Der morgendliche Schulbeginn steht oftmals nicht im Einklang mit dem biologischen Rhythmus von Schülerinnen und Schülern, so dass ein chronischer Schlafmangel droht, der sich nachteilig auf die Gesundheit und die schulischen Leistungen auswirkt. Flexible Schulzeiten können daher deutlich Vorteile bieten.
Forschende der Universität Zürich haben in einer aktuellen Studie die Auswirkungen eines flexiblen Unterrichtsmodells auf Schlaf, Gesundheit und schulische Leistungen von Schülerinnen und Schülern an zwei weiterführenden Schulen in der Schweiz untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of Adolescent Health“ veröffentlicht.
Schlafrhythmus nach hinten verschoben
Heranwachsende durchlaufen nicht nur zahlreiche neurobiologische Veränderungen, sondern zeigen unter anderem auch deutlich Verschiebungen ihres Schlaf-Wach-Rhythmus, wobei sich die Schlafphasenpräferenz im Laufe der Adoleszenz bis ins junge Erwachsenenalter zunehmend nach hinten verschiebt, erläutern die Forschenden.
Diese Diskrepanz zwischen dem biologischem und sozialem Rhythmus bzw. dem Schulbeginn werde für Heranwachsende oftmals äußerst problematisch, da sie nicht ausreichend Schlaf bekommen.
„Das ist bedenklich, denn chronischer Schlafmangel betrifft nicht nur das Wohlbefinden, er hat auch messbare Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, körperliche Entwicklung und Lernfähigkeit“, erläutert der Studienautor Oskar Jenni von der Universität Zürich.
Kann ein flexibler Schulbeginn helfen?
Ob ein flexibler Schulbeginn diesem Problem entgegenwirken kann, haben die Forschenden nun an Schülerinnen und Schülern im Durchschnittsalter von 14 Jahren untersucht, die dank der Einführung eines flexiblen Unterrichtsmodells einen Schulstart zwischen 07:30 Uhr und 8:30 Uhr wählen konnten.
Anhand von Befragungen zu Studienbeginn und nach einem Jahr erfasste das Forschungsteam die Auswirkungen auf den Schlafmangel, die schulischen Leistungen und die Gesundheit der Teilnehmenden.
Nicht nur der Schlaf profitiert
Insgesamt wertete das Forschungsteam 754 Rückmeldungen aus und dabei zeigte sich, dass 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit eines späteren Schulbeginns nutzten. Da sie weiterhin ungefähr zur gleichen Zeit Schlafen gingen, erhöhte sich damit ihre Schlafdauer signifikant.
„Die Schülerinnen und Schüler berichteten weniger häufig von Einschlafproblemen und hatten seltener tiefe Werte bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität“, betont die Erstautorin Joëlle Albrecht Universität Zürich.
Zudem waren laut den Forschende bei dem neuen Schulmodell auch bessere Lernleistungen in Englisch und Mathematik (verglichen mit den kantonal geeichten Testergebnissen) feststellbar
Wenn Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geboten wird, später mit der Schule zu beginnen, nehmen sie diese gerne an und das kann zu messbaren Verbesserungen des Schlafs, der Gesundheit und der schulische Leistungen führen, resümieren die Forschenden.
„Ein späterer Unterrichtsbeginn am Morgen kann also ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Mental-Health-Krise bei Schülerinnen und Schülern sein“, ergänzt der Studienautor Reto Huber. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Universität Zürich: Später in die Schule, länger schlafen und besser lernen (veröffentlicht 26.02.2026), news.uzh.ch
- Joëlle N. Albrecht, Alessa Risch, Reto Huber, Oskar G. Jenni: The power of flexible school start times: Longitudinal associations with sleep, health, and academic performance; in: Journal of Adolescent Health (veröffentlicht 17.02.2026), jahonline.org
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