Hunde stärken unser Herz: Hundebesitzer zeigen eine verbesserte Herzgesundheit

Hund kratzt sich das Fell

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Hundebesitz trägt zu besserer Herzgesundheit bei

Nach ersten Analysen einer Langzeitstudie kann der Besitz eines Haustieres zur Erhaltung eines gesunden Herzens des Besitzers beitragen, insbesondere dann, wenn es sich bei dem Haustier um einen Hund handelt.


Dem Umgang mit Hunden wird immer wieder ein positiver Einfluss auf die Stimmung der Besitzer zugeschrieben. Doch sie sind auch gut für die Gesundheit – besonders für das Herz. Das zeigt nun eine Studie von Dr. Francisco Lopez-Jimenez, einem Kardiologen der Mayo Clinic in Rochester (US-Bundesstaat Minnesota) und Kollegen aus Tschechien und Italien. „Wir haben festgestellt, dass diejenigen, die ein Haustier besitzen, insbesondere einen Hund, vom kardiovaskulären Standpunkt aus gesünder sind“, wird Dr. Lopez-Jimenez in einem Beitrag kommentiert.

Hund kratzt sich das Fell
In einer aktuellen Studie hat sich erneut gezeigt, dass Hundebesitzer gesundheitlich von ihrem Haustier profitieren. Die Bewegung, die sie dank ihres Hundes haben, verbessert die Herzgesundheit. (Bild: nateejindakum/Fotolia.com)

Assoziation von Haustierbesitz und kardiovaskulärer Gesundheit

Wie in einer Mitteilung erklärt wird, untersucht die Studie die Assoziation von Haustierbesitz – insbesondere Hundebesitz – mit Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen und kardiovaskulärer Gesundheit. Die aktuellen Ergebnisse wurden in der medizinischen Fachzeitschrift „Mayo Clinic Proceedings“ veröffentlicht.

Im Rahmen der Studie wurden von Januar 2013 bis Dezember 2014 erste gesundheitliche und sozioökonomische Basisinformationen zu mehr als 2.000 Probanden in der Stadt Brno (Tschechische Republik) erstellt. Die Nachuntersuchungen sind bis ins Jahr 2030 geplant.

In der 2019-Evaluierung wurden 1.769 Probanden ohne Herzkrankheiten untersucht und auf der Grundlage der sieben Faktoren bewertet, die laut der American Heart Association wesentlich für die Herzgesundheit sind: Body-Mass-Index, Ernährung, körperliche Aktivität, Raucherstatus, Blutdruck, Blutzucker und Gesamtcholesterin.

Die Studie verglich die kardiovaskulären Gesundheitsbewertungen der Tierhalter mit denen, die keine Haustiere besaßen. Dann wurden Hundebesitzer mit anderen Tierbesitzern und solchen verglichen, die keine Haustiere besaßen.

Hundebesitzer bewegen sich mehr

„Im Allgemeinen gaben Personen, die ein Haustier besaßen, mit größerer Wahrscheinlichkeit an, körperlich aktiver zu sein, eine bessere Ernährung und einen besseren Blutzuckerspiegel zu haben“, sagte Dr. Andrea Maugeri, Forscherin am International Clinical Research Center des St. Anne’s University Krankenhauses in Brno und der Universität von Catania (Italien). „Die größten Vorteile eines Haustieres hatten diejenigen, die einen Hund besaßen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Bildungsstand.“

Den Angaben zufolge zeigt die Studie einen Zusammenhang zwischen Hundebesitz und Herzgesundheit, der im Einklang mit der wissenschaftlichen Stellungnahme der American Heart Association zu den Vorteilen des Besitzes eines Hundes in Bezug auf körperliche Aktivität, Engagement und Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steht.

Dr. Lopez-Jimenez verwies auf seine Erfahrungen mit dem eigenen Hund: „Er quält mich, bis wir rausgehen – vielleicht für einen kurzen Spaziergang, vielleicht um ihm Bälle zu werfen. Aber mir ist klar, dass alles, was ich mit meinem Hund mache, körperliche Aktivität impliziert.“ Und Sport verbessert die Herzgesundheit, da er dabei hilft, ein gesundes Gewicht zu halten und den Blutzucker zu kontrollieren.

Laut Dr. Maugeri animieren die Studienergebnisse dazu, sich ein Haustier als potenzielle Strategie zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit zuzulegen – doch nur, solange der Besitz von Haustieren zu einem körperlich aktiveren Lebensstil führt.

In anderen Studien wurde der Besitz eines Hundes auch mit einer besseren psychischen Gesundheit und einer geringeren Wahrnehmung der sozialen Isolation in Verbindung gebracht – beides Risikofaktoren für Herzinfarkte, so Dr. Lopez-Jimenez. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Mayo Clinic: Mayo Clinic Minute: Why having a dog is heart-healthy, (Abruf: 24.08.2019), Mayo Clinic
  • Mayo Clinic: Your heart’s best friend: Dog ownership associated with better cardiovascular health, (Abruf: 24.08.2019), Mayo Clinic
  • Mayo Clinic Proceedings: The Human-Canine Bond: A Heart's Best Friend, (Abruf: 24.08.2019), Mayo Clinic Proceedings

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.