Hasenpest-Fall in Bayern: Auch Menschen können sich infizieren

Mit Tularämie infizierter Hase in Bayern: Hasenpest ist auch auf Menschen übertragbar

Im Landkreis Ansbach (Bayern) wurde ein Fall von Hasenpest (Tularämie) bekannt. Das tot aufgefundene Tier ist positiv auf die Krankheit getestet worden. Auch Menschen können sich mit Hasenpest infizieren.


Toter Hase positiv auf Tularämie getestet

Medienberichten zufolge gibt es im Landkreis Ansbach (Bayern) einen Fall von Hasenpest (Tularämie). Das Landratsamt teilte demnach mit, dass ein auf freier Flur bei Lichtenau tot aufgefundener Hase positiv auf die Krankheit getestet wurde. Den Angaben zufolge wurde das infizierte Tier bereits im Dezember gefunden und sei laut einer Sprecherin seit Jahren der erste Hasenpest-Fall im Landkreis.

Im Landkreis Ansbach (Bayern) ist in einem toten Hasen der Erreger der Hasenpest festgestellt worden. Auch Menschen können sich damit infizieren. (Bild: Soru Epotok/fotolia.com)

Hasenpest kann auch für Menschen gefährlich werden

Bei Tularämie handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die durch den Erreger „Francisella tularensis“ hervorgerufen wird.

Die Infektionskrankheit trifft vor allem Feldhasen und Nagetiere.

Als Zoonose stellt sie jedoch auch für den Menschen ein hohes Gesundheitsrisiko dar, wie auch ein Fall aus der Schweiz zeigt, wo sich im vergangenen Jahr eine junge Frau nach dem Angriff eines Greifvogels mit Hasenpest infiziert hat.

Menschen sind für den Erreger sehr empfänglich

„Menschen infizieren sich vor allem bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen bzw. beim Umgang mit Kadavern, insbesondere beim Enthäuten und Ausnehmen erlegten Wildes“, schreibt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf seiner Webseite.

Bei Kontakt zu Hasenfleisch sollte daher auf Handschuhe und Mundschutz zurückgegriffen werden.

Auch Jagdhunde könnten Überträger der Hasenpest sein, wie österreichische Forscher im vergangenen Jahr berichteten.

Und in den USA wurde die Krankheit vor wenigen Monaten durch eine Katze übertragen.

Auch über unzureichend erhitzte Nahrungsmittel oder kontaminiertes Wasser kann eine Infektion erfolgen.

„Der Mensch ist für den Erreger sehr empfänglich. Für eine Infektion über Mund, Nase, Lidbindehaut oder kleine Haut- und Schleimhautverletzungen sind nur wenige Keime (10 – 50 Bakterien) notwendig“, so das LGL.

Krankheit beginnt mit grippeartigen Symptomen

Die Inkubationszeit wird laut dem LGL mit drei bis zehn Tagen angegeben, die Dauer der Erkrankung mit zwei bis drei Wochen, gefolgt von einer längeren Rekonvaleszenz.

Die Krankheit beginnt mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit.

„An der Eintrittsstelle entwickelt sich eine geschwürig zerfallende Papel. Die regionären Lymphknoten schwellen stark an und vereitern“, schreibt das LGL.

„Innere Organe können beteiligt sein (z. B. Lungenentzündung). Als besonders schweres Krankheitsbild ist die typhöse Form bekannt, die als Septikämie verläuft.“

Gesundheitsexperten zufolge sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn sich nach dem Kontakt mit Wildtieren oder dem Verzehr von Wildfleisch Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe oder Übelkeit und Erbrechen einstellen. (ad)