Frau verstarb Wochen später am Verzehr von eigentlich gesunden Granatapfelkerne

Leberschäden durch kontaminierte Frucht

Derzeit berichten Medien über einen extrem seltenen Fall. Eine 64-jährige Frau ist nach Angaben australischer Gesundheitsbehörden gestorben, nachdem sie Granatapfelkerne gegessen hatte. Der Tod trat allerdings nicht direkt nach dem Verzehr ein, sondern erst Wochen später. Wie konnte es zu diesem tragischen Ereignis kommen? Die Gesundheitsbehörden in Australien sind alarmiert.


Sehr gesund – Infektionen sind selten

Granatapfel-Kerne sind reich an Kalium, Eisen und Polyphenolen. Sekundäre Pflanzenstoffe wirken als sogenannte Antioxidantien gegen freie Sauerstoffradikale, die die Zellen schädigen können. Einige Studien wiesen darauf hin, dass der Verzehr vor Krebs schützen kann. Doch eben jene Frucht wurde einer Patientin zum Verhängnis. Durch das Verspeisen einer Packung Granatapfelkerne infizierte sich eine 64-jährige Frau mit Hepatitis A-Erregern. Der Todesfall steht im Kontext mit gefrorenen Granatapfelkernen der Sorte „Creative Gourmet“. Die Kerne waren im April landesweit zurückgerufen worden, da es Hinweise auf Hepatitis A-Erreger gab. Im Verlauf erkrankten mindestens 24 Menschen, die zuvor das Produkt verspeist hatten. Die australischen Gesundheitsbehörden sprechen in diesem Zusammenhang von einem „seltenen und tragischen Fall“.

Nach Wochen verstarb eine Frau an dem Verzehr von Granatapfel-Kernen. Bild: pilipphoto – fotolia

„Der Tod der Frau ist der einzige Todesfall, der mit dem landesweit zurückgerufenen Produkt im Zusammenhang steht“, betonte Gesundheitsminister Paddy Phillips. Weitere 23 Patienten würden sich bereits auf „dem Weg der Besserung“ befinden. Die Ärzte rechnen mit einer vollständigen Genesung, wie der Minister betonte. Die Bevölkerung wurde aber dazu aufgerufen, in den Kühlschränken nachzusehen, um diese auf verdächtige Granatäpfel-Kerne zu untersuchen. Denn laut Behörden seien trotz Rückruf rund 2000 Packungen mit den verseuchten Kernen in den Handel und damit in den Verkauf gelangt. Zur Zeit rechne man nicht mit weiteren Infektions- und Krankheitsfällen. Nach Angaben von Ärzte dauere es zwischen 15 und 50 Tagen, bis sich nach Ansteckung erste Beschwerden einstellen.

Klassische Symptome von Hepatitis-A

Die klassischen Symptome von Hepatitis-A sind Ikterus (Gelbsucht), Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, dunkler Urin und heller Stuhlgang. Das Virus kann durch direkten Kontakt mit Hepatitis-A-Erkrankten auf andere Personen übertragen werden. Außerdem kann es durch die Aufnahme von kontaminierten Speisen oder Getränken in den menschlichen Körper gelangen. In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung mild und heilt meistens vollständig aus. „Nur in sehr seltenen Fällen kommt es zu schweren Verläufen“, sagt der Minister. Vor allem ältere Menschen seien betroffen.

Viele bemerken die Erkrankung nicht

In Deutschland leiden etwa eine halbe Million Menschen an einer durch Viren verursachten Hepatitis. Lediglich ein Drittel der Betroffenen leidet mit fortschreitender Leberentzündung an der typischen Gelbsucht. Ein Drittel bemerkt grippeähnliche Symptome und ein weiteres Drittel hat überhaupt keine Beschwerden. Letzteres ist war zunächst angenehm für die Patienten, gleichzeitig aber auch besonders tückisch. Denn zu den Spätfolgen der chronischen Virushepatitis zählen Leberkrebs und Leberzirrhose. Menschen können sich auch beim Sex anstecken oder über belastete Lebensmittel wie Muscheln. (sb)