Hunde stärken das Herz und verlängern das Leben

Ein älteres Paar geht mit dem Hund spazieren

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Hundehaltung stärkt die kardiovaskuläre Gesundheit

Hunde sind nicht nur treue Weggefährten, sie haben auch positive Effekte auf die Gesundheit der Hundehalterinnen und -halter. In zwei aktuellen Studien zeigte sich, dass die kardiovaskuläre Gesundheit gestärkt wird und die Lebenserwartung deutlich steigt – insbesondere bei Überlebenden eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Dies bestätigt auch frühere Studienergebnisse, die bereits deutliche Vorteile für die Herzgesundheit bei Hundebesitzerinnen und -besitzern festgestellt hatten. Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten spricht durchaus einiges dafür, über die Anschaffung eines Hundes nachzudenken.


Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Hundehalterinnen und -halter verschiedene gesundheitliche Vorteile aufweisen. Zwei aktuelle Studien (davon eine Meta-Studie) belegen nun erneut, dass deutliche positive Effekte auf die kardiovaskuläre Gesundheit und die Lebenserwartung bei Hundebesitzerinnen und –besitzern festzustellen sind. In einer Pressemitteilung hat die American Heart Association die wesentlichen Ergebnisse der Studien zusammengefasst. Veröffentlicht wurden die Untersuchungen in der Fachzeitschrift „Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes“.

Ein älteres Paar geht mit dem Hund spazieren
Hundehalterinnen und Hundehalter profitieren deutlich in Bezug auf die Lebenserwartung und die kardiovaskuläre Gesundheit. (Bild: LIGHTFIELD STUDIOS/fotolia.com)

Vorteile der Hundehaltung durch neue Studien bestätigt

„Diese beiden Studien liefern gute, qualitativ hochwertige Daten, die darauf hindeuten, dass die Hundehaltung mit einer reduzierten Herz- und Gesamtmortalität verbunden ist“, so Dr. Glenn N. Levine von der American Heart Association. Die Studien bestätigen die Ergebnisse früherer Untersuchungen, bei denen bereits Vorteile für die kardiovaskuläre Gesundheit festgestellt wurden, berichtet Dr. Levine weiter. In diesen älteren Untersuchungen sei auch deutlich geworden, dass Hundehaltung der sozialen Isolation entgegenwirkt, die körperliche Aktivität verbessert und sogar den Blutdruck senkt.

Vorteile nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall

In der ersten Studie wurden die Gesundheitsdaten von Hundebesitzern und Menschen ohne Hund nach einem überlebten Herzinfarkt oder Schlaganfall analysiert. Insgesamt 182.000 Menschen mit einem Herzinfarkt (rund sechs Prozent davon mit Hund) und rund 155.000 Menschen mit einem ischämischen Schlaganfall (knapp fünf Prozent davon Hundebesitzer) wurden berücksichtigt. Alle Teilnehmenden stammten aus Schweden und waren im Alter zwischen 40 und 85 Jahren.

Den Ergebnissen der Studie zufolge war die Hundehaltung mit folgenden Vorteilen verbunden:

  • Verringertes Todesrisiko im Studienzeitraum für Herzinfarktpatienten; allein lebende Personen 33 Prozent geringer , Menschen mit Partner oder Kind 15 Prozent geringer.
  • Verringertes Todesrisiko im Studienzeitraum für Schlaganfallpatienten; allein lebende Personen 27 Prozent geringer, Menschen mit Partner oder Kind 12 Prozent geringer.
  • Risiko der Gesamtmortalität um 24 Prozent reduziert.
  • Risiko des Todes durch Herzinfarkt oder Schlaganfall um 31 Prozent verringert.

Körperliche Aktivität und geringere soziale Isolation

Zwar deuten die Studienergebnisse auf positive Auswirkungen der Hundehaltung bei Menschen hin, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, doch seien noch weitere Untersuchungen erforderlich, um einen kausalen Zusammenhang zu überprüfen. Mögliche Erklärungen für das geringere Sterberisiko im Zusammenhang mit der Hundehaltung könnten eine Zunahme der körperlichen Aktivität und die verringerte soziale Isolation sein, so Dr. Levine. Die Haltung eines Hundes sei eine gute Motivation für körperliche Aktivität, die ein wichtiger Faktor für Rehabilitation und psychische Gesundheit ist, ergänzt Professor Tove Fall von der Universität Uppsala in Schweden.

Gesamtmortalität deutlich reduziert

In der zweiten neuen Studie – einer Meta-Studie basierend auf den Daten von über 3,8 Millionen Menschen aus zehn früheren Studien – stellten die Forschenden fest, dass Hundehaltung:

  • die Gesamtmortalität im Studienzeitraum um 24 Prozent reduzierte,
  • das Sterberisiko nach einem Herzinfarkt um 65 Prozent reduzierte;
  • das Sterberisiko aufgrund kardiovaskulärer Problemen um 31 Prozent reduzierte.

Weitere Studien erforderlich

„Ein Hund wurde bereits in früheren Studien mit erhöhter körperlicher Aktivität, niedrigerem Blutdruck und besserem Cholesterinprofil in Zusammenhang gebracht”, so Dr. Caroline Kramer von der University of Toronto in der Pressemitteilung der American Heart Association. Die aktuellen Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Hund auch mit einem längeren Leben verbunden ist, so Dr. Kramer weiter. Allerdings seien in den Analysen keine Störfaktoren wie beispielsweise bessere Fitness oder ein insgesamt gesunder Lebensstil berücksichtigt worden. Zusätzliche (interventionelle) Studien zur Bewertung der kardiovaskulären Ergebnisse nach der Einführung eines Hundes seien nun erforderlich.

Hunde zur Prävention

Sollten sich die Ergebnisse in Bezug auf Herzpatienten bei weiteren Untersuchungen bestätigen, wäre möglicherweise die Verschreibung von Hunden zur Prävention eine sinnvolle Empfehlung, so die Forschenden weiter. Dabei sei allerdings stets zu berücksichtigen, dass Hunde aus Tierschutzsicht nur von Menschen erworben werden sollten, die auch die Fähigkeit und das Wissen haben, dem Haustier ein gutes Leben zu ermöglichen.

Weitere Vorteile der Hundehaltung

Allgemein bieten Hunde durchaus beachtliche Vorteile für die Gesundheit – nicht nur für Überlebende nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. So hat erst kürzlich ein Studie der renommierten Mayo Clinic gezeigt: Hundebesitzer haben eine verbesserte Herzgesundheit. Auch können Kinder von dem Kontakt mit Hunde profitieren, denn laut einer Studie aus dem Jahr 2017 entwickeln Kindern mit einem Hund im Haushalt weniger Ekzeme, Asthma und Allergien.

Dies sind nur zwei Beispiel unter vielen positiven Effekten, die für die Hundehaltung sprechen. Doch für die meisten Hundbesitzerinnen und -besitzer zählt vermutlich viel mehr, dass ihre Hunde stets treue Begleiter sind. (fp)

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Autor:
Dipl. Geogr. Fabian Peters
Quellen:
  • American Heart Association: Dog ownership associated with longer life, especially among heart attack and stroke survivors (veröffentlicht 08.10.2019), eurekalert.org
  • Mwenya Mubanga, Liisa Byberg, Agneta Egenvall, Erik Ingelsson, Tove Fall: Dog Ownership and Survival After a Major Cardiovascular Event; in: Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes (veröffentlicht 08.10.2019), ahajournals.org
  • Caroline K. Kramer, Sadia Mehmood, Renée S. Suen: Dog Ownership and Survival; Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes (veröffentlicht 08.10.2019), ahajournals.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.