Hochsaison für Blasenentzündungen – Nasse Badesachen oftmals die Ursache

Blasenentzündungen haben gerade Hochsaison: Nasse Badekleidung unbedingt wechseln

Die aktuelle schweißtreibende Hitzewelle sorgt für volle Freibäder. Leider geht die sommerliche Badesaison auch mit einer Häufung von Blasenentzündungen einher. Ein Gesundheitsexperte erklärt, wie man solche Infekte vermeiden kann.


Blasenentzündungen vorbeugen

Schon zu Großmutters Zeiten wurde davor gewarnt, sich auf kalte Böden zu setzen, denn diese können die Blase erkälten. Doch auch im Sommer droht Gefahr. Denn die Badesaison ist leider auch die Hochsaison für Blasenentzündungen. Der Grund ist häufig nasse Badekleidung, wie Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung in einer Mitteilung erklärt. Daher sollten nasse Badeanzüge und Badehosen nach dem Schwimmen sofort gewechselt werden.

Nach dem Schwimmen sollte man die nasse Badekleidung unbedingt wechseln. Sonst erhöht sich das Risiko für eine Blasenentzündung. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

Nach dem Baden umziehen

Beim Trocknen der nassen Sachen verdunstet das Wasser auf der Haut, wodurch Kälte entsteht. Und das führt dazu, dass sich der Beckenbereich sehr schnell abkühlt, erklärt der Mediziner.

Die Folge davon ist, dass sich die Durchblutung reduziert, was in diesem Bereich zu einer Abwehrschwäche führt.

Dann können Bakterien und Keime leichter in die Harnwege gelangen und eine Blasenentzündung (Zystitis) verursachen. Es ist daher ratsam, sich nach dem Schwimmen umzuziehen.

Mädchen und Frauen sind häufiger betroffen

Meist sind Mädchen und Frauen von den Entzündungen der ableitenden Harnwege betroffen, die oft mit Beschwerden beim Wasserlassen und Fieber einhergehen.

Männer erkranken seltener, da die Erreger einen längeren Weg bis zur Blase zurücklegen müssen. Doch auch sie sollten nach dem Schwimmen die Badehose wechseln.

Erkrankte Männer verspüren unter anderem einen ständigen Harndrang sowie Druckbeschwerden im Blasenbereich.

Natürliche Mittel helfen

Früher wurde die Erkrankung fast immer mit Antibiotika behandelt. Heutzutage raten Ärzte häufig, es zunächst mit bestimmten Schmerzmitteln zu versuchen. Doch es gibt noch mehr, was bei Blasenentzündung hilft.

Dr. Reuter rät dazu, viel zu trinken und die Blase regelmäßig und vollständig zu entleeren, denn das spült die Harnwege frei.

Die Heilung kann zudem zusätzlich mit rezeptfreien pflanzlichen Medikamenten aus der Apotheke unterstützt werden.

Bei einem leichten Verlauf der Krankheit stehen zudem zahlreiche Hausmittel gegen Blasenentzündung zur Verfügung, mit denen man sich selbst behandeln kann.

So können etwa Brennesseltee, Bärentraubenblätter oder Wacholder eine heilende Wirkung haben. Bei den natürlichen Mitteln komme laut Fachleuten auch Cranberry eine besondere Stellung zu.

Wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage bessern, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

Männer sollten sich stets beim Arzt behandeln lassen

Dr. Reuter weist in der Mitteilung auch darauf hin, dass Männer eine Blasenentzündung immer ärztlich behandeln lassen sollten, da diese häufig durch Prostataleiden ausgelöst wird.

Betroffene Kinder sollten ebenfalls zum Arzt, denn unbehandelt kann es zu einer Entzündung des Nierenbeckens kommen.

Und bei schwangeren Frauen können Infektionen schneller in die Nieren aufsteigen, was wiederum frühzeitige Wehen auslösen kann.

Deshalb sollten auch sie umgehend einen Arzt aufsuchen. (ad)