Infektion durch Grillfleisch: Durchfall nach dem Grillen so verhindern

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Häufige Infektionen durch Kolibakterien im Grillfleisch

Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Lust am Grillen. Die leckere und beliebte Zubereitung von Fleisch auf dem Grill birgt jedoch auch ein erhöhtes Risiko für Durchfallerkrankungen. Infektionen mit dem Bakterium Escherichia coli, die im schlimmsten Fall sogar zu Blutdurchfall führen können, sind bei unsachgemäßer Zubereitung und mangelnder Hygiene von Grillfleisch nicht selten. Eine Medizinerin erklärt, worauf geachtet werden sollte.


Eine Infektion mit Kolibakterien kann Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. „Aber es kann noch schlimmer werden“, warnt Dr. Nipunie Rajapakse, eine Spezialistin für Infektionskrankheiten an der Mayo-Klinik. Eine bestimmte Art der Kolibakterien (Typ O157: H7) ist mit blutigem Durchfall und schweren Nierenschäden verbunden, die in Einzelfällen sogar tödlich enden. Die Expertin klärt auf, wie man solche Infektionen beim Grillen verhindern kann.

Falsch zubereitetes Fleisch beim Grillen kann schwere Durchfallerkrankungen auslösen. Mit der richtigen Zubereitung und mit angemessener Hygiene kann dies verhindert werden. (Bild: karandaev/fotolia.com)

Kolibakterien sind häufig unerwünschte Gäste beim Grillen

„Wenn jemand mit E. coli in Kontakt gekommen ist, können die Beschwerden innerhalb von ein paar Tagen bis ein paar Wochen nach der Infektion auftreten”, betont Dr. Rajapakse. Dabei kann das Bakterium entweder über die Hände in den Körper gelangen oder über kontaminierte Nahrung aufgenommen werden. Dass rohes Fleisch mit solchen Erregern kontaminiert ist, kommt nicht selten vor. Am häufigsten werde das Bakterium durch Hackfleisch übertragen. Die richtige Zubereitung und die Handhygiene sind laut der Spezialistin die besten Methoden, um sich vor den Infektionen zu schützen.

Der Unterschied zwischen Steak und Burgern

Was für ein Rindfleischsteak gut ist, kann beim Burger in einer schweren Infektionskrankheit enden. „Wenn ein Steak mit Bakterien kontaminiert ist, befinden sich die Erreger normalerweise auf der Oberfläche des Fleisches“, erklärt die Dr. Rajapakse in einer Mitteilung der Mayo-Klinik. Daher reiche es normalerweise aus, die Oberfläche des Steaks mit hohen Temperaturen zu erwärmen, um eventuell vorhandene Bakterien abzutöten. Bei Hackfleisch hingegen geraten alle Bakterien, die auf der Oberfläche saßen, durch die Verarbeitung in alle Bereiche. Ein Hamburger-Bratling könne daher auch im Inneren mit E. coli Bakterien kontaminiert sein.

Hackfleisch immer richtig durchbraten

„Ein Burger-Bratling muss mindestens eine Temperatur von 71 Grad Celsius im Inneren erreichen“, erläutert die Expertin. Nur so könne sichergestellt sein, dass alle Bakterien abgetötet sind. Ein Steak, das im Inneren noch halb-gar ist, sei hingegen in der Regel unbedenklich, wenn es außen mit einer hohen Temperatur gegart wurde.

Händewaschen nicht vergessen

Neben der richtigen Zubereitung rät Dr. Rajapakse auch zu einer angemessen Handhygiene. Wer rohes Grillfleisch angefasst hat, sollte sich danach gründlich die Hände waschen, damit Bakterien an der Hand nicht später in den Körper gelangen und so eine Infektion auslösen. (vb)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.