern. Auf lange Sicht kann dies jedoch die Stimmung negativ beeinflussen. Es ist schon lange bekannt, dass eine Verringerung der Fettaufnahme zu vielen gesundheitlichen Vorteilen führt, und die aktuellen Untersuchungen legen nahe, dass eine verminderte Aufnahme von Fett auch zu einer verbesserten Stimmung führt. (as)