Hepatitis-E-Viren im Hackfleisch – Diese Risiken bergen Mettbrötchen

Rohes Schweinemett ist der beste Weg, sich mit Hepatitis E zu infizieren. Von 2006 bis heute stieg die Zahl der Infizierten in Deutschland von 100 auf 3000.


Hepatitis E – Immer mehr Patienten in Deutschland

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) macht klar: „Die Zahl lebensmittelbedingter Krankheiten, die durch Viren verursacht werden, nimmt stetig zu. So wird immer häufiger Hepatitis E über Lebensmittel von infizierten Schweinen und Wildtieren übertragen.“

Hausschweine sind Hauptüberträger des Hepatitis E Virus, und rohes Schweinefleisch ist die beste Möglichkeit, sich damit zu infizieren. (Bild: Kadmy/fotolia.com)

Garen tötet Viren

Die Viren überleben die Hitze nicht, die beim Kochen, Backen oder Braten ensteht. Das Hauptrisiko besteht im Verzehr von nicht durchgegartem Fleisch. Bei uns heißt das vor allem Schweinemett, das wir auf dem Mettbrötchen immer roh essen.

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Wie äußert sich Hepatitits E?

Die Viruserkrankung greift die Leber an. Oft enstehen anfangs keine Symptome. Mehrere Wochen nach der Infektion müssen die Betroffenen sich dann erbrechen und leiden an Fieber. In 99 Prozent der Fälle bemerkten die Infizierten die Hepatitis E gar nicht, so die Deutsche Leberhilfe.

Wann wird es gefährlich?

So harmlos das Virus bei den meisten Menschen wirkt, so gefährlich wird es bei chronisch Leberkranken, Hochschwangeren und Menschen mit schwachem Immunsystem. Bei diesen verläuft eine Erkrankung in bis zu 20 Prozent der Fälle tödlich – und es gibt weder Impfungen noch Medikamente.

Nicht Wasser, sondern Lebensmittel

Früher gingen die Ärzte davon aus, dass die wichtigste Quelle um sich zu infizieren, verunreinigtes Wasser außerhalb der EU-Länder sei. Doch heute ist klar, dass Lebensmittel eine viel größere Rolle dabei spielen, die Krankheit zu verbreiten. Der wesentliche Überträger ist das Hausschwein.

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde warnt

Rohes Fleisch war schon immer einer der wichtigsten Wege, um Seuchen von Tieren auf Menschen zu übertragen. Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde spricht eine deutliche Warnung aus, kein halbgares oder rohes Schweinefleisch zu verzehren.

Unbekannte Risiken

Auch die Mikrobiologin Bettina Rosner klärt auf: „Viele Verbraucher wissen überhaupt nicht, dass rohes Schweinefleisch ein Infektionsrisiko birgt, besonders für Personen mit verminderter oder noch nicht ausgereifter Immunabwehr.“

Gefahr für Kleinkinder

Zu den besonders Gefährdeten gehören Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen. Diese werden aber ärztlich über Schonkost aufgeklärt. Das Robert Koch-Institut fand hingegen signifikant viele Kleinkinder, die sich nach Schweinemettkonsum mit Krankheiten infizierten. Rosner sagt hierzu: „Ich könnte mir vorstellen, dass kleine Kinder Mett relativ gerne essen. Es schmeckt nicht so intensiv, ist weich, lässt sich schnell aufs Brot schmieren.“ (Dr. Utz Anhalt)